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Wall Street: Schwach, Bear Stearns brechen ein
Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte für März eine erneute Abnahme bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So fiel der Empire State Manufacturing Index auf -22,2 Punkte, wogegen Volkswirte mit einer Verbesserung auf -5,0 Punkten gerechnet hatten. Ferner ist die Industrieproduktion ebenso wie die Kapazitätsauslastung im Februar unerwartet deutlich zurückgegangen. Laut Angaben des Handelsministeriums wies das US-Leistungsbilanzdefizit im vierten Quartal 2007 einen Rückgang aus. Demnach verringerte sich das Defizit um 2,5 Prozent, wogegen Volkswirte eine Zunahme prognostiziert hatten.
Finanzwerte stehen verstärkt unter Druck. Die Aktie von Bear Stearns bricht um rund 90 Prozent ein. Die Investmentbank JPMorgan gab am Sonntag bekannt, dass sie den angeschlagenen Konkurrenten für lediglich 2 Dollar pro Aktie übernehmen wird. Damit wird die in Liquiditätsengpässe geratene Bank im Rahmen der Notfall-Transaktion mit nur rund 236 Mio. Dollar bewertet. Anteilsscheine von JPMorgan gewinnen mehr als 4 Prozent.
Für Lehman Brothers geht es um 18 Prozent in die Tiefe, obwohl die Investmentbank einem Pressebericht zufolge Gerüchte über mögliche Liquiditätsengpässe zurückgewiesen hat. Weitere Verlierer sind unter anderem die Citigroup mit -8,4 Prozent, Morgan Stanley mit -7,2 Prozent und die Bank of America mit -2,4 Prozent.
Papiere der NYMEX, der Muttergesellschaft der New York Mercantile Exchange, verlieren 6,5 Prozent. Die CME, der Betreiber der Derivatebörsen Chicago Mercantile Exchange und des Chicago Board of Trade, kündigte zuvor die Übernahme des Konzerns für rund 9,5 Mrd. Dollar an. Titel der CME geben knapp 6 Prozent ab. Die Aktie des Papier- und Forstprodukteherstellers International Paper büßt rund 6 Prozent ein. Der Konzern übernimmt für 6 Mrd. Dollar die Verpackungs- und Recycling-Sparte des Konkurrenten Weyerhaeuser. Die Aktie von Weyerhaeuser tendiert kaum verändert.
Unternehmensmeldungen:
Die Investmentbank J.P. Morgan Chase & Co. (JPMorgan) (ISIN US46625H1005/ WKN 850628) gab am Sonntag bekannt, dass sie den angeschlagenen Konkurrenten Bear Stearns Cos. Inc. (ISIN US0739021089/ WKN 870272) für lediglich 2 Dollar pro Aktie übernehmen wird. Den Angaben zufolge wird die in Liquiditätsengpässe geratene Bank im Rahmen der Notfall-Transaktion mit nur rund 236 Mio. Dollar bewertet. Im Zuge des nun vereinbarten Aktientauschs erhalten Bear Stearns-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine jeweils 0,05473 JPMorgan-Aktien. JPMorgan und die Federal Reserve Bank of New York hatten Bear Stearns zuletzt eine Finanzspritze zur Verfügung gestellt.
Die US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. (ISIN US5249081002/ WKN 891041) hat einem Pressebericht zufolge Gerüchte über mögliche Liquiditätsengpässe zurückgewiesen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, bekräftigte Matthew Russell, Head of Corporate Communications bei Lehman Brothers Asia Pacific, dass die Liquiditätssituation der Investmentbank unverändert stark bleibe. Wie das "WSJ" weiter unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, hatte es zuvor Gerüchte gegeben, dass die DBS Group Holdings Ltd. (ISIN SG1L01001701/ WKN 880105) ihre Händler dazu angewiesen habe, keine neuen Transaktionen mehr mit Lehman Brothers einzugehen.
Die CME Group Inc. (ISIN US12572Q1058/ WKN A0MW32), der Betreiber der Derivatebörsen Chicago Mercantile Exchange und des Chicago Board of Trade, meldete heute, dass sie die NYMEX Holdings Inc. (ISIN US62948N1046/ WKN A0LCT8) für rund 9,48 Mrd. Dollar übernehmen wird. NYMEX Holdings ist die Muttergesellschaft der New York Mercantile Exchange. Wie weiter mitgeteilt wurde, werden NYMEX-Aktionäre nach der Transaktion über rund 18,6 Prozent der Anteile des fusionierten Unternehmens verfügen.
Die BMC Software Inc. (ISIN US0559211000/ WKN 875716) kündigte heute die Übernahme der BladeLogic Inc. (ISIN US09265M1027/ WKN A0MQRS) an. Demnach will BMC Software durch die Übernahme des auf Automatisierungs-Software im Bereich Datacenter spezialisierten Anbieters seine Marktposition in diesem Bereich weiter verstärken. Im Rahmen der Übernahme sollen die Anteilseigner von BladeLogic 28,00 Dollar je Aktie in bar erhalten. Das Gesamtvolumen der Offerte liegt damit bei 800 Mio. Dollar.
Der amerikanische Papier- und Forstproduktehersteller International Paper Co. (ISIN US4601461035/ WKN 851413) meldete heute, dass er die Verpackungs- und Recycling-Sparte des heimischen Konkurrenten Weyerhaeuser Co. (ISIN US9621661043/ WKN 854357) für 6 Mrd. Dollar in bar übernehmen wird. Der Verkauf, der im dritten Quartal 2008 abgeschlossen werden und in 2009 zum Konzernergebnis beitragen soll, betrifft 14.300 Mitarbeiter. Im Zusammenhang mit der Transaktion realisiert International Paper einen Steuervorteil in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar, wodurch sich der Kaufpreis entsprechend auf rund 4,6 Mrd. Dollar reduziert. (17.03.2008/ac/n/m)
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