23.02.2006 22:27
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Wall Street-Schluss: Quartalszahlen belasten Stimmung

Die US-Märkte gingen am Donnerstagabend schwächer aus dem Handel. Nachdem die Wall Street zur Wochenmitte mit deutlich positiven Vorzeichen in den Feierabend gegangen war, konnte sie ihren Aufwärtstrend heute trotz der guten Vorgaben aus Asien nicht fortsetzen. Die Stimmung an den US-Börsen wurde vor allem von schwachen Quartalszahlen belastet, daneben aber auch durch die Entwicklung am Ölmarkt sowie die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten nach unten gedrückt.

Im Fokus der Anleger befanden sich einige Quartalszahlen, darunter CBS, Marvel und MGM Mirage. MGM gaben heute 4 Prozent ab. Bereits gestern nach Börsenschluss meldeten Viacom und Chiquita ihre Ergebnisse zum abgelaufenen Vierteljahr. Enttäuschend fielen dabei die Viacom-Zahlen aus. Der Mediengigant, der Anfang Januar seine Sparte CBS abgespaltet hat, musste nach Sonderbelastungen einen Gewinneinbruch um 68 Prozent verkraften. Die Aktien gaben daraufhin 2 Prozent ab. Beim Hotelkonzern Host Marriott sorgten die heute veröffentlichen Zahlen ebenfalls für wenig Euphorie.

Dagegen legen die Aktien von Limited Brands mehr als 3 Prozent zu. Der Einzelhändler hatte heute einen deutlichen Gewinnanstieg veröffentlicht. Auch beim Wafer-Spezialisten ADE ging es heute 6 Prozent nach oben. Zuvor hatte KLA-Tencor die Übernahme des Wettbewerbers über einen Aktientausch bekannt gegeben. KLA-Tencor schlossen wenig verändert.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Donnerstag mit einem Minus von 0,61 Prozent bei 11.069,22 Zählern. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 0,17 Prozent auf 2.279,32 Punkte aus dem Handel.

Das TV-Netzwerk CBS Corp. (ISIN US1248572026/ WKN A0HM1P), dessen Abspaltung vom US-Medienkonzern Viacom Inc. (ISIN US9255243084/ WKN 880486) Anfang Januar abgeschlossen wurde, meldete einen Milliardenverlust im vierten Quartal. Der Verlust war jedoch geringer als im Vorjahreszeitraum, in dem noch drastischere Sonderbelastungen verbucht worden waren. Demnach belief sich der Nettoverlust auf 9,14 Mrd. Dollar bzw. 6,00 Dollar pro Aktie, gegenüber einem Fehlbetrag von 18,44 Mrd. Dollar bzw. 10,99 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Dabei ist im jüngsten Ergebnis eine Sonderbelastung von 9,5 Mrd. Dollar enthalten, im Vorjahr lag diese bei 18 Mrd. Dollar. Vor Einmaleffekten wurde ein Gewinn von 311 Mio. Dollar bzw. 41 Cents pro Aktie erzielt. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 39 Cents ausgegangen. Der Umsatz nahm um 2 Prozent auf 3,83 Mrd. Dollar zu. Analysten hatten hier Erlöse von 3,85 Mrd. Dollar gerechnet. Der operative Gewinn erhöhte sich um 3 Prozent auf 647 Mio. Dollar.

Der US-Hotelkonzern Host Marriott Corp. (ISIN US44107P4019/ WKN 918239) gab heute die Ergebnisse für das vierte Quartal 2005 bekannt. Demnach konnte das Unternehmen einen Nettogewinn in Höhe von 74 Mio. Dollar bzw. ein EPS von 19 Cents erzielen. Im letzten Quartal 2004 lag der Gewinn bei 61 Mio. Dollar bzw. 15 Cents je Aktie. Das operative Ergebnis (Funds From Operations) wiederum lag bei 44 Cents je Aktie, Analysten hatten hier 41 Cents erwartet. Der Umsatz stieg unterdessen um 7,9 Prozent auf nun 1,27 Mrd. Dollar an. Damit konnten die Erwartungen des Marktes erfüllt werden. Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen im laufenden Quartal ein EPS in Höhe von 31 Cents und einen Umsatz von 1,05 Mrd. Dollar erzielen wird.

Die MGM Mirage Inc. (ISIN US5529531015/ WKN 880883), der weltweit zweitgrößte Casinobetreiber, konnte im vierten Quartal 2005 einen Umsatz- und Gewinnzuwachs ausweisen. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterten die Umsatzerlöse auf 1,75 Mrd. Dollar, nach 1,06 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 65 Prozent. Ferner stieg der Nettogewinn von 74,9 Mio. Dollar oder 26 Cents je Aktie auf 97,8 Mio. Dollar bzw. 33 Cents pro Aktie. Auch Analysten hatten durchschnittlich ein EPS von 33 Cents prognostiziert. Im Gesamtjahr 2005 erhöhte sich der Umsatz von 4,24 Mrd. auf 6,48 Mrd. Dollar, während der Nettogewinn von 412,3 Mio. Dollar oder 1,43 Dollar je Aktie auf nun 443,3 Mio. Dollar bzw. 1,50 Dollar pro Anteilschein zulegte.

