04.01.2009 09:00
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Wer war der größte Geldvernichter? (EuramS)

Gesucht wird Mr. Burn – der Manager, der im vergangenen Jahr die mieseste Leistung gezeigt und Anlegergeld verbrannt hat. Fünf prominente Kandidaten stehen zur Wahl.

von Sven Parplies

Börsianer mögen martialische Formulierungen. Wenn die Kurse fallen, ist schnell von Massaker oder Blutbad die Rede. Die Wortwahl ist Geschmackssache, aber Kursverluste sind halt schmerzhaft. Vor allem wenn sie so dramatisch ausfallen wie im vergangenen Jahr. Allein im DAX wurden 380 Milliarden Euro vernichtet. Von den 110 Aktien aus DAX, MDAX, und TecDAX haben 105 das Jahr mit Kursverlusten beendet. Neun Aktien büßten sogar mehr als drei Viertel ihres Werts ein. Besonders prominent sind in den Ranglisten der Geldverbrenner die Banken vertreten. Allen voran die Hypo Real Estate, die innerhalb eines Jahres über 90 Prozent ihres Börsenwertes verbrannt hat.

In den Vorstandsetagen der Verliererunternehmen ist man um Ausreden nicht verlegen. Wer nicht das Pech hat, selbst Chef einer Bank zu sein, verweist reflexartig auf Finanzkrise und Konjunkturschwäche. Doch vielfach stehen hinter dem Kursverfall auch hausgemachte Prob­leme, wie beim Chiphersteller Infineon oder dem Mischkonzern Arcandor, bei denen die Vorstände im vergangenen Jahr jeweils mehr als 80 Prozent des Börsenwerts vernichtet haben. €uro am Sonntag nominiert in diesem Jahr wieder fünf Manager als Geldverbrenner des Jahres. Mit dem Titel "Mr. Burn 2008" soll besonderes Versagen gewürdigt werden.

Angesichts der dramatischen Kursverluste ist die Auswahl so groß wie nie zuvor. Aufgrund der Dramatik des vergangenen Jahres haben wir die Nominierungskriterien erweitert. Da etliche Vorstandsvorsitzende im Jahresverlauf gefeuert wurden oder zurückgetreten sind, stehen zum ersten Mal auch bereits geschasste Chefs zur Wahl. Schließlich bleiben Aktionäre auch nach dem Rausschmiss eines gescheiterten Vorstands auf ihren Kursverlusten sitzen.

Wichtig: Die fünf Nominierungen der Redaktion sind nur Vorschläge. Das letzte Wort haben wie immer die Leser – sie entscheiden, wer tatsächlich der Mr Burn 2008 ist. Zur Wahl steht jeder Vorstandschef eines börsennotierten Unternehmens, der im vergangenen Jahr Marktkapitalisierung vernichtet hat. Schicken Sie einfach eine E-Mail mit dem Namen des Managers, der Ihrer Ansicht nach den Titel Mr. Burn 2008 am meisten verdient hat, an folgende Adresse:

Mr.Burn@eurams.de

Unter allen Einsendern verlosen wir als Dankeschön zehn exklusive Füllfederhalter von Cerruti. Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 7. Januar, 24 Uhr. Das Ergebnis der Wahl wird in der kommenden Ausgabe veröffentlicht.

Gesucht: Der Geldverbrenner des Jahres

Thomas Middelhoff, Arcandor

Sein nach eigenem Bekunden größter Fehler war diese Marke: "40 Euro plus x" hatte Middelhoff im April 2007 als Kursziel für die Arcandor-Aktie ausgegeben. 2008 wären Anleger froh gewesen, das Papier hätte vier plus x geschafft. Sicher war es ein Verdienst Middelhoffs, die Immobilien vor Jahren verkauft und die Reisetochter Thomas Cook, inzwischen der einzige Gewinnbringer des Konzerns, ins Boot geholt zu haben. Doch seine operative Leistung bei Karstadt sieht verheerend aus. Zuletzt rutschte das Geschäft tief in die roten Zahlen. Ein Weg aus dem Desaster ist nicht in Sicht. Middelhoff aber weist jede Schuld von sich: Er habe hier lediglich (mit Ex- Karstadt-Chef Peter Wolf) eine falsche Personalent­scheidung getroffen. Kursentwicklung 2008: - 81,0 %

