18.08.2006 16:08
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Wall Street: Schwacher Auftakt, Dell belastet Technologiewerte

New York (aktiencheck.de AG) - Belastet von einem überraschend schwach ausgefallenen Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan und negativen Nachrichten bei Dell tendieren die US-amerikanischen Börsen am Freitagmorgen durchweg schwächer. Der Dow Jones verliert 0,01 Prozent auf 11.333,68 Punkte, der S&P 500 verschlechtert sich daneben um 0,20 Prozent auf 1.294,92 Zähler. Noch härter triff es die Technologiebörse NASDAQ, hier geht es momentan um 0,68 Prozent auf 2.142,91 Indexpunke abwärts.

Im Technologiesektor steht der PC-Hersteller Dell im Fokus. Der Konzern erlitt im vergangenen Quartal wie erwartet einen drastischen Gewinneinbruch, darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, im Visier der Börsenaufsicht zu stehen. Die Anleger reagieren äußerst verschnupft auf die Nachrichtenlage und schicken die Aktie um 7,7 Prozent in Richtung Süden. Ebenfalls nach Zahlen bröckeln Anteilsscheine des Softwarekonzerns Autodesk um knapp 6 Prozent ab. Grüne Vorzeichen prägen das Bild hingegen bei Brocade. Der Speicherspezialist kehrte im vergangenen Quartal in die Gewinnzone zurück, derzeit gewinnt der Wert rund 3 Prozent.

Papiere des Bekleidungshändlers Gap leiden unter schwachen Quartalszahlen und zahlreichen Analystenabstufungen, in der Folge geht es hier derzeit um 4,3 Prozent abwärts. Andres das Bild bei Aktien der Bekleidungskette AnnTaylor Stores, die im zweiten Quartal aufgrund stark ausgefallener Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg verbuchte und dabei die Analystenprognosen übertreffen konnte. Aktuell verfestigt sich der Wert gegen den Trend um ein knappes Prozent. Ford-Aktien geben 2,5 Prozent ab. Presseangaben zufolge will der Automobilkonzern sein Restrukturierungsprogramm weiter verschärfen.

Die Dell Inc. (ISIN US24702R1014/ WKN 121092) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2006. Dabei musste der weltgrößte PC-Hersteller wegen starker Preissenkungen wie erwartet einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 502 Mio. Dollar bzw. 22 Cents je Aktie, nach 1,02 Mrd. Dollar bzw. 41 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar. Dies war der geringste Umsatzanstieg in einem Quartal seit drei Jahren. Im Juli hatte der Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognose bereits deutlich reduziert und nur noch Umsätze von rund 14 Mrd. Dollar und ein Ergebnis von 21 bis 23 Cents je Aktie in Aussicht gestellt. Analysten hatten zuletzt ein Ergebnis von 22 Cents bei Umsätzen von 14,0 Mrd. Dollar prognostiziert. Für das laufende dritte Quartal erwarten die Analysten einen Gewinn von 25 Cents je Aktie bei Umsätzen von 14,58 Mrd. Dollar. Daneben gab Dell bekannt, dass man seine Position als führender PC-Hersteller weiter ausgebaut hat. Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich der Anteil am weltweiten PC-Markt derzeit auf 19,3 Prozent.

Der amerikanische Speicherspezialist Brocade Communications Systems Inc. (ISIN US1116211087/ WKN 922590) erzielte im dritten Quartal wieder einen Gewinn, nachdem man im Vorjahr noch einen Verlust verbucht hatte. Wie der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 24,5 Mio. Dollar bzw. 9 Cents je Aktie, nach einem Verlust von 7,2 Mio. Dollar bzw. 3 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 54 Prozent von 122,3 auf 188,9 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld ein Ergebnis von 9 Cents je Aktie sowie Erlöse in Höhe von 180,35 Mio. Dollar prognostiziert. Für das laufende Quartal gehen sie von einem EPS von 8 Cents sowie einem Umsatz von 188,87 Mio. Dollar aus.

Der Softwarekonzern Autodesk Inc. (ISIN US0527691069/ WKN 869964) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss Umsatzzahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Der Hersteller der AutoCAD-Software steigerte den Umsatz um 21 Prozent auf den neuen Rekordwert von 450 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld nur 445,8 Mio. Dollar erwartet. Zum Gewinn machte das Unternehmen noch keine Angaben. Autodesk gab an, dass man zunächst die Vergabe von Aktienoptionen überprüfen werde. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von 35 Cents je Aktie prognostiziert. Der Ausblick, den das Unternehmen lieferte, lag im Rahmen der Erwartungen. Für das dritte Quartal erwartet Autodesk Umsätze zwischen 450 und 460 Mio. Dollar. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse zwischen 1,82 und 1,85 Mrd. Dollar liegen. Analysten gehen für das dritte Quartal derzeit von einem Umsatz von 456,8 Mio. Dollar aus. Für das Gesamtjahr erwarten sie Erlöse in Höhe von 1,84 Mrd. Dollar.

