22.09.2008 16:06
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Wall Street: Schwacher Wochenauftakt, Goldman Sachs und Morgan Stanley im Fokus

New York (aktiencheck.de AG) - Zur Abwendung der Finanzmarktkrise will die US-Regierung ein rund 700 Mrd. Dollar schweres Rettungspaket schnüren. Nach der starken Entwicklung am Freitag ist die Wall Street dennoch mit roten Vorzeichen in die neue Woche gestartet. Der Dow Jones verliert aktuell 0,70 Prozent und notiert bei 11.308,16 Indexpunkten. Gleichzeitig sackt der S&P 500 um 1,21 Prozent ab auf 1.239,90 Zähler. Der NASDAQ Composite fällt um 1,10 Prozent zurück auf 2.248,95 Punkte. Gegenwind kommt von der Konjunkturseite. So ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für August einen kräftigen Rückgang beim National Activity Index.

Finanzwerte stehen nach wie vor verstärkt im Blick. Wie am Wochenende bekannt wurde, geben die zwei großen verbliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley ihren rechtlichen Sonderstatus auf und wandeln sich in gewöhnliche Bank-Holdinggesellschaften um. Die Aktie von Goldman Sachs kann aktuell leicht zulegen. Anteilsscheine von Morgan Stanley springen um rund 14 Prozent, nachdem die japanische Großbank Mitsubishi UFJ Financial angekündigt hat, sich mit bis zu 20 Prozent an den Amerikanern zu beteiligen.

Anteilsscheine von Microsoft legen gegen den Trend mehr als 2 Prozent zu. Der Software-Konzern gab zuvor bekannt, dass sein Board beschlossen hat, eigene Aktien im Wert von 40 Mrd. Dollar zurückzukaufen. Ferner wurde die Anhebung der Quartalsdividende um 18 Prozent beschlossen. Leicht rote Vorzeichen prägen das Bild bei Hewlett-Packard, obwohl der weltweit größte PC-Hersteller den Rückkauf von eigenen Aktien im Wert von weiteren 8 Mrd. Dollar beschlossen hat. Auch der Sportartikelhersteller Nike (+0,8 Prozent) hat ein Aktienrückkauf-Programm im Volumen von 5 Mrd. Dollar angekündigt.

Titel der Autoteilekette AutoZone gewinnen ein knappes Prozent, obgleich der Konzern im abgelaufenen Quartal knapp an den Analystenerwartungen vorbeigeschrammt ist. Anteile des Gebrauchtwagenhändlers CarMax verlieren trotz besser als erwarteter Zahlen mehr als 4 Prozent.

Unternehmensmeldungen:

Der amerikanische Software-Konzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) gab heute bekannt, dass sein Board beschlossen hat, eigene Aktien im Wert von 40 Mrd. Dollar zurückzukaufen. Den Angaben zufolge läuft das neue Aktienrückkauf-Programm des weltgrößten Software-Herstellers bis zum 30. September 2013. Es folgt einem Aktenrückkaufplan über 40 Mrd. Dollar, der bereits abgeschlossen wurde. Darüber hinaus wurde vom Board die Anhebung der Quartalsdividende um 18 Prozent beschlossen.

Die Hewlett-Packard Co. (ISIN US4282361033/ WKN 851301), der weltweit größte PC-Hersteller, gab heute bekannt, dass ihr Board den Rückkauf von eigenen Aktien im Wert von weiteren 8 Mrd. Dollar beschlossen hat. Den Angaben zufolge hat der HP-Konzern im dritten Quartal eigene Anteilsscheine im Wert von rund 1,6 Mrd. Dollar erworben. Zum 31. Juli 2008 war indes ein Volumen von ca. 3,0 Mrd. Dollar im Rahmen des im November 2007 genehmigten Aktienrückkauf-Programms (8 Mrd. Dollar) noch nicht ausgeschöpft.

Das größte japanische Brokerage-Unternehmen Nomura Holdings Inc. (ISIN JP3762600009/ WKN 857054) übernimmt offenbar mit Ausnahme der südkoreanischen Sparte die Asien-Aktivitäten der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. (ISIN US5249081002/ WKN 891041). Wie die "Financial Times" heute unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, wurde heute eine entsprechende Vereinbarung erzielt. Darüber hinaus könnte Nomura einige Europa-Assets von Lehman Brothers übernehmen. Eine offizielle Bestätigung und weitere Details werden im Laufe des Tages erwartet, so der Artikel. Dem Bericht zufolge ist auch die britische Bankgesellschaft Barclays plc (ISIN GB0031348658/ WKN 850403) am europäischen Geschäft der Amerikaner interessiert.

Die Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) und Morgan Stanley (ISIN US6174464486/ WKN 885836), die zwei großen verbliebenen US-Investmentbanken, geben ihren rechtlichen Sonderstatus auf und wandeln sich in gewöhnliche Bank-Holdinggesellschaften um. Dies gab die Federal Reserve am Sonntag bekannt. Durch die geänderte Gesellschaftsform sind die beiden Institute in der Lage, Geschäftsbanken zu gründen, die wiederum Einlagen annehmen können. Damit rücken sie unter die Kontrolle der Fed. Zudem erhalten die beiden Banken in der Übergangsphase zusätzliche Notenbankkredite. Die Banken unterwerfen sich damit zwar einer deutlich strengeren Regulierung, profitieren jedoch im Gegenzug von mehr Freiheiten und könnten Banken mit starkem Privatkundengeschäft übernehmen.

Die AutoZone Inc. (ISIN US0533321024/ WKN 881531), die größte Autoteilekette in den USA, meldete heute, dass sie ihren Gewinn im vierten Quartal um gut 12 Prozent gesteigert hat, was auf eine Geschäftsexpansion trotz eines rückläufigen US-Automobilabsatzes zurückzuführen ist. Die Erwartungen der Analysten wurden damit knapp verfehlt. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 10,4 Prozent.

Der amerikanische Gebrauchtwagenhändler CarMax Inc. (ISIN US1431301027/ WKN 662604) präsentierte heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Dabei musste der Konzern aufgrund rückläufiger Umsatzerlöse und gesunkener Margen einen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Gesamtumsatz verringerte sich um 13 Prozent. Dabei hatte der Konzern vor allem unter Absatzrückgängen bei Gebrauchtwagen zu leiden. Beim Nettogewinn wurde ein Rückgang um 78 Prozent verzeichnet. Ohne negative Einmaleffekte wurden die Erwartungen allerdings übertroffen.

Die Nike Inc. (ISIN US6541061031/ WKN 866993), der weltgrößte Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung, teilte heute mit, dass ihr Board ein Aktienrückkauf-Programm im Volumen von 5 Mrd. Dollar genehmigt hat. Den Angaben zufolge hat das neue Aktienrückkauf-Programm für die Class B-Aktien eine Laufzeit von vier Jahren und beginnt, sobald der derzeitige Aktienrückkauf-Plan im Volumen von 3 Mrd. Dollar abgeschlossen ist. (22.09.2008/ac/n/m)

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Hewlett-Packard 26,0 -3,9%
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Goldman Sachs Group 50,7 -3,6%
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AutoZone 85,3 +2,5%
CarMax 5,3 -10,1%
Nike 37,6 -3,6%

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