14.12.2007 19:27
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Wall Street Update: Deutliche Abschläge, Finanzwerte gesucht

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen präsentieren sich am Freitagmittag New Yorker Zeit mit deutlichen Abschlägen. Neben schwach ausgefallenen Konjunkturdaten stehen vor allem die anhaltenden Sorgen um die Finanzmarktkrise im Fokus.

So verzeichneten die US-Verbraucherpreise im November 2007 einen schnelleren Anstieg. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöhten sich die Preise binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent, während sie schon im Oktober nur um 0,3 Prozent zugelegt hatten. Volkswirte hatten mit einer Preissteigerung von 0,6 Prozent gerechnet. Indes ermittelte die Fed für November 2007 einen leichten Anstieg der US-Industrieproduktion. So wuchs der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, wogegen er im Oktober um 0,5 Prozent geschrumpft war. Volkswirte hatten im Vorfeld ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig erhöhte sich die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 81,5 Prozent, während die Prognose auf 81,7 Prozent lautete. Schließlich wies das Realeinkommen in den USA im November 2007 erneut einen preis- und saisonbereinigten Rückgang aus.

Der Dow Jones verliert derzeit 0,58 Prozent auf 13.439,68 Punkte, der S&P 500 gibt aktuell 0,57 Prozent auf 1.479,92 Zähler nach. Die Technologiebörse NASDAQ verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 0,51 Prozent auf 2.654,92 Punkte.

Auf der Unternehmensseite standen keine wichtigen Quartalszahlen an. Bereits gestern hat der Software-Hersteller Novell mitgeteilt, dass er zwar den Umsatz gesteigert, jedoch einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet hat. Allerdings waren die Erwartungen auf bereinigter Basis übertroffen worden. In der Folge notiert die Aktie kaum verändert.

Die Citigroup wird 49 Mrd. Dollar aus so genannten strukturierten Investmentvehikeln (SIVs) in die Bilanz aufnehmen. Geplant war ein solcher Schritt zuvor nicht. Die größte US-Bankgesellschaft wurde daraufhin von der Rating-Agentur Moody's abgestuft. Die Aktie gewinnt derzeit rund 1,9 Prozent.

Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern ist die US-Kreditmarktkrise für die Investmentbank Goldman Sachs offenbar ein seltener Glücksfall. Nach Angaben des "Wall Street Journal" hat Goldman Sachs frühzeitig auf den Einbruch der Wertpapiere auf Basis riskanter Hypotheken gesetzt und so rund 4 Mrd. Dollar verdient. Die Verluste der Investmentbank in Zusammenhang mit der Krise bezifferte das Blatt lediglich auf 1,5 bis 2 Mrd. Dollar. Die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr zum 30. September werden am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Analysten erwarten laut dem Artikel einen Rekord-Nettogewinn von mehr als 11 Mrd. Dollar. In der Folge kann die Aktie 2,3 Prozent zulegen.

Die Investmentbank Morgan Stanley nimmt nach den durch die US-Kreditkrise verursachten Verlusten weitere Veränderungen im Management vor. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, werden Richard Portogallo und Jerome Wood gemeinsam die Verantwortung für den Bereich Sales Operations des Finanzkonzerns übernehmen. Die Meldung wird am Markt positiv aufgenommen, die Aktie gewinnt 1,4 Prozent.

Der Werkzeughersteller Black & Decker teilte heute mit, dass schlechter als geplante Geschäftsbedingungen und eine erwartete Rückrufaktion die Ergebnisse im laufenden Quartal und im gesamten Geschäftsjahr beeinträchtigen werden. Die Aktie verliert dadurch aktuell über 6 Prozent.

Die Biotechnologiefirma BioMarin Pharmaceutical hat von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) eine Marktzulassung für Kuvan erhalten. Dabei hat die FDA das Medikament zur Behandlung der Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU) zugelassen. Die Aktie springt derzeit um mehr als 21 Prozent nach vorne. (14.12.2007/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Novell 3,9 -1,0%
BlackDecker 41,7 -3,3%
Biomarin Pharmaceutical 17,3 -0,7%
Morgan Stanley 25,6 -0,6%
Goldman Sachs Group 108,1 -0,5%
Citigroup 11,8 +0,5%
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