27.07.2006 22:18
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Wall Street-Schluss: Märkte schließen im Minus, Unsicherheit vor BIP-Zahlen

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen gingen am Donnerstag mit Abschlägen aus dem handel. Neben zahlreichen Unternehmensergebnissen standen heute Konjunkturdaten im Fokus der Börsianer. Wie das Handelsministerium mitteilte, stieg die Zahl der Bestellungen langlebiger Güter im Juni um 3,1 Prozent an, während Volkswirte nur einen Zuwachs von 2,3 Prozent bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren erwartet hatten. Daneben präsentierte das Arbeitsministerium einen unerwarteten Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Nachdem lange die guten Nachrichten überwogen, sorgte gegen Abend die Angst vor den morgigen BIP-Zahlen zum zweiten Quartal für negative Impulse.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Ende mit einem Minus von 0,02 Prozent bei 11.100,43 Zählern, während der S&P 500 0,41 Prozent auf 1.263,19 Zähler abgab. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 0,77 Prozent auf 2.054,47 Punkte aus dem Handel.

Papiere des Ölkonzerns Exxon Mobil verteuerten sich um knapp 0,4 Prozent, nachdem das Unternehmen Geschäftszahlen präsentierte. Demnach konnte der Gewinn deutlich gesteigert und die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen werden. So wuchsen die Umsatzerlöse auf 99,03 Mrd. Dollar, nachdem sie im Vorjahresquartal bei 88,57 Mrd. Dollar gelegen hatten. Ferner kletterte der Nettogewinn um 36 Prozent von 7,64 Mrd. Dollar oder 1,20 Dollar im zweiten Quartal 2005 auf nun 10,36 Mrd. Dollar bzw. 1,72 Dollar pro Aktie.

Positiv entwickelten sich außerdem Aktien des Kabelnetzbetreibers Comcast, der im zweiten Quartal einen 7-prozentigen Gewinnanstieg erziel hat und ebenfalls die Erwartungen schlagen konnte. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 460 Mio. Dollar bzw. 22 Cents pro Aktie, nach 430 Mio. Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 11 Prozent auf 6,23 Mrd. Dollar. Bis zum Abend legte der Titel rund 4,8 Prozent zu.

Dagegen enttäuschten die auf den Tisch gelegten Ergebnisse des Chemiekonzerns Dow Chemical, der im vergangenen Quartal aufgrund höherer Energiekosten einen Gewinnrückgang verbuchen musste. So lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 1,02 Mrd. Dollar bzw. 1,05 Dollar je Aktie, nach 1,27 Mrd. Dollar bzw. 1,30 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis des Vorjahres beinhaltet dabei Einmalerträge in Zusammenhang mit Steuerzahlungen für die Repartierung von im Ausland angefallener Gewinne in Höhe von 12 Cents je Aktie sowie negative Einmaleffekte von 2 Cents je Aktie. Infolge der schwachen Zahlen ging es für die Aktie um 10 Prozent abwärts.

Wesentlich härter trifft es aber noch die Papiere des Krankenversicherer Aetna, die trotz wie erwarteter Ergebnisse um fast 17 Prozent einbrachen. Der Nettogewinn lag bei 389,5 Mio. Dollar bzw. 67 Cents pro Aktie, nach 394,9 Mio. Dollar bzw. 65 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten betrug der Gewinn 64 Cents pro Aktie. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 6,25 Mrd. Dollar.

Die US Airways Group Inc. (ISIN US90341W1080/ WKN A0HFWK), die fünftgrößte Fluggesellschaft in den USA, meldete heute, dass sie im zweiten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat. Der Nettogewinn lag bei 305 Mio. Dollar bzw. 3,25 Dollar pro Aktie, nach einem Fehlbetrag von 3 Mio. Dollar bzw. 20 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn pro Aktie bei 3,35 Dollar, gegenüber einem Gewinn von 21 Cents pro Aktie (America West) im Vorjahr. Der Umsatz des Konzerns, der im September 2005 durch die Fusion der Fluglinien America West Airlines und US Airways entstanden ist, nahm von 845 Mio. Dollar (America West) auf 3,19 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,24 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 3,14 Mrd. Dollar ausgegangen. Sie rechnen für das laufende Quartal mit einem EPS von 2,35 Dollar bei Erlösen von 3,10 Mrd. Dollar.

