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Wall Street: Zurückhaltung vor Zinsentscheid, Boeing im Steigflug, SanDisk unter Druck
Auf der Konjunkturseite stehen zahlreiche Daten im Blick. Wie das Arbeitsministerium verkündete, erhöhte sich der Arbeitskosten-Index im vierten Quartal nur um 0,8 Prozent, während Volkswirte durchschnittlich von einer Kostensteigerung um 1,0 Prozent ausgegangen waren. Daneben präsentierte das Handelsministerium eine überraschend starke Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung für das Schlussquartal. So kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um kräftige 3,5 Prozent. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum ein BIP-Wachstum von lediglich 3,0 Prozent erwartet. Im weiteren Handelsverlauf stehen die Bauausgaben sowie der Index der Einkaufsmanager Chicago auf der Agenda.
Aktien von Boeing befinden sich im frühen Handel im Steigflug und legen aktuell knapp 5 Prozent zu. Der Flugzeughersteller konnte im vierten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Absatzentwicklung bei Passagiermaschinen einen kräftigen Ergebnisanstieg vorweisen und die Erwartungen deutlich schlagen, ferner wurden die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr angehoben. Anteilsscheine der Hotelkette Hilton, deren Gewinn sich im vierten Quartal fast verdoppelt hat, verfestigen sich um rund 2 Prozent.
Nach der Vorlage von Ergebnissen liegen Papiere von Eli Lilly und L-3 Communications nur wenig verändert im Markt. Im Technologiesektor brechen Papiere von SanDisk um 8 Prozent ein. Der Speicherchip-Hersteller musste im abgelaufenen Quartal aufgrund von Aufwendungen für die Übernahme von MSystems einen Verlust ausweisen. Sonderbelastungen ausgenommen lag der Gewinn zwar deutlich über den Prognosen des Marktes, jedoch rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit sinkenden Margen.
Der Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) konnte im vierten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Absatzentwicklung bei Passagiermaschinen einen kräftigen Ergebnisanstieg vorweisen. Im Anschluss wurden die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr angehoben. Wie der Konzern heute erkläre, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 989 Mio. Dollar bzw. 1,29 Dollar je Aktie, nach 460 Mio. Dollar bzw. 58 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um positive Einmaleffekte in Zusammenhang mit Steuerrückerstattungen sowie Ergebnisbeiträgen aus nicht weitergeführten Geschäftsaktivitäten lag der Gewinn je Aktie bei 1,16 Dollar. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 13,90 Mrd. Dollar auf 17,54 Mrd. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 98 Cents sowie einen Umsatz von 16,46 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Markterwartungen bei einem EPS von 1,08 Dollar sowie einem Umsatz von 15,73 Mrd. Dollar. Angesichts der anhaltend starken Nachfrage nach Passagierflugzeugen erwartet Boeing nunmehr für das laufende Fiskaljahr 2007 einen Umsatz im Bereich von 64,5 bis 65 Mrd. Dollar, während die Prognosen für den Gewinn je Aktie auf 4,55 bis 4,75 Dollar angehoben wurden. Analysten erwarten für das laufende Fiskaljahr ein EPS von 4,75 Dollar sowie einen Umsatz von 65,89 Mrd. Dollar.
Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly and Co. (ISIN US5324571083/ WKN 858560) teilte heute mit, dass sein Gewinn im vierten Quartal drastisch gesunken ist, was mit einer Reihe von Sonderbelastungen zusammenhängt. Der bereinigte Gewinn konnte die Erwartungen jedoch übertreffen. Der Nettogewinn belief sich auf 132 Mio. Dollar bzw. 12 Cents pro Aktie, gegenüber 701 Mio. Dollar bzw. 64 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 85 Cents (Vorjahr: 80 Cents) pro Aktie. Der Umsatz im Berichtszeitraum nahm um 9,4 Prozent auf 4,25 Mrd. Dollar zu. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 82 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 4,08 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 79 Cents bei Erlösen von 4,07 Mrd. Dollar, während Eli Lilly selbst einen bereinigten Gewinn von 77 bis 79 Cents pro Aktie erwartet. Für 2007 rechnet der Konzern mit einem EPS-Ergebnis von 2,89 bis 2,99 Dollar bzw. 3,25 bis 3,35 Dollar auf bereinigter Basis, wobei der Umsatz im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen soll. Die durchschnittlichen Marktschätzungen liegen hier bei einem EPS-Ergebnis von 3,33 Dollar und Erlösen von 17,18 Mrd. Dollar.
