18.07.2008 18:22
Drucken |

Schrift:

XETRA-SCHLUSS/DAX fast auf Wochenhoch - Bankenrally geht weiter

   FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr fest und fast auf Wochenhoch sind die deutschen Aktienmärkte am Freitag aus der Handelswoche gegangen. Der DAX legte um 1,8% oder 111 auf 6.383 Punkte zu. Die 6.400er-Schwelle verfehlte das Börsenbarometer dabei im Verlauf um nur 4 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 207,3(Vortag: 224,0) Mio Aktien im Wert von rund 7,90 (Vortag: 8,97) Mrd EUR.

   Vor allem über Finanzwerte zogen mehrere Kaufwellen hinweg und ließen die Titel auf Tageshoch schließen. Auslöser waren überraschend gute Geschäftszahlen der Citigroup und die Erleichterung, dass der Einbruch von Merrill Lynch am Vorabend als "unternehmensspezifisch" abgetan werden konnte. Zudem gab es Aussagen von dem halbstaatlichen US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac, dass seine Liquidität "stark" sei. Konjunkturdaten spielten zum Freitag keine Rolle am Markt.

   Technische Analysten sehen den DAX nun in Richtung 6.550 Punkte weiterlaufen. Als technisch unterstützt gilt der Leitindex nun bei 6.200 Punkten.

   Finanzwerte setzten ihre Branchenrally nahezu ungebremst fort. Gute Zahlen der Citigroup ließen die meisten Titel am Tageshoch schließen. Analysten hatten bei der US-Bank mit einem Verlust von 0,60 USD je Aktie gerechnet, das Minus lag aber "nur" bei 0,54 USD. Dies sorgte für einen Freudensprung der Branche, nachdem bereits J.P. Morgan überzeugt und nur Merrill Lynch enttäuscht hatte.

   Commerzbank stiegen um 6,3% auf 21,17 EUR. Hier rechnet der Handel zudem damit, dass es am Wochenende erste Details über einen möglichen Zusammenschluss mit der Dresdner Bank gibt. Auch Allianz kletterten um 4,9% auf 111,17 EUR, Deutsche Bank um 3,9% auf 56,61 EUR und Deutsche Börse um 5% auf 72,44 EUR.

   Infineon profitierten mit einem Aufschlag von 8,4% auf 5,30 EUR von den guten Vorgaben der europäischen Technologiewerte. Nachdem Nokia am Vortag bereits nicht enttäuscht hatte, konnte am Freitag auch Sony Ericsson die zuvor gesenkten Erwartungen erfüllen. Gleichzeitig profitierte Infineon vom Rekordabsatz des neuen Apple-Handys, da es dort Zulieferer ist.

   Auch die Titel der Automobilhersteller und der Fluggesellschaften waren mit der kräftigen Ölpreis-Entspannung wieder gesucht. Daimler sprangen um 3,8% auf 41,09 EUR und BMW um 2,2% auf 30,10 EUR. VW stiegen nur um 0,9% auf 189,01 EUR. Der VW-Vorstandsvorsitzende Winterkorn hatte gesagt, die Rohstoffpreise belasteten das Unternehmen, man müsse möglicherweise die Fahrzeugpreise erhöhen. Bei Lufthansa schlug der Ölpreis-Rückggang ungebremst zu und trieb die Aktie um 5,6% nach oben auf 15,21 EUR.

   Nach einem enttäuschenden Gewinnausblick des US-Stahlkonzerns Nucor verloren ThyssenKrupp 1,8% auf 32,61 EUR. FMC erholten sich von den Verlusten vom Donnerstag, als eine Wandelanleihe den Aktienkurs belastet hatte und legten um 3,6% auf 34,75 EUR zu. Metro waren mit plus 0,2% auf 38,68 EUR klarer Unterperformer. Hierfür war laut Beobachtern eine Gewinnwarnung des belgischen Handelskonzerns Delhaize verantwortlich. Im MDAX verloren K+S 8,8% auf 304,77 EUR. Hier belastete, dass der kanadische Düngemittelproduzent Potash Corp die Kapazitäten für Kalisalze ausbauen will. Damit könnten die Preise nachgeben. Fuchs Petrolub fielen um 6,2% auf 86,85 EUR. Sie litten darunter, dass die französische Bank Cheuvreux das Kursziel für die Aktie um 25 EUR auf 50 EUR gesenkt hat.

   Am Tag der Hauptversammlung gaben Heidelberger Druck um 1,9% auf 11,20 EUR nach. Seit der schwachen Entwicklung der letzten Monate erwartet CEO Schreier keine Besserung des zuletzt schwierigen Geschäfts. "Das ist nicht, was die Aktionäre hören wollen", sagte ein Händler. MLP stiegen um 5,5% auf 12,14 EUR, nachdem die Berenberg-Bank ihren Anteil auf gut 10% aufgestockt hat. Damit bleibe die Übernahmespekulation erhalten, hieß es im Handel.

   Im TecDAX stand ein erneuter Kurs-Crash von Wirecard im Fokus. Die Aktien brachen unter Rekordumsätzen um 29,2% auf 4,25 EUR ein. Händler verwiesen zur Begründung auf die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die juristische Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet hat. Ein Erfolg der SdK hätte womöglich die Nichtigkeit des jüngsten Jahresabschlusses zur Folge.

DJG/mod/reh (END) Dow Jones Newswires

   July 18, 2008 12:18 ET (16:18 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 18 PM EDT 07-18-08

Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige