02.03.2007 16:03
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Wall Street: Schwächer, Märkte weiterhin verunsichert, AIG und Dell im Fokus

New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen starten am letzten Handelstag der Woche mit Abschlägen. Hintergrund ist eine zunehmende Risikoaversion an den weltweiten Märkten, die Anfang der Woche durch einen Einbruch in Asien geschockt wurden. Auch heute kommen von dieser Region negative Impulse - der Nikkei verlor fast 1,4 Prozent. Der Standardwerte-Index Dow Jones, der in dieser Woche rund 400 Punkte einbüßte, verliert aktuell 0,30 Prozent und notiert bei 12.197,89 Zählern. Der S&P 500 bröckelt daneben um 0,33 Prozent auf 1.396,32 Punkte ab, der NASDAQ Composite fährt ein Minus von 0,28 Prozent auf 2.397,39 Indexpunkte ein.

Auf der Unternehmensseite stehen die bereits gestern nach Börsenschluss gemeldeten Quartalszahlen einiger Schwergewichte im Fokus, darunter AIG, Dell, Gap und Berkshire Hathaway. Dabei fielen die Ergebnisse gemischt aus. Während Dell und Gap Gewinnrückgänge ausweisen mussten, gab es bei AIG einen Gewinnsprung zu verzeichnen. Beim Konzern von Warren Buffet ging zwar das Nettoergebnis wegen eines Einmalertrags im Vorjahr zurück, der operative Gewinn konnte jedoch kräftig zulegen. Ansonsten sind heute ein Pressebericht über gewisse Verpflichtungen von Investoren hinsichtlich des Energieversorgers TXU sowie die Januar-Zahlen der bankrotten Delta Air Lines von Interesse. Schließlich gab es noch bei UPS zehn A380-Stornierungen und eine Transaktion bei Hilton Hotels.

Auf der Konjunkturseite gibt es bisher keine relevanten Nachrichten. Der Index zum Verbrauchervertrauen im Februar der Uni Michigan wird jedoch in Kürze gemeldet und wie immer mit Spannung von Anlegern erwartet. Der Ölpreis tendiert indes stabil über der Marke von 60 Dollar pro Barrel und notiert zurzeit nahezu unverändert um 62 Dollar. Die bereits genannte Verunsicherung an den weltweiten Märkten hinsichtlich zu hoher Kurse wird von einem gegenüber dem US-Dollar stärker werdenden Yen begleitet.

Die amerikanische Dell Inc. (ISIN US24702R1014/ WKN 121092) hat gestern nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2006/07 vorgelegt. Der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt musste dabei einen Gewinneinbruch um 33 Prozent hinnehmen, konnte aber dennoch hierbei die Erwartungen übertreffen. Lediglich beim Umsatz wurden die Schätzungen verfehlt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 673 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie, nach 1,01 Mrd. Dollar bzw. 43 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Analystenerwartungen hatten sich im Vorfeld auf 29 Cents belaufen. Die Umsatzerlöse beliefen sich demnach auf 14,4 Mrd. Dollar, nach 15,2 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen der Analysten hatten sich im Vorfeld hier auf 14,88 Mrd. Dollar belaufen. Für das derzeit laufende erste Fiskalquartal 2007/08 liegen die Erwartungen bei 28 Cents Gewinn je Aktie und 14,27 Mrd. Dollar Umsatz.

Der amerikanische Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073/ WKN 859520) konnte im vierten Quartal 2006 einen Ergebnissprung erzielen. Zudem kündigte der weltgrößte Versicherungskonzern gestern nach Börsenschluss ein großes Aktienrückkaufprogramm sowie eine neue Dividendenpolitik an. Demnach lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 3,44 Mrd. Dollar bzw. 1,31 Dollar je Aktie, nach 444 Mio. Dollar bzw. 17 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 3,85 Mrd. Dollar bzw. 1,47 Dollar je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,49 Dollar erwartet. Für das laufende erste Quartal 2007 rechnen die Analysten mit einem EPS von 1,53 Dollar. Das neue Aktienrückkaufprogramm hat ein Gesamtvolumen von 8 Mrd. Dollar. In 2007 sollen davon bis zu 5 Mrd. Dollar eingesetzt werden. In Bezug auf die Dividendenpolitik kündigte AIG ein jährliches Wachstum der Ausschüttungen unter normalen Umständen um 20 Prozent an.

Die Gap Inc. (ISIN US3647601083/ WKN 863533) veröffentlichte gestern nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2006/07. Dabei musste der US-Bekleidungshändler einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte jedoch die Erwartungen übertreffen. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 219 Mio. Dollar bzw. 27 Cents je Aktie, nach 337 Mio. Dollar bzw. 39 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von durchschnittlich 24 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen um 2,2 Prozent auf 4,93 Mrd. Dollar. Die Analysten hatten zuvor Umsätze von 4,87 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende erste Fiskalquartal 2007/08 erwarten die Analysten einen Gewinn von 27 Cents je Aktie bei Umsätzen von 3,43 Mrd. Dollar.

Die Kohl´s Corp. (ISIN US5002551043/ WKN 884195) gab gestern nach Börsenschluss bekannt, dass er seinen Gewinn im vierten Fiskalquartal 2006/07 um 29 Prozent gesteigert hat, was auf anhaltend starke Umsätze zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 484,6 Mio. Dollar bzw. 1,48 Dollar je Aktie, nach 374,9 Mio. Dollar bzw. 1,08 Dollar je Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum von 4,65 Mrd. Dollar auf 5,43 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,43 Dollar und einem Umsatz von 5,43 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende erste Fiskalquartal 2007/08 stellen sie ein EPS-Ergebnis von 61 Cents bei Erlösen von 3,57 Mrd. Dollar in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2007/08 korrigierte der Konzern seine EPS-Prognose auf 3,68 bis 3,84 Dollar nach oben. Die durchschnittliche Marktschätzung sieht hier ein Ergebnis pro Aktie von 3,82 Dollar vor.

