23.03.2006 22:21
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Wall Street beendet Handel mit roten Vorzeichen, GM im Fokus

Die US-Märkte gingen am Donnerstag mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Die vorbörslich bekannt gegebenen Zahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche fielen mit 302.000 im Rahmen der Erwartungen aus, dennoch sorgten die Daten für keine positiven Impulse.

Aktien von General Motors standen heute mit im Blickpunkt der Anleger. Zunächst sorgte ein Pressebericht, demzufolge der Automobilkonzern in der nächsten Woche Stellenstreichungen innerhalb seiner Engineering-Aktivitäten in den USA und in Europa ankündigen wird für deutliche Aufschläge. Nach dem Dementi dieser Entlassungen rückte der Verkauf einer 78 Prozent-Beteiligung an der GMAC Commercial Holding in den Blickpunkt des Interesses. Neben den 1,5 Mrd. Dollar in bar fliesen dem Konzern Barmittel in Höhe von 7,3 Mrd. Dollar aus einer innerbetrieblichen Schuldentilgung von GMAC Commercial Holding an GMAC zu. Damit stehen GM nach Abschluss dieser Transaktion rund 9 Mrd. Dollar in bar zur Verfügung. Die GM-Aktie ging mit leichten Abschlägen aus dem Handel.

Mit Aufschlägen von 0,7 Prozent schlossen Papiere des Lebensmittelkonzerns General Mills nach Bekanntgabe von Quartalszahlen, die besser als erwartet ausfielen. Im Technologiesektor preschten Anteilsscheine von Jabil Circuit um fast 12 Prozent nach vorne. Zuvor hatte der Auftragshersteller von Elektronikkomponenten einen wie erwarteten Gewinn und einen besser als prognostizierten Umsatz für das letzte Quartal präsentiert.

Weniger gut wurde indes der von Adobe Systems vorgelegte Ausblick aufgenommen, bis Handelsende verzeichneten die Aktien des Software-Herstellers ein Minus von rund 1,1 Prozent. Einen regelrechten Kursrutsch von über 11 Prozent - erlitten Papiere des Schul- und Kinderbuchverlag Scholastic, der die Erwartungen des Marktes für das abgelaufene Quartal deutlich verfehlte.

Dagegen sorgten Analystenstimmen für gute Stimmung. So klettern Papiere des Internetkonzerns Yahoo! nach einer Aufstufung durch die UBS um 3,5 Prozent. Titel von Level 3 profitierten von einem positiven Kommentar von Bear Stearns und legen mehr als 16 Prozent zu. Daneben äußerten sich die Analysten von Jefferies & Co positiv zu EarthLink, aktuell verteuerte sich der Wert um 5,5 Prozent.

Beim Kreuzfahrtkonzern Carnival sorgten die heutigen Zahlen dagegen für Enttäuschung am Markt. Der Gewinn ist den Angaben zufolge im ersten Quartal um 19 Prozent gesunken, was vor allem mit gestiegenen Treibstoffkosten zusammenhängt. Bis zum Handelsschluss gaben die Papiere über 5 Prozent nach.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Donnerstag mit einem Minus von 0,42 Prozent bei 11.270,29 Zählern. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 0,14 Prozent auf 2.300,15 Punkte aus dem Handel.

Der Software-Hersteller Adobe Systems Inc. (ISIN US00724F1012/ WKN 871981) meldete am Mittwoch nach Börsenschluss, dass sein Gewinn im ersten Quartal deutlich gesunken ist, was mit akquisitionsbedingten Kosten zusammenhängt. Zudem wurde ein enttäuschender Ausblick gegeben. Der Nettogewinn belief sich auf 105,1 Mio. Dollar bzw. 17 Cents pro Aktie, nach 151,9 Mio. Dollar bzw. 30 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 32 Cents pro Aktie. Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 655,5 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 29 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 650,3 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende zweite Quartal prognostizieren sie ein EPS von 32 Cents bei Erlösen von 675,7 Mio. Dollar, während Adobe selbst lediglich ein EPS von 30 bis 32 Cents (vor Einmaleffekten) bei Umsätzen von 640 bis 670 Mio. Dollar in Aussicht stellt. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Umsatz von 2,7 Mrd. Dollar, was den Marktschätzungen entspricht. Analysten stellen hier einen Wert von 2,72 Mrd. Dollar in Aussicht.

