23.07.2008 18:28
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XETRA-SCHLUSS/Fest - Finanzwerte erholt - VW auf Allzeithoch

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch fest geschlossen und damit seine Erholungsbewegung in unvermindertem Tempo fortgesetzt. Der DAX stieg um 1,4% oder 93 Punkte auf 6.536. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf XETRA rund 173,7 (Vortag: 186,9) Mio Aktien im Wert von rund 7,36 (Vortag: 5,80) Mrd EUR.

   Händler verwiesen auf die guten internationalen Vorgaben als Grund für die Gewinne. Zudem seien die Quartalszahlen von Volkswagen (VW) gut ausgefallen. Gerade bei den Werten, die zuletzt deutlich verloren hatten, sei es darauf hin zu Rückkäufen gekommen, hieß es. Auch der Ölpreis verblieb auf ermäßigtem Niveau. Die Rohstoffanalysten der Commerzbank erwarten in den kommenden Wochen und Monaten einen weiteren nachhaltigen Rückgang. Die Nachfrageentwicklung deute auf eine bevorstehende Trendwende hin, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

   Aus technischer Sicht gebe es nun weiteres Erholungspotenzial für den Aktienmarkt, so technische Analysten. Der DAX treffe bei 6.650 bis 6.730 Punkten auf Widerstände, hier liege ein mögliches Ziel für die Erholung, so die Analysten von Staud Research. Unterstützt sei der DAX beim Januar-Tief bei knapp 6.400 Zählern und beim März-Tief bei 6.170 Punkten.

   VW waren mit einem Aufschlag von 6,9% auf 209,55 EUR stärkster DAX-Wert und erreichten damit ein neues Alzeithoch. Die Gewinneinschätzungen des Marktes übertraf der Autobauer deutlich. "Die Konsensschätzungen der Gewinnziffern sind ja um die 10% überboten worden - das ist sehr, sehr viel", staunte ein Händler. Der Absatz habe sich im ersten Halbjahr "hervorragend" entwickelt, auch wenn er im Juni etwas geschwächelt habe, meinte ein Analyst. "Die Restrukturierung aus den Jahren 2005 und 2006 trägt jetzt Früchte und wird von CEO Winterkorn fortgeführt", so der Analyst. Die übrigen Automobilwerte waren ebenfalls gesucht.

   Die Finanzwerte zogen ebenfalls deutlich an und reagierten damit auf gute US-Vorgaben. Deutsche Bank und Commerzbank legten um jeweils über 6% zu. Lufthansa stiegen beflügelt vom nachgebenden Ölpreis um 4% auf 15,89 EUR. Die guten Vorlagen und der Ölpreis drängten die Streiks in den Hintergrund, meinten Händler. Infineon gewannen nach guten Halbjahreszahlen von STMicro 4,9% auf 5,08 EUR.

   Gegen den Trend verloren Merck KGaA nach ihrem Halbjahresbericht 7,2% auf 75,10 EUR. Pharma sei sehr gut gelaufen, das Flüssigkristallgeschäft habe sich aber "mau" entwickelt, so ein Analyst mit Blick auf die Quartalszahlen. Den Ausblick bekräftigte das Unternehmen. Die erweiterte Zulassung des Krebsmedikaments "Erbitux" in der EU, die nach Aussage eines Händler erwartet worden war, vermochte daran nichts zu ändern. Auch andere defensive Werte wie die Versorger mussten Abgaben hinnehmen.

   Im MDAX brachen K+S um 7,8% auf 69,57 EUR ein. Händler verwiesen auf die nachgebenden Preise für landwirtschaftliche Güter, die den Düngemittlelhersteller belasteten. "Die Aktie ist sehr stark gelaufen, so dass eine heftige Korrektur absehbar war", meinte ein Händler.

   Praktiker fielen nach den Quartalszahlen des Unternehmens um 2% auf 11,76 EUR. Der Baumarktbetreiber hat seinen Umsatzausblick für das laufende Jahr zurückgenommen. Software profitierten dagegen mit einem Plus von 9,9% auf 46,19 EUR vom Zwischenbericht der Gesellschaft. Dank einer "überraschend hohen" Rentabilität konnte das Unternehmen die optimistischen Ergebnisprognosen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im zweiten Quartal noch übertreffen.

   Bei MorphoSys sprachen Händler von einer technisch bedingten Erholung. Die Meldung, dass Morphosys dem japanischen Pharmakonzern Astellas Pharma eine Lizenz zur Nutzung ihrer RapMAT-Technologie erteilt habe, füge sich in den Reigen positiver Nachrichten der Martinsrieder ein, hieß es. Zudem rechne man mit guten Halbjahreszahlen. Die Aktie schnellte um 10% auf 45,59 EUR empor.

   Wirecard legten um 9,3% auf 5,89 EUR zu. Händler begründeten den beschleunigten Kursanstieg mit dem Rücktritt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub. In den vergangenen Tagen hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen der SdK und dem Unternehmen gegeben. Die SdK wirft Wirecard irreführende Informationen in der Bilanz vor und hat am vergangenen Freitag eine Nichtigkeitsklage gegen Hauptversammlungsbeschlüsse des TecDAX-Konzerns eingereicht.

   Fast zeitgleich kam Straub unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass er eine "Short-Position" mit Wirecard-Aktien aufgebaut hat, mit der er vom erheblichen Kursverfall der Wirecard-Aktie profitiert.

DJG/mif/flf (END) Dow Jones Newswires

   July 23, 2008 12:24 ET (16:24 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 24 PM EDT 07-23-08

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