Wirbel um Personalabbau bei Bahn - Hansen: Unvermeidlich
Hansen hatte der "Bild"-Zeitung (Freitag) gesagt: "Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen." In seinem neuen Amt als Arbeitsdirektor im Bahnvorstand sei es jedoch sein Ziel, ohne Kündigungen auszukommen. Hansen war erst vor einer Woche als Vorsitzender der Gewerkschaft Transnet zurückgetreten und beginnt am 1. Juni bei der Bahn. Die Verkehrs- und Logistiksparten der Bahn sollen spätestens bis Frühjahr 2009 bis zu 24,9 Prozent an die Börse gebracht werden.
HANSEN FORDERTE EFFIZIENZ
Hansen forderte von den Mitarbeitern der Bahn eine höhere Effizienz: "Es gibt mittlerweile viele regionale Bahngesellschaften, die zeigen, wie es gehen kann. Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern - sondern kann in den Zugabteilen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken." So etwas sei bei einem großen Konzern wie der Bahn zwar schwieriger, "aber in diese Richtung müssen wir langfristig denken", sagte Hansen.
Für den Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, zeigen die Äußerungen Hansens, "dass die Eisenbahner die Leidtragenden einer Teilprivatisierung der DB sein werden." Auch aus diesem Grunde lehne die GDL den Einfluss privater Investoren auf das Unternehmen ab.
GDBA KÜNDIGTE WIDERSTAND AN
Der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel kündigte Widerstand an, sollten tatsächlich weitere Rationalisierungen geplant sein. "Dann droht Krach, aber richtig", sagte Hommel. "Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter ist zwischenzeitlich so hoch, dass es für solche Überlegungen keinerlei Spielräume gibt." Hommel hatte in den vergangenen Jahren in enger Abstimmung mit Hansen Tarifpolitik betrieben. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, in Sachen Beschäftigungssicherung werde "nichts mit Tricks und Kniffen" gemacht. Koalition und Bundesregierung hätten ihre Bedingungen für die Teilprivatisierung hinreichend klargemacht.
Das Bündnis "Bahn für alle" erinnerte daran, dass der am Mittwoch vereinbarte Tarifvertrag nur betriebsbedingte Kündigungen im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung ausschließe, nicht jedoch "betriebsbedingte Kündigungen aus Motiven der einzelnen Gesellschaften heraus". Die Bahn strebe an, Beschäftigte vom dem privatisierten Teil des Unternehmens in die Arbeitsvermittlungs- Tochter DB JobService zu verschieben, der bei der Konzernmutter und so im öffentlichen Eigentum bleibe. So würden "Gewinne privatisiert, Kosten sozialisiert."/br/DP/sc
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