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XETRA-SCHLUSS/DAX leicht erholt - 6.600er-Marke knapp verfehlt
FRANKFURT (Dow Jones)--Leicht erholt ist der DAX am Montag aus dem Handel gegangen. Das deutsche Börsenbarometer verbesserte sich um 0,2% oder 11 auf 6.589 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 137,0 (Freitag: 302,2) Mio Aktien im Wert von rund 5,35 (12,18) Mrd EUR.
Nach den Kursverlusten vom Freitag sei die Erholung jedoch relativ lustlos ausgefallen, hieß es im Handel. Die 6.600er-Marke erweise sich als starker Widerstand. Als Schuldiger wurde unter anderem der schwache ifo-Index ausgemacht. Er war im Juni schwächer als erwartet ausgefallen und mit einem Wert von 101,3 auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2005 gerutscht. Der hohe Ölpreis belaste offenbar die deutschen Unternehmen, ließ das ifo-Institut wissen.
Für kleine Erholungsansätze sorgte die Abwicklung des großen Verfalltages an den Terminbörsen und etwas bessere US-Konjunkturdaten. So erschien der Aktivitätsindex der US-Notenbank Chicago ("Chicago-Fed-Index") mit -0,96 Indexpunkten und lag damit im Mai über dem April-Wert von -1,23 Punkten. Daneben warte der Markt jedoch vor allem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch, hieß es im Handel. Aus technischer Sicht sieht Staud Research den DAX bei 6.450 bis 6.420 Punkten unterstützt.
Im Fokus stand am Montag erneut der Finanzsektor: Hypo Real Estate (HRE) gaben 0,8% auf 20,84 EUR nach, lagen zwischenzeitlich aber über 3,5% im Minus. Dem Bieterkonsortium um J.C. Flowers, das bis zu 24,9% an der HRE übernehmen will, sind bislang per Freitag 18,54% der HRE-Aktien angedient worden. Die Annahmefrist endet um Mitternacht. Analysten zufolge dürfte das Angebot zwar erfolgreich sein, nach seiner Annahme jedoch als Kursstütze ausfallen. Dies habe den Markt zu Verkäufen gedrängt.
Merrill Lynch sorgte für ordentliche Kursbewegung bei gleich zwei Banken. Die US-Investmentbank hat die Commerzbank hochgestuft auf "Kaufen" und die Postbank abgestuft auf "Neutral". Während Commerzbank, die am Freitag eingebrochen waren, um 1,6% zulegten auf 19,30 EUR, brachen Postbank um 6,2% ein auf 53,92 EUR. Deutsche Börse verteuerten sich um 1,7% auf 79,15 EUR und erholten sich somit etwas von den Verlusten am Freitag.
Deutsche Telekom legten über dem Markttrend um 1,9% auf 10,20 EUR zu, der Sektor war europaweit gesucht. Schlechter sah es hingegen für die Automobilwerte aus. Vor allem Daimler gaben mit minus 1,9% auf 43,53 EUR deutlich nach, VW und BMW fielen bis zu einem halben Prozent. Die schweizerische Investmentbank Credit Suisse hat die Kursziele für alle vier Automobiltitel gesenkt. MAN stiegen dagegen um 0,6% auf glatt 79 EUR. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, der Konzern sondiere einen Verkauf von MAN Ferrostaal.
Lufthansa verloren 2,7% auf 14,26 EUR. Hier drückten die Ergebnisse der OPEC-Konferenz von Dschiddah. Die Ankurbelung der Ölproduktion durch Saudi-Arabien ohne Nennung von Fördermengen wurde als nicht ausreichend kritisiert.
Im TecDAX haussierten Versatel um 9,8% auf 14,72 EUR. Laut "Il Corriere della Sera" will Telecom Italia ihre deutschen Töchter Hansanet und AOL Germany mit dem hiesigen Wettbewerber Versatel fusionieren. "Die lang erwartete Konsolidierung im Telekommunikationsmarkt scheint endlich Fahrt aufzunehmen", meinte ein Händler.
Im MDAX standen hingegen die Index-Neulinge im Blick. An ihrem ersten Handelstag im Index stieg der Stahlveredler SKW um 0,4% auf 25,40 EUR. Fuchs Petrolub verloren hingegen 4,9% auf 97,50 EUR. Die aus dem MDAX entfernte Arques brach sogar 9,4% auf 6,29 EUR ein.
ProSiebenSat.1 gaben weitere 3,9% auf 6,14 EUR ab. Zwischenzeitlich verloren die Titel sogar rund 8% auf den niedrigsten Kurs seit Juli 2003. Die Aktie stand bereits in der vergangenen Woche wegen des Rücktritts von CEO Guillaume de Posch stark unter Druck.
DJG/mod/flf (END) Dow Jones NewswiresJune 23, 2008 12:29 ET (16:29 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 29 PM EDT 06-23-08
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