01.02.2006 15:52
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Wall Street: Gemischter Auftakt; Google schockt Anleger, Boeing hebt ab

Ein gemischtes Bild geben die US-Märkte einen Tag nach der Zinserhöhung ab. Während der Dow Jones angesichts starker Boeing-Zahlen 0,18 Prozent auf 10.884,63 Punkte zulegen kann, verliert die NASDAQ nach den enttäuschenden Ergebnissen von Google 0,41 Prozent auf 2.296,42 Zähler. Der S&P 500 büßt leicht ein und verliert 0,01 Prozent auf 1.279,89 Punkte. Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer nun die Veröffentlichung des ISM Index sowie Zahlen der Baubranche. Des Weiteren steht der wöchentliche EIA Ölmarktbericht auf der Agenda.

Im Fokus der Anleger finden sich die am Vorabend veröffentlichten Ergebnisse des Internet-Konzerns Google. Zwar erzielte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal einen Gewinnsprung von 204 auf 372 Mio. Dollar, die hohen Erwartungen der Analysten konnten indes nicht erreicht werden. In der Folge brechen Google-Aktien kurz nach Handelsstart knapp 10 Prozent ein. Davon gänzlich unbeeindruckt präsentieren sich Papiere des Mitbewerbers Yahoo!, die sogar leicht zulegen können.

Für eine positive Überraschung sorgte dagegen der Flugzeugbauer Boeing, der seinen Gewinn im letzten Quartal mehr als verdoppeln konnte und die Erwartungen des Marktes damit um Längen schlug. So ist der Titel derzeit auch der größte Gewinner im Dow Jones und verbessert sich um 4,5 Prozent. Hingegen schockte der Billigflieger JetBlue seine Anleger mit einem deutlich höher als erwartet ausgefallenen Verlust, woraufhin Anteilsscheine des Unternehmens an der NASDAQ in den Sinkflug übergehen und rund 7 Prozent an Wert einbüßen. Für Aufsehen am Markt sorgt zudem die Fast-Food-Kette Burger King, die noch im laufenden Jahr den Sprung an die Börse wagen will.

Die Google Inc. (ISIN US38259P5089/ WKN A0B7FY)veröffentlichte am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2005. Demnach konnte die Internet-Suchmaschine zwar einen Gewinnsprung verzeichnen, die Erwartungen jedoch nicht treffen. Das Nettoergebnis belief sich demnach auf 372,2 Mio. Dollar bzw. 1,22 Dollar je Aktie, nach 204,1 Mio. Dollar bzw. 71 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis belief sich den Angaben zufolge auf 1,54 Dollar je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von durchschnittlich 1,76 Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen um 86 Prozent auf 1,92 Mrd. Dollar. Die um Zahlungen an Partner bereinigten Umsatzzahlen beliefen sich auf 1,29 Mrd. Dollar. Die Analysten hatte zuvor Umsätze von 1,29 Mrd. Dollar erwartet. Für das derzeit laufende erste Quartal 2006 erwarten die Analysten ein EPS von 1,99 Dollar bei Umsätzen von 1,46 Mrd. Dollar.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) hat im vierten Quartal 2005 ein Wachstum bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Wie der weltweit zweitgrößte Flugzeughersteller heute erklärte, erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 14,20 Mrd. Dollar, nach 13,31 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Dies bedeutet ein Plus von 7 Prozent. Ferner wuchs der Nettogewinn von 186 Mio. Dollar oder 23 Cents je Aktie auf nun 460 Mio. Dollar bzw. 58 Cents pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 74 Cents, während Analysten durchschnittlich nur ein EPS von 44 Cents prognostiziert hatten. Im Gesamtjahr 2005 stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 54,85 Mrd. Dollar, während der Gewinn von 1,87 Mrd. Dollar bzw. 2,30 Dollar je Aktie auf 2,57 Mrd. Dollar oder 3,20 Dollar pro Anteilschein anzog. Für das laufende erste Quartal 2006 gehen Analysten von einem Gewinn pro Aktie von 66 Cents bei Umsatzerlösen in Höhe von 14,69 Mrd. Dollar aus.