Der amerikanische Software-Hersteller Novell Inc. (ISIN US6700061053/ WKN 873019) hat gestern nach Börsenschluss Zahlen für das erste Fiskalquartal 2006/07 veröffentlicht. Wie bereits im vergangenen Quartal sind auch in diesem Quartal die Zahlen lediglich vorläufig, da die interne Untersuchung bezüglich der Vergabe und Bilanzierung von Aktienoptionen noch nicht abgeschlossen ist. Derzeit erwartet Novell Sonderbelastungen daraus in Höhe von 45 Mio. Dollar.
Den Angaben zufolge erzielte der Konzern einen Nettoverlust von 19,9 Mio. Dollar bzw. 6 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 1,87 Mio. Dollar bzw. Break-Even je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 1 Cent erwartet. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum von 242 auf 230 Mio. Dollar zurück. Im Vorfeld hatten Analysten Umsätze von durchschnittlich 233,95 Mio. Dollar erwartet. Für das zweite Fiskalquartal 2006/07 prognostizieren die Analysten ein EPS von 1 Cent, bei Umsätzen von 236,7 Mio. Dollar.

Das US-Versicherungskonglomerat Berkshire Hathaway Inc. (ISIN US0846701086/ WKN 854075), gab am Donnerstag bekannt, dass sein operativer Gewinn im vierten Quartal um 56 Prozent gestiegen ist. Der Nettogewinn ging aufgrund eines Einmalertrags im Vorjahr um 30 Prozent zurück. Demnach nahm der operative Gewinn von 1,84 Mrd. Dollar bzw. 1.196 Dollar pro Aktie (A) im Vorjahr auf 2,87 Mrd. Dollar bzw. 1.859 Dollar pro Aktie zu. Der Nettogewinn belief sich auf 3,58 Mrd. Dollar bzw. 2.323 Dollar pro Aktie, nach 5,13 Mrd. Dollar bzw. 3.330 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Im Vorjahresergebnis war jedoch ein Einmaleffekt in Höhe von 3,25 Mrd. Dollar aus der Gillette-Übernahme durch Procter & Gamble enthalten. Der Umsatz nahm um 3 Prozent auf 26,23 Mrd. Dollar zu. Im Gesamtjahr kletterte der Nettogewinn um 29 Prozent auf 11,02 Mrd. Dollar, während der operative Gewinn um 86 Prozent auf 9,31 Mrd. Dollar zulegen konnte. Ende des Jahres verfügte der Konzern über Barmittel in Höhe von 43,74 Mrd. Dollar.

Die Investorengruppe, die den US-Energieversorger TXU Corp. (ISIN US8731681081/ WKN 852656) im bisher größten Leveraged Buy-Out (LBO) übernehmen will, hat sich Presseangaben zufolge dazu verpflichtet, im Falle einer erfolgreichen Transaktion mindestens fünf Jahre lang am Konzern festzuhalten und ihm keine akquisitionsbedingten Verbindlichkeiten aufzubürden. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, reagiert die Texas Energy Future Holdings LP - die von der Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), der Texas Pacific Group (TPG) und anderen Investoren gegründete Holding-Gesellschaft - damit auf die von texanischen Gesetzgebern in dieser Woche formulierte Kritik an der Transaktion. Laut der Zeitung könnte das aus der 32 Mrd. Dollar schweren Transaktion hervorgehende Unternehmen mit Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 33 Mrd. Dollar belastet sein, was wiederum zu höheren Kosten für Kunden führen könnte. TXU hat am Montag das Übernahmeangebot des Private Equity-Konsortiums um KKR und TPG akzeptiert. Dabei sollen die Anteilseigner von TXU 69,25 Dollar je Aktie erhalten. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2007 abgeschlossen werden.

Die bankrotte Delta Air Lines Inc. (ISIN US2473611083/ WKN 850874), die drittgrößte Fluglinie in den USA, meldete heute, dass sie im Januar einen deutlich geringeren Verlust erwirtschaftet hat, was auf höhere Kapazitäten und gestiegene Ticketpreise zurückzuführen ist. Der Konzern, der in diesem Frühjahr den Gläubigerschutz verlassen will, wies demnach einen Nettoverlust von 109 Mio. Dollar aus, gegenüber einem Fehlbetrag von 300 Mio. Dollar im Januar 2006. Vor bestimmten Einmalerträgen lag der jüngste Verlust bei 115 Mio. Dollar. Die operativen Kosten blieben im Wesentlichen unverändert. Zum 31. Januar 2007 verfügte die Fluglinie über eine Liquidität in Höhe von 3,6 Mrd. Dollar, hieß es.

Die US-Hotelkette Hilton Hotels Corp. (ISIN US4328481092/ WKN 853218) will den Geschäftsbereich Scandic Hotel an die Private Equity-Gesellschaft EQT veräußern. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, erwartet es hieraus Nettoeinnahmen in Höhe von rund 1,04 Mrd. Dollar, die zur Schuldentilgung verwendet werden sollen. Die Transaktion soll im April abgeschlossen werden. Durch den Verkauf wird das Ergebnis in 2007 voraussichtlich um 10 Cents pro Aktie belastet. Hierbei gehen 7 Cents direkt auf den Verkauf und 3 Cents auf eine Erhöhung der Steuerquote zurück, welche sich durch den Verkauf von Vermögen außerhalb der USA ergibt.
(02.03.2007/ac/n/m)

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