24.07.2008 16:03
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Wall Street: Schwächer, Ford meldet Milliardenverlust, Amazon im Aufwind

New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street präsentiert sich im Vorfeld der in Kürze anstehenden Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser schwächer. Der Dow Jones Industrial Average verliert 0,52 Prozent auf 11.572,45 Indexpunkte. Der S&P 500 büßt 0,14 Prozent ein auf 1.280,41 Zähler. Gleichzeitig gibt der NASDAQ Composite 0,28 Prozent ab auf 2.319,44 Punkte. Wie das Arbeitsministerium vorbörslich mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Vorwoche deutlich verschlechtert. So kletterte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 34.000 auf 406.000, während Volkswirte im Vorfeld nur einen Zuwachs auf 380.000 prognostiziert hatten.

Die Aktie von Amazon legt im frühen Handel knapp 10 Prozent zu. Wie der weltweit größte Online-Einzelhändler am Vorabend erklärte, konnte er seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal dank deutlich verbesserter Erlöse mehr als verdoppeln und damit die Erwartungen übertreffen.

Papiere von 3M legen ein knappes Prozent zu. Der Mischkonzern hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal leicht gesteigert und seinen Ausblick bekräftigt. Außerdem wurden die Erwartungen des Marktes geschlagen. Leicht rote Vorzeichen sind dagegen bei Dow Chemical auszumachen. Zuvor wurde bekannt, dass der Chemiekonzern im abgelaufenen zweiten Quartal weniger als von Analysten erwartet verdient hat. Bristol-Myers Squibb tendieren kaum verändert, nachdem der Pharmakonzern heute Zahlen auf den Tisch gelegt hat, die keine großen Überraschungen bargen. Dagegen springen Anteilsscheine des Agrarkonzerns Bunge nach unerwartet starken Quartalsergebnissen um fast 5 Prozent.

Ford knicken indes um fast 7 Prozent ein. Der Automobilhersteller meldete heute, dass er im zweiten Quartal angesichts hoher Sonderbelastungen einen Verlust von fast 9 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat. Dabei fiel auch der Verlust aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten höher als von Analysten befürchtet aus. Titel des Branchenkollegen GM verlieren annähernd 5 Prozent. Im Finanzsektor stehen Sallie Mae im Blick. Der größte US-Anbieter von Studentendarlehen musste im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 72 Prozent verbuchen. Der Wert gibt 3 Prozent ab.

Unternehmensmeldungen:

Die Amazon.com Inc. (ISIN US0231351067/ WKN 906866) veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2008. Dabei konnte der weltweit größte Online-Einzelhändler aufgrund eines 41-prozentigen Umsatzsprungs den Gewinn mehr als verdoppeln und damit die Erwartungen übertreffen. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet Amazon ein operatives Ergebnis zwischen 745 und 920 Mio. Dollar bei Umsätzen von 19,35 bis 20,10 Mrd. Dollar. Dagegen erwarten die Analysten ein EPS von 1,50 Dollar bei Umsatzerlösen von 19,60 Mrd. Dollar.

Der amerikanische Mischkonzern 3M Co. (ISIN US88579Y1010/ WKN 851745) teilte heute mit, dass sein Gewinn im zweiten Quartal leicht gestiegen ist, was mit einem zweistelligen Umsatzplus auf seinen internationalen Märkten zusammenhängt. Die Jahresprognose 2008 wurde indes bekräftigt. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn je Aktie über den Schätzungen des Marktes. Der Umsatz kletterte ebenfalls stärker als prognostiziert. Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte der Konzern seinen Ergebnisausblick.

Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) legte heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Wie der Chemiekonzern erklärte, war der Nettogewinn im Berichtszeitraum deutlich rückläufig. Ferner wurden die Erwartungen des Marktes verfehlt. Der Konzernumsatz verbesserte sich indes unerwartet deutlich. Wie der Konzern weiter erklärte, konnten die teilweise um bis zu 18 Prozent angehobenen Produktabsatzpreise die im Vorjahresvergleich um 2,4 Mrd. Dollar gestiegenen Ausgaben bei Energie und Rohstoffen nicht kompensieren.

Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb Co. (ISIN US1101221083/ WKN 850501) konnte im zweiten Quartal 2008 seinen Gewinn vergrößern. Wie das Unternehmen heute verkündete, kletterten die Umsatzerlöse um 16 Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich um 8 Prozent. Bereinigt um Sondereffekte wurden die Erwartungen der Analysten exakt getroffen.

Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly and Co. (ISIN US5324571083/ WKN 858560) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 44 Prozent gestiegen ist, was das Ergebnis eines soliden Umsatzwachstums ist. Die Jahresprognose wurde indes nach unten korrigiert. Das bereinigte Ergebnis traf exakt die Schätzungen. Der Umsatz erhöhte sich um 11 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern aufgrund von Sonderbelastungen nun mit einem unbereinigten EPS-Ergebnis von nur noch 3,79 bis 3,94 Dollar (zuvor: 3,90 bis 4,05 Dollar). Analysten prognostizieren hier aktuell einen Gewinn pro Aktie von 3,94 Dollar.

Der amerikanische Agrarkonzern Bunge Ltd. (ISIN BMG169621056/ WKN 762269) hat im zweiten Quartal aufgrund der starken Nachfrage aus der Agrarbranche einen drastischen Gewinnanstieg verzeichnet. Zudem wurde die Jahresprognose erhöht. Unternehmensangaben vom Donnerstag zufolge konnte der Nettogewinn mehr als vervierfacht werden. Der Umsatz nahm um 73 Prozent zu. Für 2008 rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 11,60 bis 11,90 Dollar (zuvor: 9,35 bis 9,65 Dollar) vor Einmaleffekten. Analysten sehen das Ergebnis pro Aktie hier bei 9,16 Dollar.

Der US-Automobilhersteller Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391) meldete heute, dass er im zweiten Quartal einen Verlust von fast 9 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat, was vor allem auf drastische Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Das jüngste Ergebnis beinhaltet dabei Abschreibungen in Höhe von 8 Mrd. Dollar vor Steuern. Der Verlust aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten lag dabei höher als von Analysten befürchtet. Der Umsatz im Automobilbereich verringerte sich deutlich, der Gesamtumsatz vor Sondereffekten war ebenfalls rückläufig.

Die SLM Corp. (Sallie Mae) (ISIN US78442P1066/ WKN 932543), der größte US-Anbieter von Studentendarlehen, meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss, dass sie im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch um 72 Prozent verbuchen musste, was auf anhaltend hohe Finanzierungskosten und restrukturierungsbedingte Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Der Gewinn im Kerngeschäft auf bereinigter Basis lag dabei über den Erwartungen. (24.07.2008/ac/n/m)

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