Wall Street Schluss: Indizes holen Verluste wieder auf, Verbrauchervertrauen belastet
Für die zwischenzeitlichen Verluste waren die sehr gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten verantwortlich. Unerwartet positiv fielen die Daten vom Immobilienmarkt aus. So stieg die Zahl der Wohnbaubeginne im April im Vormonatsvergleich deutlich um 8,2 Prozent auf 1,032 Millionen, während Volkswirte nur einen Wert von 940.000 erwartet hatten. Zudem legte auch die Zahl der Baugenehmigungen überraschend deutlich zu. Schlechter als erwartet war dagegen das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan. Der Gesamtindex des Verbrauchervertrauens verringerte sich im Mai auf 59,5 Punkte und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 28 Jahren. Volkswirte hatten im Vorfeld lediglich einen Rückgang auf 62,0 Punkte prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index revidiert bei 62,6 Punkten gelegen.
Anteilscheine von General Electric gaben um knapp 1 Prozent nach. Der Mischkonzern gab zuvor bekannt, dass er beabsichtigt, sich von seiner Haushaltsgeräte-Sparte zu trennen. Den Angaben zufolge wird man eine strategische Überprüfung starten, die dann einen vollständigen Verkauf, eine strategische Partnerschaft oder einen Spin-Off an die Aktionäre zur Folge haben wird. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge könnte GE mit einem Verkauf der Sparte zwischen 5 und 8 Mrd. Dollar erlösen.
Lockheed Martin schlossen kaum verändert. Der Rüstungskonzern hat einen milliardenschweren Auftrag zum Bau von Navigationssatelliten für das US-Militär gewonnen und damit seinen Konkurrenten Boeing ausgestochen. Lockheed wird die ersten Satelliten für das neue Global Positioning System liefern, das unter GPS III bekannt ist. Das Auftragsvolumen für die ersten GPS III Satelliten, die Nutzern weltweit eine erhöhte Genauigkeit bieten sollen, liegt bei bis zu 3,6 Mrd. Dollar.
Um rund 3 Prozent verbesserten sich Papiere von ConocoPhillips. Einem Pressebericht zufolge plant der drittgrößte US-Ölkonzern gemeinsam mit der staatlichen saudi-arabischen Ölgesellschaft Saudi Aramco den Bau einer riesigen Raffinerie in Saudi-Arabien, die im Jahr 2013 in Produktion gehen soll.
Über 2 Prozent gewannen Aktien von Devon Energy. Die Ratingagentur Fitch hatte zuvor ihre Einschätzung für den amerikanischen Energiekonzern von BBB auf BBB+ angehoben. Als Begründung für die Heraufstufung gab die Ratingagentur das stabile Kreditprofil und die zu erwartende Schuldenreduzierung im laufenden Jahr an. Außerdem hob Fitch den Ausblick für Devon Energy auf stabil an.
Verluste von 2 Prozent verbuchten dagegen Papiere von Lehman Brothers. Wie der amerikanische Wirtschaftssender CNBC berichtete, wird die Investmentbank bereits am kommenden Montag mit den geplanten Entlassungen beginnen. Das Unternehmen hatte vor einiger Zeit angekündigt, man werde rund 1.400 Mitarbeiter oder ungefähr 5 Prozent der Belegschaft entlassen.
Papiere von Kohl´s verloren nach Zahlen knapp 3 Prozent. Der US-Einzelhändler meldete für das erste Fiskalquartal 2008/09 einen Rückgang des Nettogewinns um 27 Prozent, übertraf dabei aber die Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum leicht. Enttäuschend fiel jedoch der Ausblick aus: Für das laufende zweite Fiskalquartal erwartet Kohl´s einen Gewinn pro Aktie von 70 bis 74 Cents. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem EPS von 2,95 bis 3,15 Dollar, während die Analysten das EPS bei 3,11 Dollar sehen.
Titel von Advance Auto Parts machten einen kräftigen Kurssprung um 12 Prozent. Die Anleger honorierten damit die unerwartet guten Ergebnisse des zweitgrößten US-Autoteile-Händlers. Der Nettogewinn kletterte im ersten Quartal um 8 Prozent und damit deutlicher als erwartet. Der Umsatz legte ebenfalls leicht zu.
Über den Erwartungen lagen auch die Ergebnisse von Autodesk. Im ersten Fiskalquartal 2008/09 steigerte der Hersteller der Design-Software AutoCAD den Nettogewinn um 14 Prozent. Der Umsatz des Konzerns verbesserte sich um 18 Prozent. Die Aktie gab dennoch leicht nach. (16.05.2008/ac/n/m)
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