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Wall Street: Erholung nach Arbeitsmarkdaten
Vor dem heutigen US-Börsenstart kam der US-amerikanische Arbeitsmarktbericht auf den Tisch. Zwar gibt es erstmals seit Mai 2003 einen Rückgang der Beschäftigung, jedoch fiel dieser weit geringer als befürchtet aus. Insgesamt fiel die Beschäftigung um 35.000 Stellen und die Arbeitslosenquote kletterte im September auf 5,1 Prozent von 4,9 Prozent im August. Volkswirte waren jedoch von einem Anstieg der verlorenen Stellen in einer Größenordnung von 150.000 ausgegangen.
Der Dow Jones reagierte merklich erleichtert, aktuell gewinnt der US-amerikanische Leitindex 0,49 Prozent auf 10.338,01 Punkte. Die NASDAQ legt um 0,58 Prozent auf 2.096,07 Zähler zu, der S&P 500 klettert auf 1.198,89 Punkte, ein Anstieg von 0,62 Prozent.
Deutlich zulegen können NTL und Telewest nach einem Pressebericht über eine mögliche Übernahme beider durch ein Private Equity-Konsortium. Staples-Aktien gewinnen 2,5 Prozent, nachdem der Bürohändler heute seine Prognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr bestätigte.
Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, zieht ein Private Equity-Konsortium zurzeit in Betracht, ein Übernahmeangebot in Höhe von über 11 Mrd. Dollar für sowohl die NTL Inc. (ISIN US62940M1045/ WKN 172950), den größte Kabelbetreiber in Großbritannien, als auch deren kleineren Konkurrenten Telewest Global Inc. (ISIN US87956T1079/ WKN A0B7A7) zu unterbreiten. Erst am Montag hatte der in New York ansässige Kabelbetreiber NTL bekannt gegeben, dass er Telewest Global für 6 Mrd. Dollar übernehmen wird. Dabei will NTL für jede Telewest Global-Aktie 16,25 Dollar in bar sowie 0,115 eigene Aktien zahlen. Der Zeitung zufolge hat nun jedoch eine Gruppe bestehend aus Blackstone Group, Cinven Group, BC Partners und Permira Advisors den US-Finanzier William R. Huff kontaktiert. Huff, der größte Anteilseigner bei beiden Unternehmen, habe jedoch eine Transaktion mit der Investorengruppe als absurd bezeichnet.
Die Staples Inc. (ISIN US8550301027/ WKN 876951), der größte Bürohändler in den USA, gab heute bekannt, dass sie an ihren Ergebnisprognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr festhält. Zudem wurde der Rückkauf weiterer Aktien im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Dollar beschlossen. Demnach rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Gewinn von 32 Cents pro Aktie im dritten Quartal sowie einem von 1,11 Dollar pro Aktie im Geschäftsjahr 2005. Analysten gehen derzeit von exakt diesen EPS-Ergebnissen aus. Beim Umsatz rechnet Staples für das dritte Quartal und das Gesamtjahr jeweils mit einem Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Für das nächste Geschäftsjahr stellt der Konzern ein Ergebnis von 1,20 bis 1,26 Dollar pro Aktie in Aussicht, wobei hier die Ausübung von Aktienoptionen berücksichtigt ist. Die Erlöse sollen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen. Die Markterwartung sieht ein EPS-Ergebnis von 1,28 Dollar vor.
Der US-Mischkonzern GenCorp Inc. (ISIN US3686821006/ WKN 851165) gab heute bekannt, dass er seinen Verlust im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr reduzieren konnte. Demnach lag der Nettoverlust bei 29 Mio. Dollar bzw. 53 Cents pro Aktie, nach einem Fehlbetrag von 47 Mio. Dollar bzw. 1,05 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Verlust aus dem laufenden Geschäft betrug 8 Cents pro Aktie. Der Umsatz aus dem laufenden Geschäft (ohne GDX Automotive und Fine Chemicals) erhöhte sich von 116 Mio. Dollar auf 134 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 16 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 119,7 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von -10 Cents bei Erlösen von 144,8 Mio. Dollar.
