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Wall Street: Gut behauptet - Boeing, UPS und General Dynamics gesucht, Yahoo schwächer
Die Berichtssaison ist inzwischen auf Hochtouren gekommen. Die Aktie von Boeing gewinnt im frühen Handel 1,6 Prozent. Der Flugzeughersteller hat im abgelaufenen Quartal trotz enttäuschender Umsätze deutlich mehr als von Analysten erwartet verdient. Anteilsscheine von UPS legen ein knappes Prozent zu. Wie auch erwartet wies der Paketdienst für das erste Quartal einen operativen Gewinnrückgang aus.
Im Technologiesektor geben Papiere des Internet-Konzerns Yahoo trotz überzeugender Ergebnisse knapp 2 Prozent ab. Belastend wirkt hier insbesondere eine Abstufung der Credit Suisse von "outperform" auf "neutral". Titel des Anleiheversicherers Ambac trifft es mit einem satten Minus von 27 Prozent noch wesentlich härter. Der Finanzkonzern hat im ersten Quartal aufgrund hoher Sonderbelastungen einen Milliardenverlust verbucht und die Erwartungen massiv verfehlt.
Besser läuft es für Anteilsscheine des Rüstungskonzerns General Dynamics mit einem Aufschlag von knapp 4 Prozent. Das Unternehmen verzeichnete im abgelaufenen Vierteljahr dank verbesserter Margen und höherer Umsatzerlöse einen überraschend deutlichen Ergebnisanstieg. Ebenfalls nach der Vorlage von Geschäftszahlen liegen auch Schering-Plough und Philip Morris mit spürbaren Zuwächsen im Handel.
Unternehmensmeldungen:
Der US-Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) verbuchte im ersten Quartal dank höherer Absatzzahlen bei Passagierflugzeugen einen deutlichen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum leicht über dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten hier allerdings einen stärkeren Anstieg erwartet. Der Nettogewinn kletterte unerwartet deutlich um 38 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Boeing nach wie vor ein EPS im Bereich von 5,70 bis 5,85 Dollar. Die Markterwartungen für das laufende Geschäftsjahr liegen bei einem EPS von 5,93 Dollar.
Der US-Paketdienst United Parcel Service (UPS) (ISIN US9113121068/ WKN 929198) wies für das erste Quartal wie erwartet einen operativen Gewinnrückgang aus. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Nettogewinn um 7 Prozent. Vor Einmaleffekten hatte der Konzern im Vorjahresquartal einen höheren Gewinn ausgewiesen. Der Gesamtumsatz kletterte um 6,5 Prozent. Wesentlichen Anteil an dem operativen Ergebnisrückgang hatte vor allem die anhaltende Schwäche auf dem US-Heimatmarkt.
Die Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2008 veröffentlicht. Wie der US-Internetkonzern erklärte, stiegen Umsatz und Gewinn unerwartet deutlich. Der Nettogewinn konnte annähernd vervierfacht werden. Bereinigt um Einmaleffekte wie das Alibaba-IPO erzielte Yahoo! ein EPS über den Erwartungen der Analysten. Die Brutto-Umsatzerlöse stiegen um 9 Prozent.
Die WellPoint Inc. (ISIN US94973V1070/ WKN A0DNLY), der nach Mitgliederzahlen größte Krankenversicherer in den USA, meldete heute, dass sie im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste, was auf erhöhte medizinische Kosten zurückzuführen ist. Zudem wurde die Jahresprognose gesenkt. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei verfehlt. Der operative Umsatz verbesserte sich im Berichtszeitraum um 3,5 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr wurde die EPS-Prognose von 5,76 bis 6,01 Dollar auf 5,42 bis 5,67 Dollar nach unten korrigiert. Analysten sehen den Gewinn pro Aktie hier aktuell bei 5,73 Dollar.
Der US-Anleiheversicherer Ambac Financial Group Inc. (ISIN US0231391089/ WKN 882277) gab heute bekannt, dass er im ersten Quartal einen Milliardenverlust verbuchen musste, was auf Sonderbelastungen in Höhe von 3,06 Mrd. Dollar vor Steuern in Zusammenhang mit der Kreditkrise zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 1,66 Mrd. Dollar, gegenüber einem Gewinn im Vorjahr. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei deutlich verfehlt.
Der US-Rüstungskonzern General Dynamics Corp. (ISIN US3695501086/ WKN 851143) verbuchte im ersten Quartal dank verbesserter Margen und höherer Umsatzerlöse einen deutlichen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Nettogewinn im Berichtszeitraum unerwartet kräftig um 30 Prozent. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 11 Prozent. Wie der Konzern weiter ausführte, hatte man im Berichtszeitraum in den Kerngeschäftsfeldern Rüstung, Marine und Luftfahrt in Folge gestiegener Nachfrage deutliche Zuwachsraten zu verzeichnen. Die Geschäftsfelder Informationssysteme und -technologie entwickelten sich hingegen im Vorjahresvergleich nahezu unverändert.
Der US-Pharmakonzern Schering-Plough Corp. (ISIN US8066051017/ WKN 850469) gab heute bekannt, dass er im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen musste, was auf Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Organon BioSciences-Übernahme zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis konnte das Ergebnis jedoch die Erwartungen der Analysten schlagen. Der Umsatz erhöhte sich kräftig.
Der US-Zigarettenhersteller Philip Morris International Inc. (ISIN US7181721090/ WKN A0NDBJ) meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Quartal um 29 Prozent gestiegen ist. Zudem wurde die Jahresprognose nach oben korrigiert. Der Nettogewinn lag dabei deutlich über den Prognosen des Marktes. Der Umsatz erhöhte sich um 17,6 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 3,18 bis 3,24 Dollar (zuvor: 3,11 bis 3,17 Dollar). Die durchschnittliche Markterwartung liegt hier bei 3,19 Dollar. (23.04.2008/ac/n/m)
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