Widerstand gegen Berufung des neuen italienischen EU-Kommissars
BERLIN (Dow Jones)--Im Europaparlament und bei Umweltschützern regt sich offener Widerstand gegen die Berufung des neuen EU-Verkehrskommissars Antonio Tajani. "Wir sind sauer", sagt etwa der Berliner EU-Abgeordnete und Verkehrsexperte Michael Cramer (Grüne) der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe), wie ddp berichtet.
Tajani sei Kommissar von Berlusconis Gnaden und werde sich in Sachen Alitalia kaum mit Rom anlegen. Vor allem befürchtet Cramer aber, dass Tajani als Kommissar eine Politik zu Gunsten des Lkw-Verkehrs verfolgen wird und die Eisenbahn erneut ins Hintertreffen gerät.
Die Parlamentarier haben der Kommission in den vergangenen Jahren der Zeitung zufolge die Zusage abgerungen, dass die Mitgliedstaaten künftig bei der Berechnung ihrer Lastwagen-Maut auch Umwelt-, Lärm- und Gesundheitskosten des Straßenverkehrs einbeziehen dürfen. Dann würde die Straße teurer und damit die Schiene für den Güterverkehr attraktiver.
Cramer rechnet damit, dass dieser Prozess unter Tajani wieder ins Stocken gerät: "In der Berlusconi-Partei sind die ganzen Lkw-Fahrer und Kleinunternehmer. Es besteht die Gefahr, dass das Thema wegen italienischer Interessen ausgesessen wird."
Auch die Deutsche Umwelthilfe ist alarmiert: "Wir sehen das mit großer Sorge", sagt Geschäftsführer Jürgen Resch. Tajani soll Anfang Juni im Verkehrsausschuss des Europaparlaments vorsprechen. Seiner Ernennung muss später das Plenum zustimmen.
Webseite: http://www.berliner-zeitung.de
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May 16, 2008 01:13 ET (05:13 GMT)
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