Wirtschaft und Politik begrüßen fast ausnahmslos Flughafenurteil
"Der Flughafen Leipzig/Halle hat nun die besten Voraussetzungen, um sich im Frachtverkehr zu einem der Top-Standorte Europas zu entwickeln", erklärte Sachsens Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold in einer Mitteilung. Der Flughafen und die ihn nutzenden Logistikunternehmen seien bereits jetzt Jobmotor für die Region. "Nun können sie einen weiteren Gang hochschalten." Der Flughafen sei schon Arbeitsstätte für rund 4500 Menschen.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig rechnet nun langfristig mit weiterem wirtschaftlichen Aufschwung. "Am Standort herrschen nunmehr verbindliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen und Investoren der Logistikwirtschaft", erklärte Präsident Wolfgang Topf. Die Entscheidung des Gerichts sei ein klares Urteil für die Entwicklung des Flughafens, der Logistikwirtschaft im mitteldeutschen Wirtschaftsraum sowie der Posttochter DHL. Damit werde die Existenz von vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Umfeld des Flughafens gesichert, erklärte der Chef der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Steffen Flath. Ähnlich äußerte sich die FDP im Parlament.
Auch die Oberbürgermeister von Leipzig und Halle, Burkhard Jung und Dagmar Szabados (beide SPD), begrüßten die Entscheidung. Der uneingeschränkte Nachtflugbetrieb sei wichtig für die Logistikbranche sowie Anreiz für weitere Investoren. Szabados zeigte sich sicher, dass der Flughafen den Ansprüchen der Anwohner auf Lärmschutz auch künftig gerecht wird. Jung sagte dem MDR Info zufolge, dass Lärmschutzmaßnahmen noch einmal überprüft werden sollten. Auch Wirtschaftsstaatssekretär Mangold geht nach eigenen Worten davon aus, dass umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen den Anwohnern "schon bald das Leben am Flughafen erleichtern werden".
Vertreter von Grünen und der Partei Die Linke kritisierten hingegen die Gerichtsentscheidung, weil das Recht der Anwohner auf nächtliche Ruhe missachtet worden sei. Die Linke sprach sich zudem erneut gegen eine "weitere logistische Unterstützung der völkerrechtswidrigen US-Kriege im Nahen Osten" aus. Das letzte Urteil bei der militärischen Nutzung des Flughafens sei noch nicht gesprochen, so Volker Kühlow von der Linksfraktion im Sächsischen Landtag. Er begrüßte erste Überlegungen von Bürgerinitiativen, gegebenenfalls eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einzureichen./st/ar/DP/fn
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