21.04.2006 22:22
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Wall Street-Schluss: Ölpreis von über 75 Dollar bremst Märkte

Die US-Börsen schlossen am Freitagabend uneinheitlich. Angesichts des Rekordölpreises von über 75 Dollar je Barrel für die Sorte Crude herrschte zum Wochenausklang weitgehend Zurückhaltung vor. Die Technologieaktien gaben dabei trotz starker Ergebnisse des Internetkonzerns Google nach.

Google-Aktien verzeichneten am Ende einen satten Aufschlag von über 5 Prozent. Wie der Konzern am Vorabend bekannt gab, konnte der Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten damit erfüllt werden. Am Tag nach den Zahlen geht es für Papiere von eBay weiter abwärts, bis Handelsende um 4,7 Prozent. Bei Yahoo! ging es 1,3 Prozent abwärts, während es bei Microsoft rund 0,5 Prozent aufwärts ging. Hintergrund war hier ein Pressebericht dem zufolge sich die beiden Unternehmen mit eBay in Gesprächen über eine Allianz befinden.

Daneben stand auch der Schnellrestaurant-Konzern McDonald's im Fokus der Anleger. Wie dieser bekannt gab, musste man im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen, die Analystenprognosen wurden indes erfüllt. Der Titel verlor am Ende 1,6 Prozent. Mehr als 3 Prozent legten 3M zu, die Anleger honorieren damit die guten Quartalszahlen. Anders das Bild bei Ford. Aktien des Automobilkonzerns rutschten um rund 8 Prozent ab, nachdem die präsentieren Ergebnisse schlechter als erwartet ausfielen. Abschläge von 1,3 Prozent erlitten zudem Anteilsscheine des Elektronikhändlers RadioShack, dessen Ergebnisse ebenfalls enttäuschten.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Freitag mit einem Plus von 0,04 Prozent bei 11.347,45 Zählern. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 0,83 Prozent auf 2.342,86 Punkte aus dem Handel.

Die Google Inc. (ISIN US38259P5089/ WKN A0B7FY) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2006. Demnach konnte die Internet-Suchmaschine erneut einen Gewinnsprung verzeichnen und die Schätzungen der Analysten treffen. Der Gewinn belief sich demnach auf 592 Mio. Dollar bzw. 1,95 Dollar je Aktie, nach 372 Mio. Dollar bzw. 1,29 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis belief sich den Angaben zufolge auf 1,98 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld ebenfalls ein EPS von durchschnittlich 1,98 Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen laut Google um 79 Prozent auf 2,25 Mrd. Dollar. Für das derzeit laufende zweite Quartal 2006 erwarten die Analysten ein EPS von 2,07 Dollar bei Umsätzen von 1,56 Mrd. Dollar.

Das Internet-Auktionshaus eBay Inc. (ISIN US2786421030/ WKN 916529) befindet sich Presseangaben zufolge in Gesprächen mit dem Software-Konzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) und dem Internet-Medienunternehmen Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) über eine Allianz. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag berichtet, verhandelt eBay derzeit über eine Allianz, in deren Rahmen man seine Werbeausgaben bei dem ausgewählten Partner - entweder Microsoft oder Yahoo - erhöhen und einen Zugang zu seinen bisher gesammelten, reichhaltigen Kundendaten zur Verfügung stellen wird. Der Zeitung zufolge richten sich die geplanten Schritte gegen die Google Inc., den Betreiber der größten Internet-Suchmaschine. Über finanzielle Einzelheiten der geplanten Partnerschaft bzw. über mögliche Beteiligungen wurde indes nichts bekannt, hieß es weiter.

Der Schnellrestaurant-Konzern McDonald's Corp. (ISIN US5801351017/ WKN 856958) musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte die Analystenprognose jedoch erfüllen. Wie der weltweit größte Fast Food-Kettenbetreiber heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 625,3 MIO: Dollar bzw. 49 Cents je Aktie, nach 727,9 Mio. Dollar bzw. 56 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis im ersten Quartal 2006 beinhaltet Sonderbelastungen in Höhe von rund 1 Cent je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte McDonald's einen positiven Einmaleffekt von 13 Cents je Aktie aus einer Steuerrückerstattung verbucht. Analysten hatten zuvor ein EPS von 49 Cents erwartet. Der Gesamtumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 4,8 Mrd. Dollar auf 5,1 Mrd. Dollar, während Marktbeobachter Umsatzerlöse von 5,04 Mrd. Dollar erwartet hatten. Analysten erwarten im laufenden Quartal ein EPS von 55 Cents sowie einen Umsatz von 5,34 Mrd. Dollar.