Die angeschlagene Delphi Corp. (ISIN US2471261055/ WKN 918726), der größte Automobilzulieferer in den USA, hat die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) um deutliche Zugeständnisse gebeten. Dies berichtet das "Wall Street Journal" am Donnerstag. Der Zeitung zufolge, die sich auf ein Schreiben eines Gewerkschaftsführers an UAW-Mitglieder bezieht, beinhalten die Zugeständnisse eine Kürzung von über zwei Dritteln bei den Gehältern und Bonuszahlungen sowie die Eliminierung eines Programms zur vollen Bezahlung entlassener Arbeiter. Diese Kürzungen sind für die UAW-Mitglieder wahrscheinlich nicht akzeptabel, hieß es weiter. Mit dieser Verhandlungsposition könnte Delphi einem Antrag auf Gläubigerschutz einen Schritt näher gekommen sein, hieß es weiter. Wie das "Wall Street Journal" bereits Ende September berichtete, zieht Chairman und CEO Miller es klar vor, nicht unter Chapter 11 zu operieren. Laut Miller ist ein Geschäftsbetrieb unter Chapter 11 langwieriger, kostenintensiver und bringt zudem eine Vielzahl negativer Effekte mit sich. Ohne Chapter 11 könne man einfacher, kostengünstiger und schneller vorankommen.
Die Whirlpool Corp. (ISIN US9633201069/ WKN 856331), der größte Hersteller von Haushaltsgeräten in den USA, und der Konkurrenten Maytag Corp. (ISIN US5785921074/ WKN 859937) teilten heute mit, dass die US-Behörden mehr Informationen zu ihrer geplanten Fusion im Volumen von 1,7 Mrd. Dollar angefordert haben. Demnach benötigt die Wettbewerbsabteilung des US-Justizministeriums zusätzliche Informationen zur Überprüfung des Zusammenschlusses. Diese zweite Anforderung sei jedoch nicht ungewöhnlich, weshalb beide Unternehmen den Abschluss der Transaktion nach wie vor im ersten Quartal 2006 erwarten. Man werde uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren und deren Anforderung umgehend entsprechen.
Der Modekonzern Tommy Hilfiger Corp. (ISIN VGG8915Z1027/ WKN 885371) meldete am Donnerstag nach Börsenschluss, dass er beabsichtigt, in den USA 135 Arbeitsplätze abzubauen, um dort die Kostenstruktur seines Großhandelsgeschäfts anzupassen. Der in Hongkong ansässige Konzern, der weltweit rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt, gab weiter bekannt, dass sich die Maßnahmen nicht auf das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr auswirken werden. Der Konzern, der zuletzt seine Prognosen senken musste, hat sich Presseberichten zufolge im vergangenen Monat zum Verkauf gestellt. Marktspekulationen zufolge könnte er von der Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WIKN 860853) übernommen werden.
Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney Co. (ISIN US2546871060/ WKN 855686) gab am Donnerstag bekannt, dass sein ehemaliger CEO Michael D. Eisner seine Board-Sitz aufgegeben hat. Damit hat Eisner, der den Konzern über 20 Jahre lang geführt hatte, seine Bindung an Walt Disney einige Monate früher als geplant gelöst. Bereits am 30. September hat Eisner (63) das CEO-Amt an den bisherigen President Robert Iger (54) übergeben. Es wurde jedoch bis zuletzt erwartet, dass Eisner noch bis zur Hauptversammlung Anfang 2006 als Director fungieren wird.
Der US-Autohändler CarMax Inc. (ISIN US1431301027/ WKN 662604) gab am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt, dass sein Mitgründer, President und CEO Austin Ligon im nächsten Jahr zurücktreten will. Ligon beabsichtigt jedoch, noch so lange im Unternehmen zu verbleiben, bis ein Nachfolger im Amt ist. Danach könnte er bis zu zwei Jahre als Berater fungieren. CarMax hat indes einen Ausschuss gegründet, der sich mit der Suche nach einem neuen CEO befassen wird.
Die Dolby Laboratories Inc. (ISIN US25659T1079/ WKN A0DNCY), der US-Entwickler der Audiotechnologien Dolby Surround und Dolby Digital, teilte am Donnerstag nach Börsenschluss mit, dass sie Kevin Yeaman mit Wirkung zum 24. Oktober zum neuen CFO bestellt hat. Zuletzt war Yeaman (39) als CFO bei der E.piphany Inc. tätig, einem US-Anbieter von Customer Relationship Management (CRM) Software-Lösungen. Er tritt die Nachfolge von Janet Daly an, die ihren Rücktritt im Januar angekündigt hatte.
| 28.09.2006 | Update NTL Inc.: Overweight | HSBC Securities | |
| 05.04.2006 | Update NTL Inc.: Buy | Jefferies & Co | |
| 30.01.2006 | Update NTL Inc.: Strong Buy | UBS | |
| 14.12.2005 | Update NTL Inc.: Buy | Morgan Joseph | |
| 12.04.2005 | Update NTL Inc.: Equal-weight | Morgan Stanley |
Aktien in diesem Artikel
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