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Georg Funke, Hypo Real Estate

Das Beben erreichte die Aktionäre der Hypo Real Estate im Januar. Vorstandschef Georg Funke meldete im Zuge der Immobilienkrise Abschreibungen in Höhe von 390 Millionen Euro. Wenige Wochen zuvor hatte Funke noch getönt, die Bank befinde sich "voll auf Kurs". Im September steht die HRE dann sogar kurz vor dem Kollaps. Der Staat muss für einen Notkredit von 35 Milliarden Euro bürgen. Später steigt der Finanzbedarf auf 50 Milliarden. Funke zögerte seinen Rücktritt trotz desaströser Bilanz bis Oktober hinaus. Jetzt ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft. Funke und sein ehemaliges Vorstandsteam werden verdächtigt, neben den eigenen Aktionären auch Bundesregierung und Bankenaufsicht getäuscht zu haben. Kursentwicklung 2008: - 91,6 %

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Peter Bauer, Infineon

Infineon-Chef Peter Bauer hat es sich verscherzt – bei Aktionären und großen Teilen der Belegschaft. Sofort nach seiner Amtsübernahme im Juni kündigte er den Abbau von 3000 der 29 000 Stellen an. Zwar hat Infineon den Wert seiner Beteiligung an der hochdefizitären Speicherchiptochter Qimonda auf null abgeschrieben, aber Infine­-on verliert 3,2 Milliarden Euro Eigenkapital. Das schränkt die Chancen, ausreichend Kapital einzusammeln, stark ein. In der Folge wurde die Infineon-Aktie zum ersten Pennystock der DAX-Geschichte. Seit dem Börsengang war Bauer Chef der Logikchipsparte. Die war bis vor Kur-zem ein Gewinnbringer. Doch wenn Bauer nicht schnell eine Lösung für Qimonda findet, ist dieser Bonus rasch aufgebraucht. Kursentwicklung 2008: - 88,1 %

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Klaus Zumwinkel, Deutsche Post

Selten hat sich ein DAX-Chef so spektakulär verabschiedet. Im Februar wurde Klaus Zumwinkel vor laufenden TV-Kameras von der Steuerfahndung abgeführt. Sein Rücktritt als Post-Chef war nur noch Formsache. Die Börse reagierte erleichtert, denn Zumwinkel war schon zuvor zu einer Belastung für den Aktienkurs geworden. Viel zu lang hatte der Manager, der den Ex-Staatskonzern zu einem weltweiten Logistikkonzern ausgebaut hatte, am verlustreichen Geschäft in den USA festgehalten. Erst Nachfolger Frank Appel zog die Notbremse. Die Post-Tochter DHL zieht sich aus dem nationalen Express- Geschäft in den USA zurück. Die Restrukturierung kosten die Deutsche Post und ihre Aktionäre voraussichtlich drei Milliarden Euro. Kursentwicklung 2008:- 49,3 %

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G. de Posch, ProSiebenSat.1

Die Finanzinvestoren Permira und KKR haben ProSiebenSat.1 schwer zugesetzt. Vorstandschef Guillaume de Posch bemühte sich nach Kräften, die Wünsche der Großaktionäre zu befriedigen, und trieb den Aktienkurs damit immer tiefer in den Keller. So kaufte ProSiebenSat.1 den Großaktionären die Sendergruppe SBS für 3,3 Milliarden Euro ab. Finanziert wurde die Übernahme auf Pump. Eine Dividende dreimal so hoch wie der Nettogewinn, immer neue Sparprogramme und die Werbeflaute im Schatten der Konjunkturkrise haben Aktionäre und Mitarbeiter zermürbt. De Posch selbst muss sich damit nicht mehr belasten. Er hat seinen Posten zum Jahreswechsel geräumt und berät jetzt die griechische Mediengruppe Antenna Group. Kursentwicklung 2008: - 85,4 %



 18 Bewertungen dieses Artikels: 

Kommentare zu diesem Artikel

Erich Wimmer schrieb:
05.01.2009 15:02:30

dümmlicher Artikel

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