Die Gap Inc. (ISIN US3647601083/ WKN 863533) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal. Dabei musste der US-Bekleidungshändler erneut einen Gewinneinbruch vermelden. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 128 Mio. Dollar bzw. 15 Cents je Aktie, nach 272 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Rückgang um 53 Prozent. Als Grund für den Einbruch gab Gap neben Abschreibungen hohe Marketingkosten an. Außerdem waren die Umsätze in den heißen Sommermonaten rückläufig. Der Gesamtumsatz lag mit 3,72 Mrd. Dollar zwar auf dem Niveau des Vorjahres. Die vergleichbaren Umsätze gingen im Vorjahresvergleich jedoch um 5 Prozent zurück. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von durchschnittlich 27 Cents je Aktie bei Umsätzen von 3,56 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende dritte Quartal erwarten die Analysten ebenfalls einen Gewinn von 27 Cents je Aktie bei Umsätzen von 3,71 Mrd. Dollar. Aufgrund der enttäuschenden Entwicklung im zweiten Quartal senkte der Modekonzern außerdem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Das Unternehmen erwartet jetzt nur noch ein Ergebnis zwischen 1,08 und 1,12 Dollar je Aktie. Bislang hatte man ein EPS von 1,23 bis 1,27 Dollar in Aussicht gestellt.

Die US-Bekleidungskette AnnTaylor Stores Corp. (ISIN US0361151030/ WKN 881771) verbuchte im zweiten Quartal aufgrund stark ausgefallener Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg und konnte dabei die Analystenprognosen übertreffen. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 43,2 Mio. Dollar bzw. 59 Cents je Aktie, nach 7,1 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis beinhaltet dabei Sonderbelastungen in Höhe von 2 Cents je Aktie in Zusammenhang mit der Neubilanzierung von Aufwendungen für Aktienoptionen. Der Konzernumsatz kletterte von 508,7 Mio. Dollar auf 610,0 Mio. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 45 Cents sowie einen Umsatz von 606 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenerwartungen bei einem EPS von 51 Cents sowie einem Umsatz von 575 Mio. Dollar. AnnTaylor hob angesichts der positiven Ergebnisentwicklung die Jahresprognose auf einen Gewinn je Aktie im Bereich von 2,05 bis 2,10 Dollar an. Analysten gehen für das Gesamtjahr von einem EPS im Bereich von 1,96 Dollar aus.

Der amerikanische Automobilkonzern Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391) will Presseangaben zufolge sein Restrukturierungsprogramm weiter verschärfen. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf einen Bericht des "Wall Street Journal" schreibt, plant der Automobilkonzern, seine Gehaltskosten um weitere 10 bis 30 Prozent zu senken. Konzernchef Bill Ford steht dabei angesichts eines Verlusts von 254 Mio. Dollar sowie schlechter als geplant ausgefallener Automobilabsatzzahlen in den USA unter Druck. Ford hatte im Januar im Rahmen des Plans angekündigt, dass 30.000 nordamerikanische Stellen gestrichen und bis 2012 insgesamt 14 Fabriken geschlossen werden sollten. Das Unternehmen wollte im Rahmen des Restrukturierungsplans 2007 und 2008 vier Fabriken schließen. Nun will Ford den Angaben zufolge die Schließung weiterer Fabriken prüfen. Ford prüft in Zusammenhang mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen noch weitere Einsparmöglichkeiten in den Bereichen Werbung, Marketing und bei den Produktplänen.

Die amerikanische NTL Inc. (ISIN US62941W1018/ WKN A0JEHF), der größte Kabelbetreiber in Großbritannien, wird von einem Konsortium aus Finanzinvestoren umworben. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, steht der Kabelnetzbetreiber vor der Übernahme durch ein aus den Private Equity-Gesellschaften Providence Equity, Kohlberg Kravis Roberts, Blackstone und Cinven bestehendes Konglomerat. Wie die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Branchenkreise weiter berichtet, könnte sich der Gesamtkaufpreis auf rund 10 Mrd. Britische Pfund (GBP), umgerechnet rund 14,7 Mrd. Euro, belaufen. Zuletzt hatte der Aktienkurs von NTL an der Heimartbörse auf 27 Dollar zugelegt, wobei der Preis für ein mögliches Übernahmeangebot bei rund 30 Dollar je Aktie liegen könnte. Die Mitglieder des Konsortiums, das sich nun um NTL bemüht, waren am Donnerstag zu keiner Stellungnahme bereit. "Das kann ganz schnell gehen", wird ein Insider zitiert, der mit den Verhandlungen vertraut ist. Ein offizieller Verkaufsprozess hat aber offenbar noch nicht begonnen. Am Donnerstag trafen Vertreter der Kaufinteressenten mit dem Führungsteam von NTL unter Vorstandschef Steve Burch zusammen. NTL wollte dies nicht kommentieren. (18.08.2006/ac/n/m)

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Aktien in diesem Artikel

Dell 8,0 +1,8%
Brocade Communications Systems
Autodesk 11,8 -10,0%
Gap 9,6 -4,4%
AnnTaylor Stores 3,1 -7,8%
Ford Motor 2,2 +17,5%

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