New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Indizes präsentieren sich nach dem gestrigen Feiertag in schwacher Verfassung. Viele Marktteilnehmer dürften dem Handel aufgrund der verkürzten Sitzung fern bleiben und sich bereits am Mittwoch in ein verlängertes Wochenende verabschiedet haben. Außerdem lastet der jüngste Kursverfall des Dollar auf der Stimmung der Anleger. Ruhe herrscht indes auf der Konjunkturseite, hier stehen heute keine bedeutenden Daten an. Der Dow Jones verliert aktuell 0,52 Prozent auf 12.263,11 Punkte, der marktbreitere S&P 500 büßt 0,41 Prozent auf 1.400,32 Zähler ein. Die Technologiebörse NASDAQ rutscht um 0,61 Prozent ab und notiert bei 2.450,92 Indexpunkten.
Der Start der Weihnachtssaison rückt Einzelhandelswerte in den Fokus des Marktes. Papiere des Einzelhandelskonzerns Wal-Mart, der einem Pressebericht zufolge vom mexikanischen Finanzministerium die Genehmigung zur Eröffnung einer Bank in Mexiko erhalten hat, verlieren 0,8 Prozent. Daneben geht es für Titel von Family Dollar Stores um 1,6 Prozent in Richtung Süden. Zuvor meldete das Unternehmen eine Verschiebung seines Jahresberichts. Rote Vorzeichen prägen das Bild zudem bei Home Depot, Target sowie bei Best Buy.
Dagegen erholten sich Anteilsscheine von General Motors von den jüngsten Kurskapriolen und legen ein knappes Prozent zu. Am Mittwoch musste der Wert deutlich Federn lassen, nachdem die Investmentgesellschaft des Milliardärs Kirk Kerkorian Tracinda bekannt gab, sich von 14 Millionen Aktien des Automobilkonzerns zu trennen. Im Technologiesektor halten sich Papiere von Google stabil über der 500-Dollar-Marke und geben lediglich ein halbes Prozent ab. Microsoft büßen ein knappes Prozent ein.
Der amerikanische Software-Hersteller Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) hat bei der Europäischen Kommission neue Unterlagen eingereicht, mit denen einer vor rund zwei Jahren getroffenen Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörde Rechnung getragen werden soll. Dies gab die Europäische Kommission am Donnerstag bekannt. Mit der Einreichung hat der weltgrößte Software-Konzern eine Frist eingehalten, die von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gesetzt worden war. Jedoch wird es noch Monate dauern, um zu klären, ob die in den revidierten Dokumenten (Technical Documentation) aufgeführten Zugeständnisse von Microsoft ausreichen, um Strafzahlungen in Höhe von bis zu 3 Mio. Euro pro Tag zu vermeiden. Im Jahr 2004 hatte die Europäische Kommission entschieden, dass Microsoft seine dominierende Marktstellung missbraucht habe, indem man innerhalb seines Betriebssystems Windows (Einsatz in über 95 Prozent aller PCs weltweit) zu wenig Interoperabilität für konkurrierende Software-Hersteller gewährleistet habe. Diesen Zustand sollte das Unternehmen seitdem ändern und dies mit entsprechenden Dokumenten belegen. Der US-Konzern wurde in den letzten Jahren bereits zweimal mit einer Geldstrafe belegt. In 2004 wurde eine Geldstrafe von 497 Mio. Euro verhängt, im Juli 2006 eine weitere in Höhe von 280,5 Mio. Euro. Gegen die erste Strafe hat Microsoft Berufung eingelegt und erwartet derzeit das Urteil. Microsoft selbst nannte die Einreichung der Unterlagen einen Meilenstein. Das Unternehmen habe rund 100 Dokumente mit rund 8.500 Seiten überprüft und bearbeitet.
Die amerikanische Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WKN 860853), der weltweit größte Einzelhandelskonzern, hat vom mexikanischen Finanzministerium die Genehmigung zur Eröffnung einer Bank in Mexiko erhalten, nachdem man in den USA diesbezüglich Probleme hatte. Dies berichtet die "New York Times" heute. Der Zeitung zufolge verfügen bis zu 80 Prozent der Mexikaner nicht über ein eigenes Bankkonto. Mehr als 70 Prozent des mexikanischen Bankenmarktes werden indes von Tochtergesellschaften der Kreditinstitute Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A. (BBVA) (ISIN ES0113211835/ WKN 875773) (Spanien), Banco Santander Central Hispano S.A. (BSCH) (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872) (Spanien), HSBC Holdings plc (ISIN GB0005405286/ WKN 923893) (Großbritannien) und Citigroup Inc. (ISIN US1729671016/ WKN 871904) (USA) kontrolliert.
Die amerikanische Einzelhandelskette Family Dollar Stores Inc. (ISIN US3070001090/ WKN 859612) meldete heute, dass sie nicht in der Lage ist, ihren Jahresbericht fristgerecht einzureichen. Demnach ist es dem Unternehmen aufgrund einer laufenden Untersuchung hinsichtlich der Bilanzierungspraktiken bei vergebenen Aktienoptionen nicht möglich, den Finanzbericht für das zum 26. August 2006 abgelaufene Geschäftsjahr bis zum 24. November einzureichen. (24.11.2006/ac/n/m)