Die General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) dementierte heute Presseberichte, wonach der US-Automobilkonzern in der nächsten Woche Stellenstreichungen innerhalb seiner Engineering-Aktivitäten in den USA und in Europa ankündigen würde. Demnach gebe es derzeit keine Pläne für weitere Stellenstreichungen. Die "Detroit Free Press" hatte in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Engineering-Mitarbeiter sowie einen GM-Manager berichtet, dass der Abbau der Arbeitsplätze am kommenden Dienstag bekannt gegeben wird. Der weltgrößte Automobilhersteller beabsichtigt, seine Arbeiterbelegschaft bis Ende 2008 rund 30.000 Personen zu reduzieren. Zudem sollen mehrere Werke geschlossen werden. Mit diesem Plan will der Weltmarktführer seinem seit Jahren rückläufigen Marktanteil in den USA Rechnung tragen. Heute teilte der Konzern mit, das er den Verkauf einer 78 Prozent-Beteiligung an der GMAC Commercial Holding Corp. an eine Investorengruppe abgeschlossen hat. GM hatte zunächst nur 60 Prozent veräußern wollen. Neben den 1,5 Mrd. Dollar in bar fliesen dem Konzern Barmittel in Höhe von 7,3 Mrd. Dollar aus einer innerbetrieblichen Schuldentilgung von GMAC Commercial Holding an GMAC zu. Damit stehen GM nach Abschluss dieser Transaktion rund 9 Mrd. Dollar in bar zur Verfügung.

Die Carnival Corp. & plc (ISIN PA1436583006/ WKN 120100), der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um 19 Prozent gesunken ist, was vor allem mit gestiegenen Treibstoffkosten zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 280 Mio. Dollar bzw. 34 Cents pro Aktie, nach 345 Mio. Dollar bzw. 42 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 36 Cents pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 2,46 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 36 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 2,53 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende zweite Quartal stellen sie EPS von 57 Cents bei Erlösen von 2,76 Mrd. Dollar in Aussicht. Der US-Konzern selbst rechnet hier mit einem EPS von lediglich 48 bis 50 Cents. Für das laufende Geschäftsjahr 2006 prognostiziert Carnival ein Ergebnis von 2,90 bis 3,00 Dollar pro Aktie. Die durchschnittliche Marktschätzung liegt hier bei einem EPS von 3,09 Dollar.

Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (ISIN US4781601046/ WKN 853260) meldete heute, dass seine französische Tochter Johnson & Johnson Consumer France SAS der Übernahme der Groupe Vendome zugestimmt hat. Die Groupe Vendome ist ein nicht börsennotierter Vermarkter von Hautpflegeprodukten für Säuglinge und Erwachsene. Die Akquisition, über deren finanzielle Einzelheiten nichts bekannt gegeben wurde, wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2006 abgeschlossen werden.

Der Lebensmittelkonzern General Mills Inc. (ISIN US3703341046/ WKN 853862) konnte Umsatz und Ergebnis im dritten Geschäftsquartal (per 26. Februar 2006) verbessern. Wie der zweitgrößte Hersteller von Frühstücks-Cerealien heute bekannt gab, erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 2,86 Mrd. Dollar, nach 2,77 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Dies bedeutet ein Plus von 3 Prozent. Ferner wuchs der Nettogewinn um 7 Prozent von 230 Mio. Dollar oder 58 Cents je Aktie auf nun 246 Mio. Dollar bzw. 68 Cents pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 67 Cents, während Analysten durchschnittlich nur ein EPS von 65 Cents prognostiziert hatten. Für das laufende vierte Quartal 2006 gehen Analysten von einem Gewinn pro Aktie von 61 Cents bei Umsatzerlösen in Höhe von 2,80 Mrd. Dollar aus.

