11.06.2008 16:05
Drucken |

Schrift:

Wall Street: Schwacher Auftakt, Lehman Brothers unter Druck, Nortel und Staples gesucht

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen präsentieren sich im frühen Mittwochhandel etwas schwächer. Eines der Hauptgesprächsthemen ist nach wie vor der Ölpreis. Somit dürften auch die in Kürze zur Veröffentlichung anstehenden Daten zu den Öllagerbeständen verstärkt in den Blick rücken. Im späteren Handel folgt dann außerdem der Konjunkturbericht der Fed. Beim Dow Jones Industrial Average ist momentan ein Minus von 0,32 Prozent auf 12.250,19 Punkte auszumachen. Der marktbreitere S&P 500 verliert 0,22 Prozent auf 1.355,44 Zähler. Daneben verschlechtert sich der NASDAQ Composite um 0,32 Prozent auf 2.441,08 Punkte.

Papiere von Lehman Brothers bieten abermals Gesprächsstoff. Einem Pressebericht zufolge steht die Investmentbank im Rahmen ihrer Kapitalbeschaffung kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit koreanischen Finanzinstitutionen. Der Wert verliert aktuell 2,4 Prozent.

Nortel Networks schieben sich hingegen um gut 9 Prozent vor. Der kanadische Telekommunikationsausrüster bestätigte heute erneut seine Jahresprognosen und gab zudem ein Abkommen mit der israelischen Alvarion bekannt. Staples stehen ebenfalls auf der Einkaufliste der Anleger und rücken um rund 5 Prozent vor. Die Übernahmebemühungen um den niederländischen Konkurrenten Corporate Express haben sich letztlich gelohnt. Staples hat demnach mit seinem vierten Übernahmeangebot Erfolg gehabt.

Außerdem sorgen wieder einige Analystenkommentare für Bewegung. Die Aktie des Aluminiumkonzerns Alcoa verliert nach einer Abstufung durch JPMorgan rund 3,5 Prozent. Monsanto ziehen dagegen um 2,7 Prozent an. Der Wert profitiert von einer Kurszielanhebung der UBS.

Unternehmensmeldungen:

Die US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. (ISIN US5249081002/ WKN 891041) steht Presseangaben zufolge im Rahmen ihrer Kapitalbeschaffung kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit koreanischen Finanzinstitutionen. Wie die "Financial Times" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, werden die Korea Development Bank und eine Geschäftsbank wie die Kookmin Bank (ISIN US50049M1099/ WKN 765348) als potenzielle Partner von Lehman gesehen. Passive Investoren könnten der Korean Pension Service und die Korean Investment Corp. sein, hieß es. Lehman Brothers gab am Montag bekannt, dass man im zweiten Quartal voraussichtlich einen Verlust von 2,8 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat. Zudem werde man sich voraussichtlich 6 Mrd. Dollar frisches Kapital besorgen.

Der kanadische Telekommunikationsausrüster Nortel Networks Corp. (ISIN CA6565685089/ WKN A0LENQ) bestätigte heute erneut seine Jahresprognosen und gab zudem ein Abkommen mit der israelischen Alvarion Ltd. (ISIN IL0010844582/ WKN 936608) bekannt. Demnach rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr (10,95 Mrd. Dollar). Dabei soll die Bruttomarge im Bereich von 43 Prozent liegen. Bei der operativen Marge wird eine Verbesserung um 300 Basispunkte gegenüber dem Vorjahreswert angepeilt. Darüber hinaus gab der kanadische Konzern bekannt, dass er mit dem Anbieter von WiMAX-Lösungen Alvarion ein strategisches Abkommen geschlossen hat, in dessen Rahmen die Technologien beider Unternehmen zu mobilen Breitband-Lösungen vereint werden.

Die Staples Inc. (ISIN US8550301027/ WKN 876951), der größte Einzelhändler für Büroartikel in den USA, meldete heute, dass sie mit der Corporate Express N.V. (ISIN NL0000852861/ WKN A0MQFH) ein Abkommen geschlossen hat, nach dem die Staples Acquisition B.V. den niederländischen Wettbewerber übernehmen wird. Damit hat Staples mit seinem vierten Übernahmeangebot Erfolg. Demnach bietet der US-Konzern den Corporate Express-Aktionären nun 9,25 Euro in bar für jeden ihrer Anteilsscheine, nach zuletzt gebotenen 9,15 Euro pro Aktie. Die jüngste Offerte hat somit einen Wert von ca. 1,7 Mrd. Euro, der Enterprise Value liegt bei rund 3,1 Mrd. Euro.

Die Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103), die sich bisher gegen eine Übernahme durch die Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) gewehrt hat, und der Investor Carl Icahn haben Presseangaben zufolge höchst unterschiedliche Schätzungen hinsichtlich der Kosten eines Abfindungsplans, den der Internet-Medienkonzern beschlossen hat. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, will Yahoo im Rahmen des Plans bestimmten Mitarbeitern erweiterte Abfindungen anbieten, sollte sich die Kontrolle des Unternehmens bei einem etwaigen Verkauf ändern. Während Icahn den Plan als übermäßig teuer bezeichnet und die anfallenden Kosten auf 2,4 Mrd. Dollar beziffert, schätzt Yahoo die Kosten hier lediglich auf 514 bis 845 Mio. Dollar, so die Zeitung. Durch den Abfindungsplan könnte sich für Microsoft die in Angriff genommene Übernahme des Internet-Konzerns verteuern.

Der amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar Inc. (ISIN US1491231015/ WKN 850598) hat von der U.S. Army einen Auftrag im Wert von 397,1 Mio. Dollar erhalten. Wie das US-Verteidigungsministerium am späten Dienstag mitteilte, sieht der Auftrag die Lieferung von zwei Typen von gepanzerten Planierraupen vor und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Dabei beinhaltet der Kontrakt eine Option zur Verlängerung um weitere fünf Jahre. Die Arbeiten sollen bis Juni 2019 abgeschlossen sein, hieß es. (11.06.2008/ac/n/m)

Was denken Sie über die KfW?
Wichtige Institution
Stümperhafte Vorstände
Sollte abgeschafft werden
Milliardengrab für Steuergelder
Muss umgebaut werden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige