Dow Chemical Aktie [WKN: 850917 / ISIN: US2605431038]

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10.07.2008 15:57
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Wall Street: Freundlich, Dow Chemical übernimmt Rohm and Haas, Wachovia geben deutlich ab

New York (aktiencheck.de AG) - Nach den heftigen Vortagesverlusten nutzen die US-amerikanischen Marktteilnehmer das niedrige Niveau zum Einstieg. Der Dow Jones Industrial Average gewinnt kurz nach Handelsstart 0,40 Prozent auf 11.192,30 Indexpunkte. Beim S&P 500 ist ein Zuwachs von 0,30 Prozent auf 1.248,42 Zähler auszumachen. Daneben legt der NASDAQ Composite 0,60 Prozent zu auf 2.248,33 Punkte.

Wie das Arbeitsministerium mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Vorwoche deutlich verbessert. So fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 58.000 auf 346.000, während Volkswirte im Vorfeld 395.000 Erstanträge prognostiziert hatten. In Kürze steht außerdem eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke auf dem Programm.

Hauptgesprächsthema ist eine milliardenschwere Übernahme im Chemiesektor. Wie der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical heute mitteilte, wird er seinen heimischen Konkurrenten Rohm and Haas für rund 15,3 Mrd. Dollar übernehmen. Einschließlich Verbindlichkeiten beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 18,8 Mrd. Dollar. Die Aktie von Rohm and Haas reagiert mit einem Plus von 65 Prozent auf die Ankündigung, während Papiere von Dow Chemical knapp 2 Prozent verlieren.

Anteilsscheine von Wal-Mart geben 0,7 Prozent zu. Der Einzelhandelsriese hat seine Umsätze auf vergleichbarer Fläche im Juni deutlich gesteigert und im Anschluss seine Ergebnisprognose für das zweite Quartal angehoben. Bei Boeing ist ein Plus von 0,5 Prozent auszumachen. Der Flugzeughersteller kündigte zuvor für das zweite Quartal eine Sonderbelastung in Höhe von rund 250 Mio. Dollar an. Dennoch hält der Konzern an seiner Gesamtjahresprognose fest. Die Aktie des Hotelbetreibers Marriott, dessen Gewinn im zweiten Quartal um 24 Prozent gesunken ist, gibt 2,6 Prozent ab.

Im Finanzsektor verlieren Wachovia fast 7 Prozent. Die Bankgesellschaft schockte ihre Anleger am Vorabend mit einer Ankündigung, wonach das Ergebnis im zweiten Quartal überraschend bei -2,6 bis -2,8 Mrd. Dollar liegen soll. Titel von Fannie Mae (-15,2 Prozent) und Freddie Mac (-20,8 Prozent) sind ebenfalls einen Blick wert. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge die Bush-Administration derzeit darüber debattiert, was im Falle eines Scheiterns der beiden größten US-Hypothekenfinanzierer zu tun sei.

Unternehmensmeldungen:

Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) meldete heute, dass er den heimischen Konkurrenten Rohm and Haas Co. (ISIN US7753711073/ WKN 852156) für rund 15,3 Mrd. Dollar übernehmen wird. Den Angaben zufolge zahlt Dow Chemical den Aktionären von Rohm and Haas 78 Dollar in bar für jeden ihrer Anteilsscheine. Durch die Transaktion, die einschließlich Verbindlichkeiten ein Volumen von 18,8 Mrd. Dollar hat, steige Dow Chemical zum weltweit führenden Unternehmen im Bereich Specialty Chemicals und Advanced Materials auf. Die Übernahme ist von den Boards beider Unternehmen einstimmig genehmigt worden. Sie bedarf noch der Zustimmung durch die Rohm and Haas-Aktionäre und die zuständigen Behörden.

Die amerikanische Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WKN 860853) verbuchte im Juni einen Umsatzanstieg und hob im Anschluss die Ergebnisprognose für das laufende Quartal an. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des weltweit führenden Einzelhandelskonzerns hervorgeht, kletterten die vergleichbaren Umsatzerlöse im Berichtszeitraum bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, um 5,8 Prozent. Der Umsatz auf Konzernebene verbesserte sich um 11,5 Prozent. Angesichts der starken Absatzentwicklung wurde die Ergebnisprognose für das zweite Quartal auf 82 bis 84 Cents je Aktie angehoben. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 82 Cents sowie einem Umsatz von 101,12 Mrd. Dollar aus.

Die US-Bankgesellschaft Wachovia Corp. (ISIN US9299031024/ WKN 868326) gab am Mittwoch bekannt, dass sie Robert K. Steel, der zuletzt im US-Finanzministerium tätig war, zum neuen CEO bestellt hat. Zudem wurde für das zweite Quartal ein Milliardenverlust angekündigt. Demnach soll das Ergebnis - unter anderem wegen der Finanz- und Hypothekenkrise - überraschend bei -2,6 bis -2,8 Mrd. Dollar bzw. -1,23 bis -1,33 Dollar pro Aktie liegen. Dabei ist eine erwartete Goodwill-Abschreibung noch nicht berücksichtigt.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) gab heute bekannt, dass er im zweiten Quartal eine Sonderbelastung in Höhe von rund 250 Mio. Dollar in Verbindung mit Verzögerungen bei seinem Airborne Early Warning & Control (AEW&C)-Programm verbuchen wird. Den Angaben zufolge beläuft sich die Sonderbelastung auf 22 Cents pro Aktie. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr jedoch weiterhin mit einem Ergebnis von 5,70 bis 5,85 Dollar pro Aktie. Für 2009 geht der Konzern weiterhin von einem Ergebniswachstum im zweistelligen Prozentbereich aus, mit einem unveränderten Plankorridor beim EPS-Ergebnis von 6,80 bis 7,00 Dollar.

Presseangaben zufolge debattiert die Bush-Administration derzeit darüber, was sie im Falle eines Scheiterns der beiden größten US-Hypothekenfinanzierer, der Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) (ISIN US3135861090/ WKN 856099) und der Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) (ISIN US3134003017/ WKN 876872), tun soll. Wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch berichtete, geht die Regierung nicht davon aus, dass dieser Fall eintritt. Jedoch seien die Diskussionen angesichts der Finanzprobleme bei den beiden Unternehmen ernster geworden. Laut der Zeitung sehen die Optionen im Falle eines Scheiterns der Unternehmen die Erweiterung einer Kreditlinie durch die Federal Reserve vor. Darüber hinaus könnte die Regierung entweder Anteile erwerben oder für die 1,5 Bio. Dollar an Verbindlichkeiten der Hypothekenfinanzierer bürgen, so die Zeitung unter Berufung auf Analysten.

Die Marriott International Inc. (ISIN US5719032022/ WKN 913070), der größte Hotelbetreiber in den USA, meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 24 Prozent gesunken ist, was auf schwächere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den USA zurückgeführt wird. Der bereinigte Gewinn aus dem laufenden Geschäft lag dabei jedoch über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte leicht. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem EPS-Ergebnis von 1,77 bis 1,88 Dollar, während die durchschnittliche Marktschätzung hier einen Wert von 1,91 Dollar vorsieht. (10.07.2008/ac/n/m)

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