Die Pulte Homes Inc. (ISIN US7458671010/ WKN 854435), das zweitgrößte US-Bauunternehmen für Eigenheime, gab am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 20 Prozent gesunken ist, was auf einen 30-prozentigen Einbruch bei den Aufträgen für neue Eigenheime zurückzuführen ist. Die Jahresprognose wurde vor diesem Hintergrund nach unten korrigiert. Der Nettogewinn belief sich auf 243 Mio. Dollar bzw. 94 Cents pro Aktie, nach 303,7 Mio. Dollar bzw. 1,15 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um 3 Prozent auf 3,36 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 90 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 3,30 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 1,17 Dollar bei Erlösen von 3,71 Mrd. Dollar in Aussicht. Für 2006 rechnet der Konzern nun mit einem EPS von 4,00 bis 4,30 Dollar, nach zuletzt 4,70 bis 5,00 Dollar. Die durchschnittliche Marktschätzung liegt hier bei einem Gewinn von 4,44 Dollar pro Aktie.

Der US-Medizintechnikkonzern Boston Scientific Corp. (ISIN US1011371077/ WKN 884113) verbuchte im zweiten Quartal aufgrund höherer Absatzzahlen bei medizinischen Stents einen Umsatzanstieg, musste jedoch aufgrund der Übernahme des Wettbewerbers Guidant einen Milliardenschweren Verlust ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Konzernumsatz im Berichtszeitraum bei 2,11 Mrd. Dollar, nach 1,62 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust lag aufgrund der Guidant-Übernahme bei 4,26 Mrd. Dollar bzw. 3,21 Dollar je Aktie, nach einem Gewinn von 2,05 Mio. Dollar bzw. 24 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung akquisitionsbedingter Sondereffekte sowie Aufwand in Zusammenhang mit Aktienoptionen für Mitarbeiter lag der Nettogewinn bei 412 Mio. Dollar bzw. 31 Cents je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 17 Cents sowie einen Umsatz von 2,15 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 16 Cents sowie einem Umsatz von 2,1 Mrd. Dollar.

Die XM Satellite Radio Holdings Inc. (ISIN US9837591018/ WKN 928258) verbuchte im zweiten Quartal angesichts deutlich gestiegener Abonnentenzahlen einen Umsatzanstieg, musste jedoch angesichts höherer Marketingkosten sowie Sonderbelastungen einen größeren Verlust ausweisen. Wie der größte amerikanische Satellitenradiobetreiber am heute erklärte, lag der Nettoverlust im Berichtszeitraum bei 229 Mio. Dollar bzw. 87 Cents je Aktie, nach einem Verlust von 148,77 Mio. Dollar bzw. 70 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis im Berichtszeitraum beinhaltet dabei negative Einmaleffekte in Höhe von 105 Mio. Dollar. Der Gesamtumsatz verbesserte sich von 127,45 Mio. Dollar auf 227,89 Mio. Dollar, wobei die Gesamtkundenzahl zum Ende des zweiten Quartals bei 6,899,871 Nutzern lag, nach 4,417,490 Nutzern zum Ende des Vorjahreszeitraums. Analysten hatten zuvor einen Verlust von 66 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 221 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenschätzungen bei einem Verlust von 48 Cents sowie einem Umsatz von 238 Mio. Dollar. (27.07.2006/ac/n/m)

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Exxon Mobil 60,4 -1,3%
Dow Chemical 14,3 -2,4%
Comcast 12,3 -8,5%
Pulte Homes 7,4 -11,1%
Aetna 15,5 -8,9%
Boston Scientific 4,6 -3,8%
XM Satellite Radio
US Airways Group 4,4 -4,6%

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