17.06.2008 18:06
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XETRA-SCHLUSS/Fester - DAX verpasst Sprung über 6.800 nur knapp

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der DAX hat am Dienstag kräftig zugelegt und auf dem höchsten Stand seit dem 9. Juni geschlossen. Der Sprung über die 6.800er Marke misslang dem Index am Ende nur knapp. Solide Quartalszahlen der Investmentbank Goldman Sachs, ein nachgebender Ölpreis und Aktienrückkaufprogramm von Daimler und der Deutschen Börse sorgten für breit gestreute Kursgewinne. Der DAX schloss bei 6.796 Punkten, ein Plus von 1% bzw 66 Punkte.

   Ein Analyst sprach angesichts eines DAX-Anstiegs von fast 150 Punkten in den vergangenen vier Handelstagen von einem "Mini-Trend", der sich fortsetzen und den DAX an das nächste Kursziel von 6.900 Punkten führen könne. Die schwachen ZEW-Konjunkturerwartungen im Juni konnten die Erholung ebenso wenig bremsen wie stark gestiegene Erzeugerpreise und eine schwache Baukonjunktur in den USA im Mai.

   Als am Nachmittag bekannt wurde, dass die Industrieproduktion in den USA im Mai wider Erwarten gesunken ist, kamen die Aktienkurse ein wenig von ihren Höchstständen zurück. Von Dynamik könne im Verarbeitenden US-Gewerbe keine Rede sein, meinte Bernd Krampen von der NordLB. Der Sektor stelle sich als ein weiteres Sorgenkind der Konjunktur heraus.

   Händler berichteten von erneut sehr dünnen Umsätzen, hier werfe bereits der am Freitag anstehende große Verfall am Options- und Terminmarkt seine Schatten voraus. Auf Xetra wurden in den 30 DAX-Werten insgesamt 114,8 Mio Aktien im Wert von 5,43 Mrd EUR gehandelt. Am Montag waren es 114,4 Mio Aktien im Wert von rund 4,78 Mrd EUR.

   In der als sehr liquide geltenden Deutschen Telekom wechselten auf Xetra beispielsweise nur 19,3 Mio Aktien den Besitzer. An normalen Handelstagen bringt es die Aktie auf ein Volumen von 25 Mio Aktien. Die Papiere schlossen kaum verändert.

   Daimler zogen um 3,2% auf 45,08 EUR an. Die Stuttgarter wollen 10% der ausstehenden Aktien zurückkaufen und für die Rückkäufe insgesamt 6 Mrd EUR ausgeben. Dies zog auch die anderen Automobilwerte mit: VW legten um 3,8% auf 181 EUR zu, BMW um 2% auf 33,87 EUR und Continental um 2,6% auf 65,66 EUR. Der Sektor hat in den vergangenen vier Wochen rund 16% eingebüßt und somit laut Beobachtern Nachholbedarf.

   Ihren Aufwärtstrend setzten Deutsche Börse fort. Die Aktien stiegen um weitere 1,9% auf 85,17 EUR. Auch die Deutsche Börse will bis zu 10% des Grundkapitals zurückkaufen und dafür bis zu 400 Mio EUR investieren.

   Infineon verteuerten sich um 2,7% auf 6,67 EUR. Gestützt wurde der Kurs des Halbleiterherstellers unter anderem von einer Akquisition des Wettbewerbers Hynix. Die Südkoreaner beteiligen sich mit bis zu 10% an der taiwanischen Promos. Darüber hinaus sorgten optimistische Wachstumsprognosen von Samsung für den Handy-Markt für Kursfantasie bei den Chip-Produzenten als Zulieferern.

   Nachdem am Montag neue Hiobsbotschaften von der US-Investmentbank Lehman Brothers ausgeblieben waren, legte mit Goldman Sachs eine weitere Investmentbank solide Quartalszahlen vor. Dies stützte auch die deutschen Bankentitel. Commerzbank legten um 1,1% auf 21,40 EUR und Deutsche Bank um 1,4% auf 62,78 EUR zu.

   Morgan Stanley hat die Allianz-Aktie von einer Liste der am wenigsten geschätzten Aktien genommen. Allianz schlossen daraufhin 1,3% fester bei glatt 118 EUR.

   Schlusslichter im DAX waren Fresenius Medical Care, TUI und Metro, ohne dass es zu diesen Unternehmen Nachrichten gab. Im MDAX legten Bilfinger Berger um 4,3% auf 62,20 EUR zu, nachdem die Analysten der UBS das Kursziel für die Aktie auf 76,50 von 72,70 EUR erhöht hatten.

   Solon haussierten um 10,9% auf 61,04 EUR und waren damit größter Gewinner im TecDAX. Händler führten den Aufschlag auf den bereits am Vortag bekannt gewordenen Einstieg von Solon bei SpectraWatt, einem Spin-off der Solarzellen-Aktivitäten von Intel, zurück. "Das sorgte für Kursfantasie in der gesamten Branche", sagte ein Händler. Conergy zum Beispiel stiegen um 9,3% auf 15,47 EUR und Centrotherm um 7,7% auf 66,71 EUR.

   Nach dem Rücktritt des CEO von ProSiebenSAT.1, Guillaume de Posch, verloren die Aktien des Medienkonzerns 3,3% auf 7,44 EUR. Auffällig waren ferner die Kursgewinne von stark Konjunktur-abhängigen Titeln wie Gildemeister, Hochtief, Krones, Tognum und Wacker Chemie, die zwischen 3% und 5% gewannen.

DJG/bek/reh (END) Dow Jones Newswires

   June 17, 2008 12:04 ET (16:04 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 04 PM EDT 06-17-08

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