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XETRA-SCHLUSS/Etwas leichter - DAX trotzt schlechten Nokia-Daten
FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas leichter ist der DAX am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der deutsche Leitindex verlor 0,3% oder 21 auf 6.682 Punkte. Händler werteten dies dennoch als Stärkezeichen: "Angesichts der enttäuschenden Zahlen von Nokia und der nicht wirklich guten Nachrichten von Merrill Lynch hätte der DAX auch 100 Punkte tiefer stehen können", sagte ein Händler. Der deutsche Markt reagierte damit unbeeindruckt auf die Quartalsdaten des finnischen Handy-Herstellers und der US-Investmentbank. Nun werde mit Spannung auf die Google-Zahlen gewartet, die nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht werden.
Übergeordnet habe sich das Sentiment für Aktien mit der Entspannung an den Kreditmärkten deutlich verbessert, hieß es weiter. Der Markt negiere sogar belastende Faktoren wie das zwischenzeitliche Rekordhoch in Euro und Öl. Der Euro erreichte zum Dollar fast die Marke von 1,60 USD und die Öl-Futures übersprangen im Tagesverlauf die Marke von 115 USD.
Selbst der etwas schlechtere Philadelphia-Fed-Index wurde am Nachmittag vom Markt weggesteckt. Dies sei durch den unerwarteten Anstieg der US-Frühindikatoren aufgewogen worden, hieß es. Der Philadelphia-Fed-Index ist im April auf minus 24,9 gefallen, nachdem Analysten lediglich minus 15 erwartet hatten. Vor allem die Auftragseingänge gingen erneut zurück, ebenso die Beschäftigungskomponente; die Preise stiegen weiter an. Die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten lagen im Rahmen der Erwartung. Technische Analysten rechnen damit, dass der DAX die Unterstützung um 6.650 Punkte verteidigen wird.
Tagesgewinner TUI legten um 3% auf 17,95 EUR zu. "Anscheinend positionieren sich die Großaktionäre noch im Vorfeld der Hauptversammlung" so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die vom norwegischen Reeder John Fredriksen aufgestockte Beteiligung. Fredriksen ist nun größter Aktionär bei TUI. Der Markt spekuliere nun, ob mit Alexej Mordaschow auch der zweite Großaktionär seinen Anteil aufstockt. "Immerhin geht es nun um die Verteilung der Stimmrechtsmehrheiten bei der Hauptversammlung", so der Händler weiter.
Auf die Quartalsdaten der US-Investmentbank Merrill Lynch reagierten die meisten Finanzwerte gelassen. Unter anderem schlossen Deutsche Bank 0,1% im Plus bei 74,70 EUR. Hypo Real Estate verloren hingegen 3,6% auf 22,18 EUR und fielen damit unter den Angebotspreis des Konsortiums um die Beteiligungsgesellschaft JC Flowers. Diese hatte am Mittwoch 22,50 EUR geboten. Der Preis sei "sehr fair", nun würden Positionsglattstellungen und Gewinnmitnahmen die Aktie knapp unter das Gebot drücken, hieß es.
Tagesverlierer im DAX waren Deutsche Börse mit minus 4,2% auf 89,50 EUR. Marktteilnehmer verwiesen auf den schärferwerdenden Wettbewerb unter den Handelsplattformen. Zudem übten Großkunden zunehmend Preisdruck aus, so ein Analyst. Beides werde die Margen des Marktplatzbetreibers kräftig drücken.
Europaweit gesucht war der Automobilsektor. BMW setzten sich mit plus 1,9% auf 33,93 EUR an die Spitze der deutschen Werte. VW legten um 1,5% auf 184,44 EUR zu, nur Daimler gaben nach Gewinnmitnahmen um 0,2% auf 49,70 EUR nach. Auch Continental stiegen um 1,7% auf 72,72 EUR.
Deutsche Telekom verloren nach negativen Analystenkommentaren 2,2% auf 11,05 EUR. Zum einen senkte die ING das Kursziel für den Titel auf 12,50 von 15,30 EUR, zum anderen reduzierten Lehman Brothers den gesamten europäischen Telekomsektor auf "Negative" von "Neutral". Die Analysten erwarten für 2008 eine rapide Verlangsamung des Gewinnwachstums bei Telekommunikationsdienstleistern sowie bei der mobilen Datenübertragung.
Infineon verloren nach den Zahlen von Nokia 1,2% auf 4,96 EUR. Der Quartalsausweis der Finnen wurde von Analysten als "Quasi-Gewinnwarnung für den Sektor" interpretiert.
An der Spitze im TecDAX standen wie am Vortag QSC, die um 8,9% auf 2,33 EUR sprangen. LBBW-Analyst Andreas Heinold verwies auf ein Interview von QSC-CEO Bernd Schlobohm mit der "Börsen-Zeitung", indem dieser den Verkauf der Mehrheit an dem Netzwerk als denkbar bezeichnet. Ein solcher Richtungswechsel in der Netzwerk-Strategie sei für QSC sehr positiv, so der Analyst. Auch Drägerwerk erholten sich von vorangegangenen Verlusten um 7,9% auf 44,40 EUR. Im MDAX wurden K+S von kräftigen Gewinnmitnahmen belastet und gaben um 7,4% auf 241,20 EUR nach.
DJG/mod/ros (END) Dow Jones NewswiresApril 17, 2008 12:12 ET (16:12 GMT)
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