14.12.2007 22:17
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Wall Street-Schluss: Kräftige Abschläge, Konjunkturdaten im Fokus

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen gingen am Freitag mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel. Neben schwach ausgefallenen Konjunkturdaten standen zum Wochenausklang vor allem die anhaltenden Sorgen um die Finanzmarktkrise im Fokus.

So verzeichneten die US-Verbraucherpreise im November 2007 einen schnelleren Anstieg. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöhten sich die Preise binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent, während sie schon im Oktober nur um 0,3 Prozent zugelegt hatten. Volkswirte hatten mit einer Preissteigerung von 0,6 Prozent gerechnet. Indes ermittelte die Fed für November 2007 einen leichten Anstieg der US-Industrieproduktion. So wuchs der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, wogegen er im Oktober um 0,5 Prozent geschrumpft war. Volkswirte hatten im Vorfeld ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig erhöhte sich die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 81,5 Prozent, während die Prognose auf 81,7 Prozent lautete. Schließlich wies das Realeinkommen in den USA im November 2007 erneut einen preis- und saisonbereinigten Rückgang aus.

Am Ende schloss der Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 1,32 Prozent bei 13.339,85 Zählern. Der S&P 500 gab um 1,37 Prozent auf 1.467,95 Zähler nach. Der NASDAQ Composite wiederum schloss 1,23 Prozent leichter und ging bei 2.635,74 Punkten aus dem Handel.

Auf der Unternehmensseite standen keine wichtigen Quartalszahlen an. Bereits gestern hat der Software-Hersteller Novell mitgeteilt, dass er zwar den Umsatz gesteigert, jedoch einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet hat. Allerdings waren die Erwartungen auf bereinigter Basis übertroffen worden. In der Folge notierte die Aktie ein halbes Prozent fester.

Die Citigroup wird 49 Mrd. Dollar aus so genannten strukturierten Investmentvehikeln (SIVs) in die Bilanz aufnehmen. Geplant war ein solcher Schritt zuvor nicht. Die größte US-Bankgesellschaft wurde daraufhin von der Rating-Agentur Moody's abgestuft. Die Aktie verlor am Ende rund ein Prozent.

Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern ist die US-Kreditmarktkrise für die Investmentbank Goldman Sachs offenbar ein seltener Glücksfall. Nach Angaben des "Wall Street Journal" hat Goldman Sachs frühzeitig auf den Einbruch der Wertpapiere auf Basis riskanter Hypotheken gesetzt und so rund 4 Mrd. Dollar verdient. Die Verluste der Investmentbank in Zusammenhang mit der Krise bezifferte das Blatt lediglich auf 1,5 bis 2 Mrd. Dollar. Die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr zum 30. September werden am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Analysten erwarten laut dem Artikel einen Rekord-Nettogewinn von mehr als 11 Mrd. Dollar. In der Folge konnte die Aktie über ein Prozent zulegen.

Die Investmentbank Morgan Stanley nimmt nach den durch die US-Kreditkrise verursachten Verlusten weitere Veränderungen im Management vor. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, werden Richard Portogallo und Jerome Wood gemeinsam die Verantwortung für den Bereich Sales Operations des Finanzkonzerns übernehmen. Die Meldung wurde am Markt positiv aufgenommen, die Aktie gewann leicht hinzu.

Der Werkzeughersteller Black & Decker teilte heute mit, dass schlechter als geplante Geschäftsbedingungen und eine erwartete Rückrufaktion die Ergebnisse im laufenden Quartal und im gesamten Geschäftsjahr beeinträchtigen werden. Die Aktie verlor dadurch fast 9 Prozent.

Die Biotechnologiefirma BioMarin Pharmaceutical hat von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) eine Marktzulassung für Kuvan erhalten. Dabei hat die FDA das Medikament zur Behandlung der Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU) zugelassen. Die Aktie sprang um mehr als 22 Prozent nach vorne. (14.12.2007/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Novell 3,9 +0,0%
BlackDecker 37,7 +2,1%
Biomarin Pharmaceutical 19,7 -0,4%
Morgan Stanley 24,5 -2,8%
Goldman Sachs Group 118,6 -0,3%
Citigroup 12,5 -7,4%
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