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Wall Street: Freundlicher Auftakt, GM auf der Überholspur, P&G überzeugen
Neben zahlreichen Unternehmensergebnissen richten sich die Blicke auch wieder auf einige Konjunkturdaten. Wie das Arbeitsministerium verkündete, hat sich der Anstieg der Arbeitskosten im ersten Quartal leicht abgebremst. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA um 0,7 Prozent. Volkswirte waren durchschnittlich von einer Kostensteigerung um 0,8 Prozent ausgegangen. Laut der ersten Schätzung des Handelsministeriums kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal erneut um 0,6 Prozent. Dagegen hatten Volkswirte nur ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert. Der soeben veröffentlichte Chicagoer Einkaufsmanagerindex hat hingegen etwas enttäuscht. Am Abend steht dann die seit Tagen mit Spannung erwartete Zinsentscheidung der Fed auf dem Programm.
Die Aktie von General Motors gewinnt im frühen Handel mehr als 6 Prozent. Der größte Automobilkonzern in den USA hat im ersten Quartal einen Verlust von knapp 3,3 Mrd. Dollar eingefahren. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten wurden die Erwartungen der Analysten allerdings deutlich übertroffen. Gute Nachrichten kommen auch von TRW Automotive. Der Automobilzulieferer ist im letzten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat seinen Ausblick deutlich angehoben. Die Aktie gewinnt über 5 Prozent.
Anteilsscheine von Procter & Gamble legen rund 2 Prozent zu. Wie der Konsumgüterkonzern heute mitteilte, konnte er seinen Gewinn im dritten Quartal um 8 Prozent steigern und damit etwas stärker als erwartet. Zudem wurde die Jahresplanung leicht angehoben. Titel des Mitbewerbers Colgate-Palmolive verlieren trotz unerwartet guter Ergebnisse 4 Prozent.
Papiere des Papier- und Forstprodukteherstellers International Paper, der im ersten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise einen kräftigen Ergebnisrückgang verbuchte, fallen um knapp 3 Prozent zurück. Die Aktie des Medienkonzerns Time Warner, dessen Zahlenwerk keine größeren Überraschungen barg, tendiert kaum verändert. Für Anteile des Lebensmittelkonzerns Kraft, der auf bereinigter Basis im abgelaufenen Quartal überraschend gut verdient hat, geht es um 2,5 Prozent nach oben.
Unternehmensmeldungen:
Die General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000), der größte Automobilkonzern in den USA, meldete heute, dass sie im ersten Quartal einen Milliardenverlust erwirtschaftet hat, was mit einem Streik bei ihrem Zulieferer American Axle & Manufacturing Holdings Inc. (ISIN US0240611030/ WKN 918692), Sonderbelastungen aus der GMAC-Beteiligung sowie schwachen US-Absatzzahlen zusammenhängt. Der Nettoverlust belief sich auf 3,25 Mrd. Dollar, im Vergleich zu einem Gewinn im Vorjahr. Vor Einmaleffekten wurde ebenfalls ein Verlust ausgewiesen, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Der Gesamtumsatz ging leicht zurück.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Co. (P&G) (ISIN US7427181091/ WKN 852062) meldete heute, dass er seinen Gewinn im dritten Quartal um 8 Prozent steigern konnte, was auf Kostensenkungen und Preiserhöhungen zurückzuführen ist. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei leicht übertroffen. Zudem wurde die Jahresplanung leicht erhöht. Der Gesamtumsatz des Konzerns nahm um 9 Prozent zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2008 rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 3,48 bis 3,50 Dollar (zuvor: 3,46 bis 3,50 Dollar). Analysten sehen für das laufende Geschäftsjahr ein Ergebnis von 3,49 Dollar pro Aktie.
