11.04.2008 15:52
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Wall Street: Schwacher Handelsstart, General Electric verlieren zweistellig

New York (aktiencheck.de AG) - Belastet von enttäuschenden Zahlen des Mischkonzerns General Electric sind die US-amerikanischen Börsen mit deutlichen Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Aktuell büßt der Dow Jones 1,14 Prozent auf 12.438,60 Punkte ein. Der S&P 500 gibt 1,21 Prozent ab und steht bei 1.344,03 Zählern. Der NASDAQ Composite fällt um 1,22 Prozent zurück auf 2.323,02 Indexpunkte.

Vorbörslich verkündete das Arbeitsministerium bei den Außenhandelspreisen für März einen beschleunigten Anstieg. Im weiteren Handelsverlauf dürften sich die Blicke aber insbesondere auf den Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan richten.

Wie der Mischkonzern General Electric heute meldete, ist sein Gewinn im ersten Quartal aufgrund der schwachen US-Wirtschaft und der Kreditmarktkrise um 6 Prozent gesunken. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Die Erlöse konnten zwar gesteigert werden, allerdings hatten Marktbeobachter hier ein noch deutlicheres Plus erwartet. Zudem hat der Konzern seinen Ausblick gesenkt. Die Anleger reagieren äußerst verschnupft auf das Zahlenwerk und sorgen für ein kräftiges Kursminus von mehr als 11 Prozent. Auch von Analystenseite her gibt es Schelte. So hat die Schweizer Großbank Credit Suisse den Wert bereits von "outperform" auf "neutral" zurückgenommen.

Anteilsscheine von Genentech stehen mit einem Minus von einem knappen Prozent im Handel. Der Biotech-Konzern hat seinen Gewinn im vergangenen Quartal deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Für AMR geht es um 1,7 Prozent nach unten. Die Muttergesellschaft der Fluggesellschaft American Airlines hat für heute rund 570 Flüge abgesagt, um Inspektionen bei ihrer Flotte von MD-80 Maschinen vorzunehmen. Papiere der Frontier Airlines brechen um rund 75 Prozent ein, nachdem die Fluggesellschaft Gläubigerschutz beantragt hat.

Im Finanzsektor geben Aktien von National City leicht ab. Presseangaben zufolge ist die kanadische Bank of Nova Scotia an der Bankgesellschaft interessiert.

Unternehmensmeldungen:

Der amerikanische Mischkonzern General Electric Co. (GE) (ISIN US3696041033/ WKN 851144) meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Quartal um 6 Prozent gesunken ist, was auf die schwache US-Wirtschaft und die Kreditmarktkrise zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Die Jahresplanung 2008 wurde indes gesenkt. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 7,8 Prozent zu und damit weniger stark als prognostiziert. Für das laufende Quartal stellen Analysten ein EPS-Ergebnis von 58 Cents in Aussicht, während GE selbst einen Gewinn aus dem laufenden Geschäft in Höhe von 53 bis 55 Cents pro Aktie erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis aus dem laufenden Geschäft von 2,20 bis 2,30 Dollar (zuvor: mindestens 2,42 Dollar), während die durchschnittliche Marktschätzung hier einen Wert von 2,43 Dollar vorsieht.

Die amerikanische Genentech Inc. (ISIN US3687104063/ WKN 924632), die sich mehrheitlich im Besitz des schweizerischen Pharmakonzerns Roche Holding AG (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) befindet, veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Quartal 2008. Dabei profitierte der Biotechkonzern von der steigenden Nachfrage nach dem Krebsmedikament Avastin und dem Leukämiemedikament Rituxan. Der Gewinn konnte dabei deutlich gesteigert werden und so die Erwartungen übertreffen. Der Umsatz legte derweil um knapp 8 Prozent zu.

Die AMR Corp. (ISIN US0017651060/ WKN 850211), die Muttergesellschaft der Fluggesellschaft American Airlines (AA), gab am späten Donnerstag bekannt, dass sie für den heutigen Freitag rund 570 Flüge von AA abgesagt hat, um Inspektionen bei ihrer Flotte von MD-80 Maschinen vorzunehmen. Bereits für Donnerstag wurden 933 Flüge gestrichen. Damit hat der Konzern den dritten Tag in Folge eine Vielzahl von Flügen abgesagt.

Presseangaben zufolge ist die kanadische Bank of Nova Scotia (ISIN CA0641491075/ WKN 850388) an der US-Bankgesellschaft National City Corp. (ISIN US6354051038/ WKN 851820) interessiert, die unter dem Druck der Behörden steht, noch vor der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen in diesem Monat ihre Kapitalbasis zu stärken oder einen Käufer zu finden. Wie das "Wall Street Journal" am Donnerstag berichtete, hat die Muttergesellschaft der in Toronto ansässigen Scotiabank angeboten, zumindest eine Beteiligung an National City zu erwerben. Laut der Zeitung haben einige US-Banken und Private Equity-Gesellschaften bereits Interesse bekundet, bei der Stärkung der Bilanzen von National City zu helfen.

Die US-Fluggesellschaft Frontier Airlines Holdings Inc. (ISIN US3590591026/ WKN A0JNGR) meldete heute, dass sie Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hat. Den Angaben zufolge will die Fluglinie jedoch ihren Geschäftsbetrieb mit sämtlichen Flügen während der Restrukturierung aufrechterhalten. Die Fluglinie wurde zuletzt durch steigende Treibstoffkosten und die Kreditmarktkrise belastet. Im letzten Monat hat sie angesichts der hohen Kerosinpreise vier Maschinen verkauft. (11.04.2008/ac/n/m)

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Aktien in diesem Artikel

General Electric 13,3 +5,6%
Genentech 57,3 -3,8%
AMR 6,3 -7,2%
Bank of Nova Scotia (Scotiabank) 22,1 -3,5%
National City 1,2 -18,4%
Frontier Airlines 0,2 -10,0%

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