Die amerikanische KLA-Tencor Corp. (ISIN US4824801009 / WKN 865884) will die ADE Corp. (ISIN US00089C1071/ WKN 897695) übernehmen. Dies teilte der Halbleiterkonzern am Donnerstag mit. Demnach wird KLA-Tencor den Wafer-Spezialisten für rund 488 Mio. Dollar in Aktien übernehmen. Der Vereinbarung zufolge erhalten ADE-Aktionäre für eine ADE-Aktie 0,64 Aktien von KLA-Tencor. Nach Aussage der beiden Konzerne soll die Transaktion im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Der US-Einzelhändler Limited Brands Inc. (ISIN US5327161072/ WKN 864007) konnte am Donnerstag einen deutlichen Gewinnanstieg für das letzte Quartal veröffentlichen. Der Konzern konnte demnach einen Gewinn von 519,2 Mio. Dollar bzw. ein EPS von 1,28 Dollar verbuchen, nach einem EPS von 87 Cents im Vorjahr. Exklusive Sondereffekte lag das EPS bei 1,05 Dollar, die Analystenschätzungen lagen derweil nur bei 1,01 Dollar. Für das laufende Quartal erwarten Analysten aktuell ein EPS von 7 Cents bei Erlösen von 2,03 Mrd. Dollar.

Der US-Radiosender Radio One Inc. (ISIN US75040P1084/ WKN 922171) meldete, dass sich sein Gewinn im vierten Quartal halbiert hat, der Umsatz jedoch zulegen konnte. Der Nettogewinn ging von 18,6 Mio. Dollar bzw. 18 Cents pro Aktie auf 9,5 Mio. Dollar bzw. 10 Cents pro Aktie zurück. Der Nettogewinn vor Minderheitsanteilen belief sich ebenfalls auf 9,5 Mio. Dollar bzw. 10 Cents pro Aktie, nach 13,6 Mio. Dollar bzw. 13 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz legte von 79,5 Mio. Dollar auf 91,2 Mio. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 10 Cents und einem Umsatz von 91,6 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 9 Cents bei Erlösen von 86,6 Mio. Dollar in Aussicht.

Das Comic-Verlagshaus Marvel Entertainment Inc. (ISIN US57383M1080/ WKN 916666) meldete, dass es im vierten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste, was mit einer Sonderbelastung aus der frühzeitigen Kündigung eines Lizenznehmers zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 25,9 Mio. Dollar bzw. 26 Cents pro Aktie, nach 30,1 Mio. Dollar bzw. 27 Cents pro Aktie im Vorjahr. Hierin enthalten ist die genannte Sonderbelastung in Höhe von 12,5 Mio. Dollar vor Steuern. Der operative Gewinn stieg indes von 41,4 Mio. Dollar auf 44,8 Mio. Dollar. Der Umsatz nahm von 100,5 Mio. Dollar auf 117,1 Mio. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 31 Cents und einem Umsatz von 112,1 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 8 Cents bei Erlösen von 61,1 Mio. Dollar in Aussicht.

Der Medienkonzern Viacom Inc. (ISIN US9255243084/ WKN 880486) gab gestern nach Börsenschluss bekannt, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 68 Prozent eingebrochen ist, was das Ergebnis von Sonderbelastungen aus der CBS-Abspaltung und Abfindungskosten ist. Der Umsatz stieg indes aufgrund höherer Werbeeinnahmen bei der Sparte MTV Networks. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft belief sich auf 129,5 Mio. Dollar, nach 405,5 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft auf Pro-Forma-Basis betrug 220,0 Mio. Dollar bzw. 29 Cents pro Aktie, nach 378,4 Mio. Dollar bzw. 45 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft (Pro-Forma) vor Einmaleffekten lag bei 281,7 Mio. Dollar bzw. 37 Cents pro Aktie, nach 355,4 Mio. Dollar bzw. 42 Cents pro Aktie im vierten Quartal 2004. Der Umsatz nahm um 9 Prozent auf 2,72 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 47 Cents pro Aktie ausgegangen. Für das laufende Quartal erwarten sie ein EPS von 45 Cents.

Ebenfalls gestern nach Börsenschluss meldete der US-Nahrungsmittelkonzern Chiquita Brands International Inc. (ISIN US1700328099/ WKN 552688), der auf den Vertrieb von Bananen spezialisiert ist, dass er aufgrund hoher Sonderbelastungen einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet hat. Demnach lag der Nettoverlust bei 19 Mio. Dollar bzw. 45 Cents pro Aktie, nach einem Überschuss von 25,1 Mio. Dollar bzw. 61 Cents pro Aktie im Vorjahr. Im jüngsten Ergebnis enthalten sind eine Sonderbelastung in Höhe von 17 Mio. Dollar aus der Überflutung in Honduras sowie eine Belastung von 6 Mio. Dollar aus der Konsolidierung der Aktivitäten im Mittleren Westen der USA. Ohne diese Einmaleffekte in Höhe von 55 Cents pro Aktie hätte das EPS bei 10 Cents gelegen. Der Umsatz kletterte um 30 Prozent auf 999,1 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 1 Cent pro Aktie und einem Umsatz von 1,06 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren sie ein EPS von 1,58 Dollar bei Erlösen von 4,47 Mrd. Dollar.

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Aktien in diesem Artikel

Viaco b 11,4 -9,2%
MGM Mirage 8,5
Radio One 0,4 +4,4%
Marvel Entertainment 21,5 -6,2%
KLA-Tencor 14,1 -4,6%
ADE

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