Der US-Medienkonzern Time Warner Inc. (ISIN US8873171057/ WKN 592629) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im vierten Quartal um 21 Prozent gesteigert hat, was mit einem starken Wachstum bei High-Speed Internet-Kunden, digitalen Telefoniekunden und Kabelnetz-Werbeeinnahmen zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 1,37 Mrd. Dollar bzw. 29 Cents pro Aktie, gegenüber 1,13 Mrd. Dollar bzw. 24 Cents pro Aktie im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn bei 25 Cents pro Aktie. Der operative Gewinn stieg von 1,60 Mrd. Dollar auf 2,20 Mrd. Dollar. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 11,89 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 22 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 11,88 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 21 Cents bei Erlösen von 11,32 Mrd. Dollar. Für 2006 rechnet der Konzern u.a. mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses. Analysten gehen von einem EPS-Ergebnis von 89 Cents bei Erlösen von 46,56 Mrd. Dollar aus.

Der amerikanische Billigflieger JetBlue Airways Corp. (ISIN US4771431016/ WKN 541867) verbuchte im vierten Quartal aufgrund hoher Treibstoffkosten einen Verlust. Wie die Fluggesellschaft heute bekannt gab, lag der Nettoverlust im Schlussquartal bei 42,4 Mio. Dollar bzw. 25 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 1,5 Mio. Dollar bzw. 1 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung von Einmalbelastungen lag der Nettoverlust im Berichtsquartal bei 32,0 Mio. Dollar bzw. 19 Cents je Aktie. Analysten waren hingegen im Vorfeld von einem Verlust in Höhe von lediglich 14 Cents je Aktie ausgegangen. Der Konzernumsatz verbesserte sich aufgrund gestiegener Passagierzahlen von 332,78 Mio. Dollar auf 445,99 Mio. Dollar, was einem Plus von 34,0 Prozent entspricht. Analysten hatten zuvor ebenfalls einen Umsatz von 445 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal gehen Marktbeobachter von einem EPS von 2 Cents sowie einem Umsatz von 508 Mio. Dollar aus.

Die Maxtor Corp. (ISIN US5777292054/ WKN 915802) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das Schlussquartal 2005 bekannt. Demnach konnte der Festplattenhersteller, der derzeit vom Konkurrenten Seagate Technology Inc. (ISIN KYG7945J1040/ WKN 164367) übernommen wird, einen rückläufigen Verlust bei rückläufigen Umsätzen verzeichnen Der Nettoverlust belief sich demnach auf 15,7 Mio. Dollar bzw. 6 Cents je Aktie, nach 70,6 Mio. Dollar bzw. 28 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von durchschnittlich 7 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse gingen von 1,03 Mrd. Dollar auf nun 969 Mio. Dollar zurück. Die Analysten hatten zuvor Umsätze von 954,06 Mio. Dollar erwartet. Für das derzeit laufende erste Quartal erwarten die Analysten einen Verlust von durchschnittlich 4 Cents je Aktie bei Umsätzen von 917,04 Mio. Dollar.

Die amerikanische Monster Worldwide Inc. (ISIN US6117421072/ WKN 484840) verbuchte im vierten Quartal aufgrund der starken operativen Entwicklung im Geschäftssegment Advertising & Communications einen Gewinnanstieg. Wie die Muttergesellschaft des Karriereportals Monster.com heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 36,5 Mio. Dollar bzw. 29 Cents je Aktie, nach 24,5 Mio. Dollar bzw. 20 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung nicht weitergeführter Geschäftsaktivitäten verbesserte sich der Gewinn je Aktie von 18 Cents je Aktie auf 28 Cents je Aktie. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 230,1 Mio. Dollar auf 327,4 Mio. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 28 Cents sowie einen Umsatz von 263 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 27 Cents sowie einem Umsatz von 279 Mio. Dollar.

Wie die Burger King Holdings Inc. am heute bekannt gab, plant sie erstmals in der 52-jährigen Geschichte der Schnellrestaurant-Kette einen Börsengang. Um besser mit den Fast-Food-Ketten McDonald's Corp. (ISIN US5801351017/ WKN 856958) und Wendy's International Inc. (ISIN US9505901093/ WKN 865054) konkurrieren zu können, will die Muttergesellschaft von Burger King daher Ende Februar oder Anfang März dieses Jahres ein IPO starten. Dies teilte Chairman und CEO Greg Brenneman mit. Brenneman zufolge hat man schon immer das Ziel verfolgt, Burger King an die Börsen zu bringen. Man sei zudem der Ansicht, dass sowohl Mitarbeiter als auch Franchise-Nehmer in Zukunft von der Transparenz und der Stabilität in der Eigentümerstruktur eines börsennotierten Unternehmens profitieren werden.

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