Der Mischkonzern 3M Co. (ISIN US88579Y1010/ WKN 851745) konnte beim Ergebnis im ersten Quartal deutlich zulegen und die Analystenschätzungen übertreffen. Wie der Industriekonzern heute erklärte, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 899 Mio. Dollar bzw. 1,17 Dollar je Aktie, nach 771 Mio. Dollar bzw. 0,97 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. 3M begründete den Gewinnanstieg dabei vor allem mit der starken operativen Entwicklung in den Bereichen Industrie und Sicherheitstechnik sowie Konsumelektronik. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 5,17 Mrd. Dollar um 8,3 Prozent auf 5,56 Mrd. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,14 Dollar sowie einen Umsatz von 5,58 Mrd. Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr hob 3M im Anschluss seine Ergebnisprognose von 4,45 bis 4,60 Dollar auf ein EPS von 4,55 bis 4,65 Dollar je Aktie an. Für das laufende zweite Quartal erwartet der Mischkonzern einen Gewinn im Bereich von 1,14 bis 1,17 Dollar je Aktie. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 1,15 Dollar sowie einem Umsatz von 5,70 Mrd. Dollar aus. Für das Gesamtjahr liegen die Markterwartungen bei einem EPS von 4,61 Dollar sowie einem Umsatz von 22,74 Mrd. Dollar.

Die Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391), der zweitgrößte Automobilhersteller in den USA, gab heute bekannt, dass sie im ersten Quartal aufgrund von Sonderbelastungen in Höhe von 1,65 Mrd. Dollar einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet hat. Der Umsatz ging dabei um 9 Prozent zurück. Der Konzern, der nach Angaben des gestrigen Tages in diesem Jahr voraussichtlich Sonderbelastungen in Höhe von 2,4 Mrd. Dollar in Zusammenhang mit bereits angekündigten Werksschließungen verbuchen wird, erzielte demnach einen Nettoverlust von 1,19 Mrd. Dollar bzw. 64 Cents pro Aktie. Im Vorjahr war noch ein Überschuss von 1,21 Mrd. Dollar bzw. 60 Cents pro Aktie ausgewiesen worden. Vor Einmaleffekten wurde ein Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 24 Cents pro Aktie erzielt. Der Umsatz nahm von 45,14 Mrd. Dollar auf 41,06 Mrd. Dollar ab, wobei der Automobilumsatz von 39,33 Mrd. Dollar auf 36,99 Mrd. Dollar zurückging. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 25 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 39,67 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 15 Cents bei Erlösen von 39,62 Mrd. Dollar.

Der weltgrößte Ölfeld-Servicedienstleister Schlumberger N.V. (Ltd.) (ISIN AN8068571086/ WKN 853390) gab heute bekannt, dass er im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg erzielen konnte, was auf eine weltweit starke Nachfrage seitens der Öl- und Gasproduzenten zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 722,5 Mio. Dollar bzw. 59 Cents pro Aktie, nach 523,4 Mio. Dollar bzw. 43 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten lag ebenfalls bei 59 Cents (Vorjahr: 32 Cents) pro Aktie. Der operative Umsatz erhöhte sich von 3,16 Mrd. Dollar auf 4,24 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 55 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 4,15 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 59 Cents und Erlöse von 4,32 Mrd. Dollar in Aussicht. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er vom Konkurrenten Baker Hughes Inc. (ISIN US0572241075/ WKN 872933) für 2,4 Mrd. Dollar in bar dessen 30 Prozent-Beteiligung am Joint Venture WesternGeco übernehmen.

Die RadioShack Corp. (ISIN US7504381036/ WKN 852618), der drittgrößte Elektronikhändler in den USA, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um 85 Prozent eingebrochen ist, was auf Abschreibungen und schwache Verkäufe von Mobiltelefonen zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 8,4 Mio. Dollar bzw. 6 Cents pro Aktie, nach 55 Mio. Dollar bzw. 34 Cents pro Aktie im Vorjahr. Die vergleichbaren Umsätze verringerten sich im ersten Quartal um 1 Prozent, der Umsatz nahm dagegen um 3 Prozent auf 1,16 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 17 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 1,13 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 21 Cents bei Erlösen von 1,10 Mrd. Dollar in Aussicht.

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Google 216,5 +0,3%
eBay 10,3 +3,7%
Microsoft 15,3 +0,4%
Yahoo! 9,2 +5,7%
McDonalds 44,7 -1,2%
3M 48,3 -4,4%
Ford Motor 2,2 +17,5%
Schlumberger 33,0 -4,5%
RadioShack 7,0 -7,3%

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