27.04.2007 16:00
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Wall Street: Kaum verändert, BIP-Wachstum enttäuscht, Microsoft und Goodyear legen deutlich zu

New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street ist mit gemischten Vorzeichen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow Jones verliert kurz nach Handelsstart 0,04 Prozent und steht aktuell bei 13.099,97 Punkten. Der S&P 500 verliert daneben 0,13 Prozent auf 1.492,26 Zähler, der NASDAQ Composite wiederum gewinnt 0,04 Prozent auf 2.555,58 Punkte hinzu.

Das Handelsministerium legte heute seine erste Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung für das Schlussquartal 2006 vor. Demnach hat sich das Wachstumstempo der Wirtschaftsleistung deutlich verlangsamt. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,3 Prozent, das ist das schwächste Plus seit vier Jahren. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum ein BIP-Wachstum von 1,8 Prozent erwartet. Gleichzeitig präsentierte das Arbeitsministerium einen leicht verlangsamten Anstieg der Arbeitskosten im ersten Quartal 2007. Gegenüber dem Vorquartal erhöhte sich der entsprechende Index in den USA nur um 0,8 Prozent. Volkswirte waren durchschnittlich von einer erneuten Kostensteigerung um 0,9 Prozent ausgegangen.

Im Technologiesegment steht die Aktie von Microsoft im Fokus. Der weltgrößte Softwarekonzern profitierte in den vergangenen drei Monaten vom Erfolg des neuen Betriebssystems Vista und verzeichnete einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg. Gleichzeitig wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. In der Folge gewinnt der Titel aktuell fast 5 Prozent. Papiere von Ingram Micro, dem weltgrößten Großhändler für Produkte der Informationstechnologie, legen leicht zu. Der Konzern verzeichnete im abgelaufenen Quartal aufgrund einer Sonderbelastung einen Gewinnrückgang. Sirius Satellite und XM Satellite profitieren von positiven Analystenstimmen und gewinnen beide mehr als 2 Prozent.

Im Ölsektor geben Papiere von Chevron leicht ab. Der zweitgrößte US-Ölkonzern konnte seinen Gewinn im ersten Quartal wegen eines Einmalertrages um 18 Prozent steigern. Die Prognosen der Analysten wurden ebenfalls geschlagen. Rote Vorzeichen prägen das Bild außerdem bei General Motors. Laut einem Pressebericht hat der Automobilkonzern die Entwicklungsarbeiten in zwei US-Werken ausgesetzt, nachdem Gespräche zwischen Gewerkschaft und Management bezüglich Kostensenkungen gescheitert waren.

Dagegen befinden sich Aktien von Cummins auf der Überholspur, aktuell geht es hier um knapp 10 Prozent in Richtung Norden. Der Dieselmotorenhersteller gewährte heute einen Blick in seine Bücher und konnte dabei positiv überraschen. Zudem hob der Konzern seinen Ausblick an. Ein sattes Kursplus von über 5 Prozent ist außerdem bei Goodyear auszumachen. Der größte US-Reifenhersteller hat im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet. Im laufenden Geschäft wurde vor Einmaleffekten allerdings ein Gewinn erzielt, während Analysten ein negatives Ergebnis erwartet hatten.

Die Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) veröffentlichte heute nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2006/07. Wegen des Erfolgs des neuen Betriebssystems Vista konnte der weltgrößte Softwarekonzern einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen und damit die Erwartungen des Marktes schlagen. Das Nettoergebnis belief sich auf 4,93 Mrd. Dollar bzw. 50 Cents je Aktie, nach 2,98 Mrd. Dollar bzw. 29 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr von 10,9 Mrd. Dollar auf 14,4 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld Erlöse in Höhe von 13,89 Mrd. Dollar und ein Ergebnis von 46 Cents je Aktie prognostiziert. Für das laufende vierte Fiskalquartal 2006/07 gehen die Analysten derzeit von einem Gewinn von 40 Cents je Aktie und Erlösen in Höhe von 13,31 Mrd. Dollar aus.

Der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron Corp. (ISIN US1667641005/ WKN 852552) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im ersten Quartal um 18 Prozent steigern konnte, was mit einem Einmalertrag aus dem Verkauf einer Raffinerie zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 4,72 Mrd. Dollar bzw. 2,18 Dollar pro Aktie, nach 4 Mrd. Dollar bzw. 1,80 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Ohne den Einmalertrag lag der Gewinn bei 1,86 Dollar pro Aktie. Der Gesamtumsatz des Konzerns fiel von 54,62 Mrd. Dollar im Vorjahr auf 48,23 Mrd. Dollar im Berichtszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,67 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 45,00 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 1,98 Dollar bei Erlösen von 50,43 Mrd. Dollar.

