15.09.2008 19:30
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Wall Street Update: Drastische Kursverluste, Finanzwerte im Fokus

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen präsentieren sich am Montagmittag New Yorker Zeit mit drastischen Abschlägen. Im Fokus stehen dabei die Finanzmarktkrise und die Ereignisse rund um die Investmentbanken Lehman Brothers und Merrill Lynch.

Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte für September 2008 einen überraschend deutlichen Rückgang bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So schrumpfte der Empire State Manufacturing Index auf -7,4 Punkte, während Volkswirte nur mit einer Verschlechterung auf +1,4 Punkten gerechnet hatten. Für August war ein Stand von +2,8 Punkten ausgewiesen worden.

Die US-Industrieproduktion ist im August 2008 überraschend klar gesunken. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 1,1 Prozent unter seinem Vormonatsniveau, wogegen er im Juli um revidiert 0,1 Prozent angestiegen war. Dagegen hatten Volkswirte nur einen Rückgang um 0,3 Prozent prognostiziert.

Der Dow Jones verliert derzeit 2,14 Prozent auf 11.177,97 Punkte, der S&P 500 gibt aktuell 2,09 Prozent auf 1.225,60 Zähler nach. Die Technologiebörse NASDAQ verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 1,40 Prozent auf 2.229,51 Punkte.

Die Bank of America, die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA, wird die US-Investmentbank Merrill Lynch für insgesamt 50 Mrd. Dollar übernehmen. Im Rahmen der reinen Aktien-Transaktion zahlt die Bank of America 0,8595 eigene Aktien für jeden Anteilsschein von Merrill Lynch. Damit wird jede Merrill Lynch-Aktie mit 29 Dollar bewertet. Während die Aktie der Bank of America 17 Prozent verliert, gewinnt die Aktie von Merrill Lynch 18 Prozent.

Der Tagesverlierer an der Wall Street ist die Investmentbank Lehman Brothers. Mit einem Abschlag von rund 94 Prozent reagiert die Börse auf die Beantragung des Gläubigerschutzes nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Der Finanzkonzern hatte am Morgen mitgeteilt, dass seine Broker-Sparten sowie andere Bereiche, wie die Asset Management-Firma Neuberger Berman, nicht von dem Gläubigerschutzantrag betroffen sind. Daneben prüft Lehman Brothers weiter den Verkauf der Broker-Sparten und befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen zur Veräußerung ihres Investment Management-Bereichs.

Der Versicherungskonzern AIG hat sich einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge in Zusammenhang mit den durch die Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten ausgelösten Liquiditätsschwierigkeiten an die US-Notenbank Fed gewandt und diese um Hilfe gebeten. Die AIG-Aktie bricht um 45 Prozent ein.

Der bankrotte Automobilzulieferer Delphi wird von seiner ehemaligen Konzernmutter General Motors eine deutlich höhere finanzielle Unterstützung erhalten. So werde General Motors im Rahmen der getroffenen Vereinbarung 10,6 Mrd. Dollar an Unterstützungszahlungen leisten. Während die Delphi-Aktie mehr als 82 Prozent gewinnt, verliert die GM-Aktie 6 Prozent.

Das Internet-Auktionshaus eBay könnte nach Angaben des Anlegermagazins "Barron's" zufolge 1.500 Arbeitsplätze abbauen. Demnach hat der US-Konzern mit einer Verschlechterung seiner Geschäftsaktivitäten zu kämpfen und bereitet vor diesem Hintergrund Kürzungen beim Personal vor, die 10 Prozent der Belegschaft über 15.000 Mitarbeiter betreffen könnten. Die Aktie reagiert derzeit kaum auf die Meldung.

Die Napster-Aktie gehört am Montag zu den Favoriten an der Wall Street. Zuvor hatte Best Buy ein Übernahmeangebot für den Online-Musikanbieter für insgesamt 121 Mio. Dollar vorgelegt. Der größte US-Elektronikhändler bietet dabei 2,65 Dollar pro Napster-Aktie, was einem Aufschlag von rund 95 Prozent auf den Schlusskurs am Freitag entspricht. Die Napster-Aktie kann derzeit 86 Prozent zulegen. Dagegen notiert die Aktie von Best Buy rund ein Prozent fester.

Electronic Arts gab am Sonntag bekannt, dass er nicht mehr an einer Übernahme der Take-Two Interactive Software interessiert ist. Demnach ist das Unternehmen nach sorgfältiger Prüfung, darunter eine Management-Präsentation und anderes Due Diligence-Material, zu dem Schluss gekommen, kein Übernahmeangebot für den Konkurrenten zu machen und die Verhandlungen abzubrechen. Während Electronic Arts 1,3 Prozent verliert, geht es bei Take-Two 22 Prozent nach unten. (15.09.2008/ac/n/m)

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Bank of America 11,3 +0,8%
Merrill LynchCo 8,9 -13,4%
Lehman Brothers 0,0 +2,9%
Delphi 0,0 +8,0%
General Motors 3,8 +2,7%
American International Group 1,5 +2,8%
eBay 10,0 +0,6%
Napster 1,9 -4,0%
Best Buy 15,1 -7,7%
Electronic Arts 14,4 -0,4%
Take-Two Interactive Software 8,5 -9,1%

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