Die Jabil Circuit Inc. (ISIN US4663131039/ WKN 886423) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss Zahlen für das letzte Quartal 2005/2006 veröffentlicht. Der Auftragshersteller von Elektronikkomponenten verzeichnete einen deutlichen Gewinnsprung. So stieg das Nettoergebnis auf 69 Mio. Dollar oder 32 Cents je Aktie, nach 46 Mio. Dollar oder 22 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Exklusive Sondereffekte lag das EPS bei 37 Cents. Der Umsatz wurde derweil mit 2,31 Mrd. Dollar beziffert. Analysten hatten mit einem Gewinn von 37 Cents je Aktie und einem Erlös von 2,21 Mrd. Dollar gerechnet. Für das laufende Quartal erwarten die Analysten ein EPS von 41 Cents bei Umsatzerlösen von 2,32 Mrd. Dollar.

Die Einzelhandelskette Family Dollar Stores Inc. (ISIN US3070001090/ WKN 859612) meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal aufgrund einer Sonderbelastung um 32 Prozent gesunken ist. Demnach belief sich der Nettogewinn auf 54,5 Mio. Dollar bzw. 35 Cents pro Aktie, nach 80,1 Mio. Dollar bzw. 48 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 53 Cents pro Aktie. Der Umsatz der Discount-Kette erreichte im Berichtszeitraum 1,74 Mrd. Dollar, was einem Zuwachs von 9,4 Prozent entspricht. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 48 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 1,74 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende zweite Quartal prognostizieren sie ein EPS von 36 Cents bei Erlösen von 1,57 Mrd. Dollar.

Der Schul- und Kinderbuchverlag Scholastic Corp. (ISIN US8070661058/ WKN 880597) meldete heute, dass sich sein Verlust im dritten Quartal deutlich ausgeweitet hat. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 15,5 Mio. Dollar bzw. 37 Cents pro Aktie, nach einem Fehlbetrag von 0,8 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz nahm von 480,8 Mio. Dollar auf 487,7 Mio. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 7 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 502,8 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende zweite Quartal prognostizieren sie ein EPS von 1,21 Dollar bei Erlösen von 615,8 Mio. Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Ergebnis von 1,70 bis 1,80 Dollar pro Aktie, einschließlich einer Sonderbelastung von 15 Cents pro Aktie aus Stellenstreichungskosten. Die durchschnittliche Marktschätzung sieht ein EPS von 2,24 Dollar vor.

Die Videoverleihkette Movie Gallery Inc. (ISIN US6245811046/ WKN 895026) musste im vierten Quartal einen deutlichen Verlust ausweisen. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag der Nettoverlust im Berichtszeitraum bei 546,5 Mio. Dollar bzw. 17,25 Dollar je Aktie, nach einem Gewinn von 11,4 Mio. Dollar bzw. 36 Cents je Aktie. Dabei beinhaltet das Ergebnis mehrere negative Sondereffekte von insgesamt 17,42 Dollar je Aktie. Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund der Übernahme der Hollywood Entertainment Corp. von 208,4 Mio. Dollar auf 676,4 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 31 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 693,6 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal erwarten Marktbeobachter ein EPS von 33 Cents bei Erlösen von 647,2 Mio. Dollar.

Aktien in diesem Artikel

Adobe Systems 25,3 +0,8%
General Motors 6,9 +4,7%
Carnival 21,6 +4,9%
JohnsonJohnson 42,6 +1,3%
General Mills 39,2 +1,3%
Jabil Circuit 10,3 +1,9%
Family Dollar Stores 15,0 +4,9%
Scholastic 17,1 -0,8%
Movie Gallery 0,0 +0,0%
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