Die Eastman Chemical Co. (ISIN US2774321002/ WKN 889082), der zweitgrößte Chemiekonzern in den USA, meldete am Donnerstag nach Börsenschluss, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um 27 Prozent gesunken ist, was mit hohen Rohstoffkosten und Energiekosten sowie einem schwächeren Ergebnis im Bereich Performance Polymers zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 77 Mio. Dollar bzw. 91 Cents pro Aktie, nach 105 Mio. Dollar bzw. 1,27 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Vor Sonderbelastungen lag der Gewinn bei 1,19 Dollar (Vorjahr: 1,36 Dollar) pro Aktie. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum um 8 Prozent auf knapp 1,8 Mrd. Dollar zurück. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,01 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 1,71 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 1,31 Dollar bei Erlösen von 1,89 Mrd. Dollar.

Der größte US-Reifenhersteller Goodyear Tire & Rubber Co. (ISIN US3825501014/ WKN 851204) gab heute bekannt, dass im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was auf eine Reihe von Sonderbelastungen und schwächere Nordamerika-Umsätze zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 174 Mio. Dollar bzw. 96 Cents pro Aktie, nach einem Nettogewinn von 74 Mio. Dollar bzw. 37 Cents pro Aktie im Vorjahr. Aus dem laufenden Geschäft wurde vor Einmaleffekten ein Gewinn von 11 Cents pro Aktie erzielt. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg um 0,8 Prozent auf rund 4,5 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 2 Cents pro Aktie ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 42 Cents. Darüber hinaus plant der Konzern einen mehrjährigen Restrukturierungsplan und rechnet nun mit annualisierten Kosteneinsparungen in Höhe von 1,8 bis 2,0 Mrd. Dollar, nach ursprünglich erwarteten Einsparungen in Höhe von mindestens 1,0 Mrd. Dollar. Zudem sollen die Produktionskapazitäten für hochpreisige Reifen in den nächsten fünf Jahren um 40 Prozent gesteigert werden, während die Kapazitäten für Niedrig-Preis-Reifen im gleichen Zeitraum um ein Drittel zulegen sollen.

Die amerikanische Ingram Micro Inc. (ISIN US4571531049/ WKN 903027), der weltgrößte Großhändler für Produkte der Informationstechnologie, meldete am Donnerstag nach Börsenschluss, dass sein Gewinn im ersten Quartal deutlich gesunken ist, was mit einer Sonderbelastung zusammenhängt. Der Nettogewinn erreichte 37 Mio. Dollar bzw. 21 Cents pro Aktie, im Vergleich zu 61,7 Mio. Dollar bzw. 36 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 38 Cents pro Aktie. Der Umsatz nahm um 9 Prozent auf 8,25 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 39 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 8,21 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS-Ergebnis von 36 Cents bei Erlösen von 7,95 Mrd. Dollar in Aussicht.

Der amerikanische Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) hat die Entwicklungsarbeiten in zwei US-Werken ausgesetzt, nachdem Gespräche zwischen Gewerkschaft und Management bezüglich Kostensenkungen gescheitert waren. Dies berichtet das "Wall Street Journal" heute in seiner Online-Ausgabe. Der Zeitung zufolge haben Führer der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) die Gespräche über Kostensenkungen in den Werken in Fairfax (Kansas) und Lordstown (Ohio) nach Meinungsverschiedenheiten mit der Konzernspitze für beendet erklärt. Daraufhin habe GM der UAW mitgeteilt, dass man entschieden habe, die Arbeiten bezüglich zweier Programme zur Entwicklung von neuen Fahrzeugen auszusetzen.

Die amerikanische Fast Food-Kette Burger King Holdings Inc. (ISIN US1212082010/ WKN A0JL4A) verbuchte im dritten Quartal aufgrund der Einführung neuer Produkte und Angebote einen Gewinn, nach einem Verlust im Vorjahr. Wie die weltweit zweitgrößte Schnellrestaurantkette heute erklärte, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 34 Mio. Dollar bzw. 25 Cents je Aktie, nach -12 Mio. Dollar bzw. -11 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse kletterten im Vorjahresvergleich von 495 Mio. Dollar auf 539 Mio. Dollar, was einem Plus von 9 Prozent entspricht. Analysten hatten zuvor ein EPS von 22 Cents sowie einen Umsatz von 535 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die durchschnittlichen Markterwartungen bei einem EPS von 27 Cents sowie einem Umsatz von 569 Mio. Dollar. (27.04.2007/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Microsoft 16,7 +1,2%
Chevron 63,5 +2,1%
Eastman Chemical Company 42,0 +0,2%
Goodyear TireRubber 11,3 -0,1%
Ingram Micro 10,7 +0,5%
General Motors 6,7 +1,8%
Burger King 16,2 +0,6%
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