Der US-Medienkonzern Time Warner Inc. (ISIN US8873171057/ WKN 592629) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im ersten Quartal um 36 Prozent gesunken ist, was auf Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Zudem hat der Konzern angekündigt, den Rest seines Kabelgeschäfts abzuspalten. Vor Einmaleffekten lag das jüngste Ergebnis leicht unter den Prognosen. Der Umsatz kletterte um 2 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem EPS-Ergebnis aus dem laufenden Geschäft von 1,07 bis 1,11 Dollar. Analysten sehen hier ein Ergebnis von 1,09 Dollar pro Aktie.
Der US-Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive Co. (ISIN US1941621039/ WKN 850667) verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Zuwachs beim um Einmaleffekte bereinigten Nettoergebnis. Wie der Konzern heute erklärte, war der Nettogewinn im Berichtszeitraum leicht rückläufig. Ohne die Berücksichtigung zahlreicher Einmalbelastungen verbesserte sich der Gewinn allerdings etwas stärker als erwartet. Beim Konzernumsatz wurde ein Anstieg von 15,5 Prozent erzielt.
Der amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. (ISIN US50075N1046/ WKN 655910) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im ersten Quartal um 13 Prozent gesunken ist, was auf einen Einmalertrag im Vorjahr zurückgeführt wird. Das bereinigte Ergebnis lag jedoch über den Schätzungen des Marktes. Der Umsatz kletterte ebenfalls stärker als erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von mindestes 5 Prozent (zuvor: 4 Prozent) und einem bereinigten EPS-Ergebnis von 1,90 Dollar. Analysten sehen hier ein Ergebnis pro Aktie von 1,89 Dollar.
Der US-Nahrungsmittelhersteller Kellogg Co. (ISIN US4878361082/ WKN 853265) musste im ersten Quartal einen leichten Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der auf Frühstücksflocken spezialisierte Konzern heute erklärte, hatten vor allem die zuletzt deutlich gestiegenen Rohstoffpreise wesentlichen Anteil an der rückläufigen Ergebnisentwicklung. Die Erwartungen wurden dennoch übertroffen. Beim Umsatz wurde ein Anstieg um rund 10 Prozent erzielt.
Der amerikanische Papier- und Forstproduktehersteller International Paper Co. (ISIN US4601461035/ WKN 851413) verbuchte im ersten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise, die auch nicht durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden konnten, einen kräftigen Ergebnisrückgang. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, stieg der Konzernumsatz im Berichtszeitraum um 8,6 Prozent. Das Nettoergebnis sank um 69 Prozent. Beim bereinigten Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft sank der Gewinn entgegen den Erwartungen um rund 10 Prozent.
Der US-Automobilzulieferer TRW Automotive Holdings Corp. (ISIN US87264S1069/ WKN A0BLEE) konnte im ersten Quartal 2008 bei steigenden Umsätze ein positives Ergebnis erzielen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, erhöhten sich die Umsatzerlöse um 16,2 Prozent. Ferner wurde ein unerwartet hoher Nettogewinn ausgewiesen, gegenüber einem Vorjahresverlust. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit einem EPS von 2,22 Dollar und Umsatzerlösen in Höhe von 15,85 Mrd. Dollar. Das Unternehmen selbst hob seine EPS-Prognose auf 2,30 bis 2,60 Dollar an, von ursprünglich 2,15 bis 2,45 Dollar. (30.04.2008/ac/n/m)
| 03.07.2008 | General Motors Downgrade | Merrill Lynch & Co., Inc. | |
| 27.06.2008 | General Motors sell | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 26.06.2008 | General Motors neues Kursziel | Buckingham Research | |
| 25.06.2008 | General Motors neues Kursziel | Credit Suisse Group | |
| 05.06.2008 | General Motors hold | Citigroup Corp. |
Aktien in diesem Artikel
| General Motors | 6,9 | +4,7% | |
| ProcterGamble | 40,8 | +0,4% | |
| Time Warner | 9,0 | -0,7% | |
| Colgate-Palmolive | 43,9 | -0,7% | |
| Kraft Foods | 18,3 | -1,3% | |
| Kellogg | 31,5 | +1,8% | |
| International Paper | 14,3 | -1,7% | |
| TRW Automotive | 10,9 | +1,8% |
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