29.06.2006 22:19
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Wall Street-Schluss: Märkte haussieren nach Zinsentscheid

Westerburg, 29. Juni 2006 (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen konnten am Donnerstag infolge der heutigen Zinserhöhung mit kräftigen Aufschlägen aus dem Handel gehen. Zuvor hatte die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent erhöht. Damit setzte der Offenmarktausschuss FOMC seine bisherige Zinspolitik weiter fort - bereits zum 17. Mal in Folge wurden die Zinsen erhöht. Volkswirte hatten im Vorfeld die Erhöhung um 25 Basispunkte erwartet. In besonderem Maße zogen Hinweise auf die künftige Zinspolitik das Interesse der Anleger auf sich. So werden weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen. Dennoch erwartet die Fed, dass die wirtschaftliche Entwicklung den Inflationsdruck begrenzen wird.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Ende mit einem Plus von 1,98 Prozent bei 11.190,80 Zählern, während der S&P 500 2,16 Prozent auf 1.272,87 Zähler zulegte. Der NASDAQ Composite ging mit einem Plus von 2,96 Prozent auf 2.174,38 Punkte aus dem Handel.

Einen drastischen Einbruch von knapp 7 Prozent erlitten Papiere des Linux-Anbieters Red Hat, der am Vorabend Ergebnisse veröffentlichte, die deutlich unter den Prognosen der Analysten lagen. So konnte der Nettogewinn dabei von 12,4 Mio. Dollar bzw. 7 Cents je Aktie auf 13,8 Mio. Dollar bzw. 7 Cents je Aktie gesteigert werden, während die Analysten im Vorfeld einen Gewinn von 9 Cents je Aktie erwartet hatten.

Daneben bröckelten Aktien von Micron Technology um annähernd 5 Prozent ab. Zwar erzielte der Chip-Hersteller im abgelaufenen Quartal wieder einen Gewinn und konnte zudem die Gewinnerwartungen schlagen, der Umsatz enttäuschte hingegen. Der Nettogewinn belief sich dabei auf 89 Mio. Dollar bzw. 12 Cents pro Aktie, nach einem Verlust von 128 Mio. Dollar bzw. 20 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 1,05 Mrd. Dollar auf 1,3 Mrd. Dollar.

Rote Vorzeichen prägten das Bild außerdem bei Anteilsscheinen des kanadischen Grafikchip-Herstellers ATI Technologies. Dieser erreichte im vergangenen Quartal ebenfalls wieder die Gewinnzone, leistete sich aber ebenfalls einen Patzer bei den Umsatzerlösen, zudem enttäuschte der Ausblick. Bis zum Abend fiel die Aktie um über 12 Prozent.

Dagegen tendierten Monsanto-Papiere nach Zahlen fast 8 Prozent fester. Der Agrarkonzern verzeichnete im dritten Quartal einen drastischen Gewinnanstieg, der höher als erwartet ausfiel. Angesichts eines starken Geschäft mit Mais- und Soja-Saatgut in den USA belief sich der Nettogewinn auf 334 Mio. Dollar bzw. 1,21 Dollar pro Aktie, gegenüber 47 Mio. Dollar bzw. 17 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum von 2,04 Mrd. Dollar auf 2,35 Mrd. Dollar.

Der Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) geht für das zweite Quartal von hohen Einmalbelastungen aus. Wie der Konzern heute erklärte, wird es im Rahmen von Verzögerungen beim Aufbau eines Luftüberwachungsprogramms für Australien und die Türkei (Airborne Early Warning & Control, AEW&C) zu Einmalbelastungen zwischen 300 und 650 Mio. Dollar kommen. Des Weiteren erwartet Boeing im Rahmen eines vorläufigen Vergleichs mit dem US-Justizministerium Sonderbelastungen in Höhe von 615 Mio. Dollar. Boeing hatte sich zuvor wegen des Vorwurfs der unerlaubten Vorteilsnahme in Verbindung mit Regierungsaufträgen durch die Beschäftigung eines ehemaligen Mitglieds der U.S. Air Force zu verantworten und hatte sich Mitte Mai auf einen vorläufigen Vergleich geeinigt.

Die Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391), der zweitgrößte Automobilhersteller in den USA, sieht sich bei der Umsetzung ihres Turnaround-Plans mit stärker als erwarteten Widerständen konfrontiert, schließt jedoch eine gerichtliche Unterstützung durch einen Antrag auf Gläubigerschutz aus. Dies berichtet das "Wall Street Journal" heute unter Berufung auf CEO Bill Ford. Der Ford-Konzern will im Rahmen seines Restrukturierungsplans "Way Forward" bis 2012 insgesamt 14 Werke schließen und sich von bis zu 30.000 Arbeitern trennen, um seine verlustträchtige Nordamerika-Sparte wieder in die Gewinnzone zu bringen. Wie der Ford-Chef weiter mitteilte, ist der Konzern - trotz anders lautender Presseberichte - auch nicht daran interessiert, sich zum Verkauf zu stellen und seine Börsennotierung aufzugeben. Zuvor sei berichtet worden, man habe dies angesichts eines sinkenden Aktienkurses und einer Reihe von Private Equity-Transaktionen in Betracht gezogen.

Die 3Com Corp. (ISIN US8855351040/ WKN 868840) veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2005/06. Dabei konnte der amerikanische Netzwerkausrüster den Verlust reduzieren. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen den Abbau von 250 Arbeitsplätzen und die Schließung von 21 Standorten an. Der Nettoverlust konnte dabei von 58,3 Mio. Dollar bzw. 15 Cents je Aktie auf 15,2 Mio. Dollar bzw. 4 Cents je Aktie verbessert werden. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 4 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen von 176,7 Mio. Dollar auf nun 255,0 Mio. Dollar. Die Analystenerwartungen hatten sich zuvor auf 264,0 Mio. Dollar belaufen. Für das derzeit laufende erste Fiskalquartal 2006/07 erwarten die Analysten einen durchschnittlichen Verlust von 3 Cents je Aktie bei Umsatzerlösen von 328,16 Mio. Dollar.

Der Lebensmittelkonzern General Mills Inc. (ISIN US3703341046/ WKN 853862) meldete heute, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 52 Prozent gesunken ist, was mit Einmalerträgen aus Asset-Verkäufen im Vorjahr zusammenhängt. Die Erwartungen konnten jedoch erfüllt werden. Der Nettogewinn des Herstellers von Cerealien und Fertiggerichten lag demnach bei 222 Mio. Dollar bzw. 61 Cents pro Aktie, gegenüber 460 Mio. Dollar bzw. 1,14 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um fast 5 Prozent auf 2,85 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 61 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,80 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 70 Cents bei Erlösen von 2,74 Mrd. Dollar in Aussicht. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem EPS von 3,03 bis 3,08 Dollar, während die durchschnittliche Marktschätzung hier bei einem Ergebnis von 3,07 Dollar pro Aktie liegt.

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Boeing 32,0 -1,8%
ATI Technologies
Monsanto 57,9 -2,2%
Ford Motor 2,2 +17,5%
Red Hat 6,7 -9,1%
3Com 1,5 -1,3%
General Mills 47,9 -3,3%
Micron Technology 1,7 -12,6%

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