30.04.2008 18:24
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XETRA-SCHLUSS/Fester - US-Konjunkturdaten und Ölpreis stützen

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach verhaltenem Beginn am Nachmittag durchgestartet und fester geschlossen. Der DAX kletterte um 0,9% oder 63 auf 6.949 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 139,5 (Vortag: 125,7) Mio Aktien im Wert von rund 6,13 (Vortag: 4,96) Mrd EUR.

   Grund für die Gewinne waren gute US-Konjunkturdaten. So fiel das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal etwas höher als erwartet aus, wobei die Arbeitskosten den niedrigsten Anstieg seit dem ersten Quartal 2006 verzeichneten, was eine Entlastung auf der Inflationsseite bedeutet.

   Auch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe der Region Chicago lag über den Prognosen. "Per saldo deutet der Einkaufsmanagerindex für die Industrie Chicagos damit auf eine stagnative Tendenz hin. Von einer nahenden Rezession in dieser Region kündet er jedenfalls nicht", meinten Volkswirte.

   Zudem wurde der Ölpreis von unerwartet hohen US-Lagerbeständen belastet, was dem Markt ebenfalls positive Impulse gab. Nach Börsenschluss steht noch die Entscheidung der US-Notenbank zu den Leitzinsen an.

   Bei den Einzelwerten waren Quartalszahlen der zentrale Kurstreiber. Siemens legten um 3% zu auf 75,57 EUR zu. Die Gewinnkennziffern seien etwas besser ausgefallen als nach der Gewinnwarnung von Mitte März zu erwarten gewesen sei, hieß es am Markt. Nach Ansicht der Citigroup stützen die soliden Zweitquartalszahlen die Aussichten für das Gesamtjahr 2008. Nach den im März bekannt gegebenen Belastungen sei die Bestätigung der Prognose eine Erleichterung.

   SAP verloren dagegen 2% auf 32,39 EUR. Der Quartalsgewinn fiel niedriger aus als erwartet. FMC wiederum legten nach ihren Quartalszahlen um 1,2% auf 34,09 EUR zu. Die Zahlen unterstrichen, dass FMC in einem schwachen makroökonomischen Umfeld eine gute Anlage seien, so der Kommentar der Citigroup. Im weiteren Jahresverlauf rechnen die Analysten für die USA mit einer steigenden Vergütung pro Behandlung, was unter anderem auf die jüngst um 1,3% angehobene Vergütung für Epogen zurückzuführen sei. Dies führe letztlich zu einer Margensteigerung.

   Das Minus von 1,08 EUR bei Lufthansa erklärt sich aus dem Dividendenabschlag von 1,25 EUR. Die detaillierten Quartalszahlen der Wolfsburger zeigten gute Ergebnisse in der Finanzsparte, meinte ein Analyst. Während dieses Geschäftsfeld bei BMW und Daimler schwächer abgeschnitten habe als im Vorjahr, habe VW das Geschäftsvolumen steigern können. Positiv seien ferner ein "stattlicher EBIT-Anstieg" bei Audi, eine gestiegene Marge der Kernmarke VW sowie das Wachstum bei Nutzfahrzeugen. Die Aktie gewann 0,4% auf 189,39 EUR.

   ThyssenKrupp gaben 0,3% auf 40,23 EUR nach, da der Bau eines Werks in Brasilien etwas teurer werden könnte als erwartet.

   Im MDAX stiegen Tognum um 3,6% auf 18,50 EUR. Daimler hat sich an dem Hersteller von Dieselmotoren beteiligt. Wacker Chemie legten sogar um 12,8% auf 159,00 EUR zu. Händler verwiesen angesichts der Zahlen auf die Margenstärke bei den Kristallen für die Solarproduktion. Auch Symrise präsentierten solide Quartalszahlen. Das Unternehmen habe im ersten Quartal eindeutig Marktanteile gewonnen, so die Citigroup. Allerdings habe der starke Euro die Ertragssteigerung gebremst. Die Aktie tendiert kaum verändert.

   Deutz gaben um 6,1% auf 7,04 EUR nach. Die Marge im Bereich Corporate Engines enttäuschte nach Aussagen eines Analysten etwas. Die Zahlen von Hugo Boss trafen im Handel auf geringes Interesse. "Die Erwartungen wurden überwiegend erfüllt", sagte ein Händler. Wegen der besonderen Beteiligungssituation im Unternehmen sei die Aktie für den Handel schlecht kalkulierbar und als Anlage nicht interessant. Der Titel kletterte um 6,3% auf 33,37 EUR.

   Pfleiderer brachen nach einem enttäuschenden Gewinnausweis um 15,2% auf 13,66 EUR ein. Das Unternehmen habe enttäuschende vorläufige Geschäftszahlen vorgelegt, so die Analysten UniCredit. Die Experten lesen in den Zahlen eine Gewinnwarnung, auch wenn das Unternehmen seine Jahresziele bekräftigt hat.

   Als "sehr schwach" bezeichnete ein Marktbeobachter die Quartalszahlen von Rofin-Sinar. Die Aktie sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 "teuer", was die nun gemeldeten Zahlen nicht rechtfertige. Die Aktie brach um 13,5% auf 25,50 EUR ein.

   Ganz anders dagegen Wirecard. Die am Morgen überraschend abgelieferten Zahlen seien wie gewohnt gut ausgefallen, hieß es im Handel. Das Unternehmen schaffe es, das hohe Wachstumstempo zu halten. Daher sei auch die hohe Bewertung gerechtfertigt. Thielert haben indes Insolvenz beantragt und sind darauf um 12,5% auf 0,70 EUR eingebrochen.

DJG/mif/raz (END) Dow Jones Newswires

   April 30, 2008 12:22 ET (16:22 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 22 PM EDT 04-30-08

Aktien in diesem Artikel

ThyssenKrupp 45,9 +2,3%
Wacker Chemie 167,3 +1,8%
HUGO BOSS vz 31,9 +3,8%
Deutsche Lufthansa 17,1 +1,4%
SAP 32,4 -0,7%
Symrise 15,0 -0,4%
Tognum 17,7 -0,3%
Fresenius Medical Care %
DEUTZ 7,5 +0,8%
Pfleiderer 13,1 -2,2%

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