15.12.2006 16:03
Drucken |

Schrift:

Wall Street: Konjunkturdaten beflügeln, Adobe Systems und Ford ziehen an, Black & Decker unter Druck

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen sind freundlich in den Handel gestartet. Der Dow Jones, der am Vorabend einen neuen Rekordschlussstand markiert hat, gewinnt momentan 0,27 Prozent und notiert bei 12.450,57 Punkten. Der S&P 500 steigt um 0,16 Prozent auf 1.427,78 Zähler und der NASDAQ Composite um 0,42 Prozent auf 2.464,26 Indexpunkte.

Vorbörslich standen zahlreiche Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Unter anderem präsentierte die Federal Reserve Bank für November 2006 unerwartet einen leichten Anstieg der Industrieproduktion, während das Arbeitsministerium für November eine Stabilisierung bei den Verbraucherpreisen veröffentlichte. Volkswirte hatten hingegen mit einer Preissteigerung von 0,2 Prozent gerechnet. Ferner ermittelte das Ministerium einen leichten preis- und saisonbereinigten Zuwachs beim Realeinkommen.

Im Technologiesektor preschen Anteilsscheine von Adobe Systems um knapp 5 Prozent nach oben. Der Software-Hersteller hat im vierten Quartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen und die Erwartungen übertreffen bzw. zumindest treffen können. Dagegen leiden Oracle-Aktien unter einer Abstufung durch First Albany und fallen um 0,9 Prozent zurück. Titel des Computerherstellers Apple, der die Einreichung seines Jahresberichts bei der US-Börsenaufsicht SEC verschieben muss, tendieren ebenfalls schwächer.

Anteilsscheine des Automobilherstellers Ford befinden sich hingegen auf der Einkaufliste der Börsianer und rücken um über 1 Prozent vor. Die Anteilseigner honorieren damit Veränderungen im Management, die der Konzern am Vorabend bekannt gegeben hat. Weniger rund verläuft es dagegen für Black & Decker. Der Werkzeughersteller hat heute seine Ergebnisprognose nach unten korrigiert, die Aktie wird aktuell mit einem Abschlag von 6 Prozent abgestraft. Papiere des Maschinenbaukonzerns Illinois Tool Works, der seine Ergebnisprognose für das vierte Quartal nach unten revidiert hat, geben über 3 Prozent ab.

Die amerikanische Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391), der zweitgrößte Automobilhersteller in den USA, gab am Donnerstag bekannt, dass sie Veränderungen im Management vorgenommen hat, um die Fahrzeugentwicklung zu verbessern und CEO Alan Mulally näher an die Kernaktivitäten zu bringen. Demnach wurde mit dem Global Product Development Chief ein neuer Posten geschaffen. Derrick Kuzak (55), bisher Group Vice President für Produktentwicklung in der Americas-Region, wird diese neue Funktion übernehmen und direkt an Mulally berichten. Kuzak wird dabei weiterhin die Produktentwicklung in Americas leiten. Zudem werden künftig drei Business Unit Chiefs (bisher einer) direkt an Mulally berichten, darunter Mark Fields (45), zuständig für die Americas-Region, Lewis Booth (58), verantwortlich für Europa und die Ford-Luxusmarken (Premier Automotive Group), sowie John Parker (58), zuständig für die Regionen Asien/Pazifik und Afrika sowie für Mazda. Bisher haben Booth und Parker an Mark Schulz, President der internationalen Aktivitäten, berichtet. Die Maßnahmen sind Teil der Strategie von Mulally, den Fokus stärker auf das weltweite Geschäft zu legen. Der ehemalige Boeing-Manager hatte das Amt des CEO vor zwei Monaten von Chairman Bill Ford übernommen.

Der US-Computerhersteller Apple Computer Inc. (ISIN US0378331005/ WKN 865985) meldete heute, dass er die Einreichung seines Jahresberichts bei der US-Börsenaufsicht SEC verschieben muss, was mit der anhaltenden Untersuchung hinsichtlich seiner Aktienoptionspraktiken zusammenhängt. Demnach kann der Konzern seinen Bericht für das zum 30. September 2006 abgelaufene Geschäftsjahr nicht fristgerecht zum 14. Dezember einreichen. Es wird aus heutiger Sicht davon ausgegangen, dass der Jahresabschluss in einem Monat vorgelegt werden kann. Der iPod- und Macintosh-Hersteller hatte im Juni mitgeteilt, dass ihm Fehler bei der Verbuchung vergebener Aktienoptionen unterlaufen sind. Demnach hat eine interne Untersuchung Bilanzierungsunregelmäßigkeiten für die Jahre 1997 bis 2002 aufgedeckt.