Die L-3 Communications Holdings Inc. (ISIN US5024241045/ WKN 914398), ein Anbieter von Verteidigungselektronik, verbuchte im vierten Quartal einen kräftigen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum bei 3,39 Mrd. Dollar, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2.90 Mrd. Dollar) einem Plus von 16,7 Prozent entspricht. Der Nettogewinn lag bei 173,6 Mio. Dollar bzw. 1,37 Dollar je Aktie, nach 151,6 Mio. Dollar bzw. 1,24 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,36 Dollar sowie einen Umsatz von 3,32 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 1,25 Dollar sowie einem Umsatz von 3,10 Mrd. Dollar. Angesichts der weiterhin starken Nachfrage im Bereich Rüstungselektronik hat der Konzern die Prognosen für das laufende Fiskaljahr angehoben. Demnach geht man beim EPS nunmehr von einem Wert im Bereich von 5,55 Dollar bis 5,65 Dollar aus, nachdem man zuvor einen Gewinn im Bereich von 5,45 bis 5,55 Dollar erwartet hatte. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 5,58 Dollar sowie einem Umsatz von 13,03 Mrd. Dollar aus.
Der amerikanische Ölkonzern Hess Corp. (ISIN US42809H1077/ WKN A0JMQL) verbuchte im vierten Quartal trotz der anhaltend hohen Ölpreisnotierungen einen Ergebnisrückgang. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 359 Mio. Dollar bzw. 1,13 Dollar je Aktie, nach 452 Mio. Dollar bzw. 1,44 Dollar je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 7,15 Mrd. Dollar auf 7,21 Mrd. Dollar. Konzernangaben zufolge haben vor allem gesunkene Raffineriemargen auf das Ergebnis gedrückt. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 1,13 Dollar sowie einen Umsatz von 5,67 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Markterwartungen bei einem EPS von 1,21 Dollar sowie einem Umsatz von 6,95 Mrd. Dollar.
Die SanDisk Corp. (ISIN US80004C1018/ WKN 897826) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2006 veröffentlicht. Dabei musste der amerikanische Speicherchip-Hersteller aufgrund von Aufwendungen für die Übernahme der MSystems Ltd. einen Verlust ausweisen. Der Nettoverlust belief sich dabei auf 35 Mio. Dollar bzw. 17 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 133,9 Mio. Dollar bzw. 68 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis beläuft sich auf einen Gewinn von 191,7 Mio. Dollar bzw. 87 Cents je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von durchschnittlich 75 Cents erwartet. Die Umsatzerlöse verbesserten sich im Berichtszeitraum aufgrund der gestiegenen NAND-Nachfrage um 55 Prozent auf 1,16 Mrd. Dollar. Die Analystenerwartungen hatten sich im Vorfeld auf 1,02 Mrd. Dollar belaufen. Für das derzeit laufende erste Quartal 2007 erwarten die Analysten ein EPS von 53 Cents, bei Umsatzerlösen in Höhe von 925,4 Mio. Dollar.
Die US-Hotelkette Hilton Hotels Corp. (ISIN US4328481092/ WKN 853218) meldete heute, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal fast verdoppelt hat, was vor allem mit einer höheren Zimmerauslastung, einem Wachstum der Kapazitäten und der Übernahme der Hotel-Assets der Hilton Group im Februar 2006 zusammenhängt. Der Überschuss belief sich auf 207 Mio. Dollar bzw. 50 Cents pro Aktie, verglichen mit 105 Mio. Dollar bzw. 26 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten und einem einmaligen Steuerertrag lag der Gewinn bei 32 Cents pro Aktie. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum von 1,08 Mrd. Dollar auf 2,23 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 33 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,20 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 19 Cents bei Erlösen von 1,98 Mrd. Dollar. (31.01.2007/ac/n/m)
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