01.02.2006 22:06
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Wall Street Schluss: US-Märkte am Ende einheitlich fester

Ein gemischtes Bild gaben zunächst die US-Märkte einen Tag nach der Zinserhöhung am heutigen Mittwoch ab. Bis zum späten Mittag musste vor allem die NASDAQ mit roten Vorzeichen kämpfen. Im Fokus der Anleger hatten die am Vorabend veröffentlichten Ergebnisse des Internet-Konzerns Google gestanden und die Technologiewerte ausgebremst. Zwar erzielte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal einen Gewinnsprung von 204 auf 372 Mio. Dollar, die hohen Erwartungen der Analysten konnten indes nicht erreicht werden. In der Folge brachen Google-Aktien in der Spitze über 9 Prozent ein.

Am Ende schloss der Dow Jones mit einem Plus von über 0,8 Prozent bei 10.953 Zählern, die NASDAQ schaffte den Sprung ins Plus und beendete den Handel bei 2.310 Punkten (+0,21 Prozent).

Von Seiten der Konjunktur gab es einmal mehr gemischte Nachrichten. Das Institut for Supply Management (ISM) ermittelte für Januar 2006 einen unerwartet starken Rückgang der Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes. Der ISM-Index (früher NAPM-Einkaufsmanagerindex) sank von 55,6 Zählern im Dezember auf nun 54,8 Zähler. Volkswirte hatten im Vorfeld lediglich mit einem leichten Rückgang auf 55,5 Punkte gerechnet. Dafür erhöhten sich die Bauausgaben über den Erwartungen. Das US-Handelsministerium ermittelte für Dezember 2005 einen erneuten, saisonbereinigten Anstieg der Bauausgaben. Demnach erhöhten sich die Ausgaben um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte im Vorfeld nur eine Steigerung um 0,2 Prozent prognostiziert hatten.

Für eine positive Überraschung sorgte dagegen der Flugzeugbauer Boeing, der seinen Gewinn im letzten Quartal mehr als verdoppeln konnte und die Erwartungen des Marktes damit um Längen schlug. Dementsprechend war der Titel auch der größte Gewinner im Dow Jones. So erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 14,20 Mrd. Dollar, nach 13,31 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Dies bedeutet ein Plus von 7 Prozent. Ferner wuchs der Nettogewinn von 186 Mio. Dollar oder 23 Cents je Aktie auf nun 460 Mio. Dollar bzw. 58 Cents pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 74 Cents, während Analysten durchschnittlich nur ein EPS von 44 Cents prognostiziert hatten.

Dafür schockte der Billigflieger JetBlue seine Anleger mit einem deutlich höher als erwartet ausgefallenen Verlust, woraufhin Anteilsscheine des Unternehmens an der NASDAQ in den Sinkflug übergingen und rund 7 Prozent an Wert einbüßten.

Für Aufsehen am Markt sorgte zudem die Fast-Food-Kette Burger King, die noch im laufenden Jahr den Sprung an die Börse wagen will, umso besser mit den Fast-Food-Ketten McDonald's Corp.) und Wendy's International konkurrieren zu können, will die Muttergesellschaft von Burger King daher Ende Februar oder Anfang März dieses Jahres ein IPO starten.

Der US-Medienkonzern Time Warner Inc. (ISIN US8873171057/ WKN 592629) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im vierten Quartal um 21 Prozent gesteigert hat, was mit einem starken Wachstum bei High-Speed Internet-Kunden, digitalen Telefoniekunden und Kabelnetz-Werbeeinnahmen zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 1,37 Mrd. Dollar bzw. 29 Cents pro Aktie, gegenüber 1,13 Mrd. Dollar bzw. 24 Cents pro Aktie im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn bei 25 Cents pro Aktie. Der operative Gewinn stieg von 1,60 Mrd. Dollar auf 2,20 Mrd. Dollar. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 11,89 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 22 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 11,88 Mrd. Dollar ausgegangen.

Die UAL Corp. hat am heutigen Mittwoch planmäßig den Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts verlassen. Dies wurde seitens des Konzerns bekannt.
Das Unternehmen plant seine künftige Notierung an der Technologiebörse NASDAQ Stock Market unter dem Tickersymbol "UAUA". Dies teilte die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluglinie United Airlines Inc. bereits letzten Dienstag mit. UAL hatte am 9. Dezember 2002 den Gläubigerschutz beantragt. Inzwischen hat der Konzern rund 3 Mrd. Dollar neu finanziert, Kosten in Milliardenhöhe gesenkt und sich von einer Vielzahl an Flugzeugen und Angestellten getrennt.
Seit ein Verlassen des Gläubigerschutzes in greifbare Nähe rückte, verlor die Aktie mehr als zwei Drittel an Wert.

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