Die Adobe Systems Inc. (ISIN US00724F1012/ WKN 871981) meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2005/06. Dabei konnte der amerikanische Software-Hersteller einen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen und die Erwartungen übertreffen bzw. zumindest treffen. Der Nettogewinn belief sich auf 181,86 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie, nach 156,25 Mio. Dollar bzw. 31 Cents je Aktie im Vorjahr. Das unterschiedliche EPS resultiert dabei aus einer veränderten Anzahl an Aktien. Das bereinigte EPS beläuft sich auf 33 Cents. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 33 Cents je Aktie ausgegangen. Der Umsatz kletterte von 510,4 Mio. Dollar auf 682,2 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 670,8 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende erste Fiskalquartal 2006/07 erwartet Adobe ein EPS von 17 bis 20 Cents bzw. 28 bis 30 Cents auf Pro-Forma-Basis. Die Umsatzerlöse werden bei 640 bis 670 Mio. Dollar gesehen. Dagegen prognostizieren die Analysten ein EPS von 31 Cents bei Umsatzerlösen von 651,95 Mio. Dollar.

Der US-Werkzeughersteller Black & Decker Corp. (ISIN US0917971006/ WKN 855120) hat heute seine Ergebnisprognose nach unten korrigiert. Wie der Konzern erklärte, geht man nunmehr für das vierte Quartal von einem EPS im Bereich von 1,30 bis 1,35 Dollar aus, während man für das Gesamtjahr nunmehr einen Gewinn von 6,50 Dollar je Anteilsschein in Aussicht stellt. Des Weiteren erwartet der Konzern im Schlussquartal einen Umsatzrückgang von rund 8 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode. Als Ursache für die Gewinnwarnung nannte Black & Decker insbesondere die rückläufige Nachfrageentwicklung auf dem US-Heimatmarkt. Analysten gehen für das laufende vierte Quartal von einem EPS von 1,86 Dollar sowie einem Umsatz von 1,76 Mrd. Dollar aus. Für das Gesamtjahr liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 7,01 Dollar sowie einem Umsatz von 6,58 Mrd. Dollar.

Der amerikanische Maschinenbaukonzern Illinois Tool Works Inc. (ISIN US4523081093/ WKN 861219) hat seine Ergebnisprognose für das vierte Quartal nach unten revidiert. Wie der Konzern heute erklärte, geht man nunmehr für das Schlussquartal von einem EPS von 72 bis 74 Cents aus, nachdem man zuvor einen Gewinn von 77 bis 81 Cents je Aktie in Aussicht gestellt hatte. Für das Gesamtjahr erwartet Illinois Tool nunmehr einen Gewinn im Bereich von 2,96 bis 2,98 Dollar je Aktie, nach zuvor 3,01 bis 3,05 Dollar je Anteilsschein. Beim Umsatz erwartet der Konzern im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg von 1,8 bis 2,4 Prozent, nachdem man ursprünglich von einem Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von 3,1 bis 5,1 Prozent ausgegangen war. Für das Gesamtjahr wurde die Umsatzprognose von einem ursprünglich erwarteten Zuwachs von 4,0 bis 4,6 Prozent auf ein Plus von 3,7 bis 3,8 Prozent nach unten revidiert. Begründet wurde die Revision der Ergebnisprognosen mit der schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfragenetwicklung auf den Kernabsatzmärkten in Nordamerika. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 0,78 Dollar sowie einem Umsatz von 3,63 Mrd. Dollar aus. Für das Gesamtjahr liegen die durchschnittlichen Ergebnisprognosen der Marktbeobachter bei einem EPS von 3,02 Dollar sowie einem Umsatz von 14,04 Mrd. Dollar.

Die Burger King Holdings Inc. (ISIN US1212082010/ WKN A0JL4A), die weltweit zweitgrößte Hamburger-Kette, meldete heute, dass sie Rechte für die Entwicklung von Restaurants in Japan vergeben hat. Im Rahmen der Internationalisierung des Konzerns kann damit in Tokio im ersten Halbjahr 2007 ein erstes Restaurant eröffnet werden. Die entsprechenden Rechte wurden an die Burger King Japan Co. Ltd. vergeben, ein Joint Venture der Lotte Co. Ltd. und der Revamp Corp., beides japanische Partnerunternehmen. Derzeit gibt es mehr als 11.000 Burger King-Restaurants in den USA und 65 weiteren Ländern. Dabei besitzen und betreiben unabhängige Franchise-Nehmer rund 90 Prozent dieser Restaurants. (15.12.2006/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Ford Motor 3,2 +6,6%
Apple 114,5 +2,3%
Adobe Systems 25,3 +0,8%
BlackDecker 37,0 +5,1%
Illinois Tool Works 30,1 +1,8%
Burger King 17,0 +7,7%
Immer mehr Staus auf Autobahnen: Wofür plädieren Sie?
Mehr Autobahnen bauen
Überholverbot für LKW
Preis für Bahnfahrkarten senken
Mineralölsteuer erhöhen
PKW-Maut erheben




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige