15.01.2008 16:13
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Wall Street: Schwacher Auftakt, Citigroup meldet Rekordverlust, Merrill Lynch erhält Kapitalspritze

New York (aktiencheck.de AG) - Nach der starken Vortagesentwicklung hat die Wall Street mit kräftigen Minuszeichen eröffnet. Kurz nach Handelsstart verliert der Dow Jones 0,87 Prozent auf 12.666,62 Indexpunkte. Für den NASDAQ Composite geht es um 1,13 Prozent auf 2.450,32 Zähler nach unten. Der S&P 500 fällt ebenfalls um 1,13 Prozent auf 1.400,22 Punkte zurück.

Neben einigen Unternehmensergebnissen stehen auch Konjunkturdaten im Blick. Wie das Arbeitsministerium vorbörslich bekannt gab, sind die Erzeugerpreise im Dezember unerwartet gefallen. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise zogen die Preise in der Kernrate jedoch wie prognostiziert um 0,2 Prozent an. Laut Angaben des Handelsministeriums schrumpften die Umsatzerlöse im Einzelhandel im Dezember um 0,4 Prozent, wogegen Volkswirte mit einem unveränderten Stand gerechnet hatten. Außerdem ermittelte die Federal Reserve Bank of New York für Januar eine erneute Abnahme bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York.

Auf der Unternehmensseite richtet sich der Fokus unter anderem auf die Quartalszahlen der Citigroup. Die Großbank litt im vierten Quartal unter den negativen Einflüssen der US-Hypothekenkrise und hat einen Rekordverlust von knapp 10 Mrd. Dollar angehäuft. Die Erwartungen der Analysten wurden damit klar verfehlt. Im Anschluss kündigte der Konzern ein tief greifendes Maßnahmenpaket an. Kurz nach der Veröffentlichung der Zahlen stieg der Wert an den europäischen Handelsplätzen deutlich. In New York verliert die Aktie aktuell jedoch 3,2 Prozent.

Papiere von Merrill Lynch treten ebenfalls den Rückweg an und geben 2,2 Prozent ab. Die Investmentbank gab zuvor bekannt, dass sie von mehreren Investoren eine Kapitalspritze in Höhe von insgesamt 6,6 Mrd. Dollar erhält. Die Aktie der U.S. Bancorp gewinnt gegen den Trend leicht hinzu. Der Konzern meldete einen Ergebnisrückgang für das abgelaufene Quartal, konnte die Schätzungen aber übertreffen.

Außerhalb des Finanzsektors verlieren Anteilsscheine von Genentech 2,5 Prozent. Die Tochter des Schweizer Pharmariesen Roche hat am Vorabend Geschäftszahlen auf den Tisch gelegt. Diese haben allerdings nur teilweise überzeugt. Papiere von Delta Air befinden sich dagegen im Aufwind und gewinnen knapp 3 Prozent. Einem Pressebericht zufolge hat die Airline Fusionsgespräche mit den beiden Wettbewerbern UAL (+2,1 Prozent) und Northwest Airlines (+4,8 Prozent) begonnen.

Unternehmensmeldungen:

Die amerikanische Citigroup Inc. (ISIN US1729671016/ WKN 871904) musste im vierten Quartal aufgrund von Einmalbelastungen in Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise einen deutlichen Verlust ausweisen und kündigte im Anschluss tief greifende Maßnahmen zur Restrukturierung an. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, belief sich der Nettoverlust im Berichtszeitraum auf knapp 10 Mrd. Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Nettogewinn ausgewiesen werden konnte. Der Gesamtumsatz verringerte sich um knapp 70 Prozent. Analysten hatten zuvor einen deutlich geringeren Verlust erwartet. Im Anschluss kündigte der Finanzkonzern eine Reihe von Maßnahmen an. Unter anderem soll die Dividendenausschüttung deutlich zurückgefahren werden. Des Weiteren wurde die Platzierung von Wertpapieren im Gesamtvolumen von 12,5 Mrd. Dollar angekündigt.

Die Merrill Lynch & Co. Inc. (ISIN US5901881087/ WKN 852935) gab heute bekannt, dass sie mit mehreren Investoren, vor allem drei ausländischen, Abkommen erzielt hat, durch welche die US-Investmentbank eine Kapitalspritze in Höhe von insgesamt 6,6 Mrd. Dollar erhält. Die Institutionen, die wandelbare Vorzugsaktien von Merrill Lynch erhalten, seien dabei passive Investoren. Sie hätten weder Kontrollrechte, noch spielten sie eine Rolle bei der Unternehmensführung der US-Bank.

Die U.S. Bancorp (ISIN US9029733048/ WKN 917523) verbuchte im vierten Quartal aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen an den internationalen Finanz- und Hypothekenmärkten einen Ergebnisrückgang. Wie das Kreditinstitut heute erklärte, sank der Nettogewinn um rund 20 Prozent. Beim Gesamtumsatz wurde indes ein Anstieg ausgewiesen. Die Erwartungen wurden dabei übertroffen.

Die amerikanische Genentech Inc. (ISIN US3687104063/ WKN 924632), die sich mehrheitlich im Besitz des schweizerischen Pharmakonzerns Roche Holding AG (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) befindet, veröffentlichte am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Quartal 2007. Dabei konnte der Biotechkonzern aufgrund von steigenden Umsätzen und der weiter wachsenden Nachfrage nach dem Krebsmedikament Avastin den Gewinn steigern und damit die Erwartungen übertreffen. Der Umsatz legte derweil um knapp 10 Prozent zu.

Die amerikanische Delta Air Lines Inc. (ISIN US2473617023/ WKN A0MQV8) hat Presseangaben zufolge Fusionsgespräche mit den beiden Wettbewerbern UAL Corp. (ISIN US9025498075/ WKN A0JC6V), der Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluglinie United Airlines, und Northwest Airlines Corp. (ISIN US6672804084/ WKN A0MTCR) begonnen. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, hofft der Delta-Konzern, in den nächsten zwei Wochen mit einer der beiden Parteien ein Abkommen auszuhandeln. (15.01.2008/ac/n/m)

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Citigroup 5,6 +3,1%
Merrill LynchCo 8,9 -13,4%
US Bancorp 18,9 -12,5%
Genentech 57,3 -3,8%
Delta Air Lines 1 6,2 -9,3%
UAL 7,4 -4,8%
Northwest Airlines 1 7,5 +1,1%

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