14.07.2008 18:09
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XETRA-SCHLUSS/Freundlich - Conti haussieren mit Übernahmefantasie

   FRANKFURT (Dow Jones)--Freundlich ist der deutsche Aktienmarkt am Montag aus dem Handel gegangen. Händler sprachen von einer marktbreiten Erleichterungsrally, die allerdings am Nachmittag durch den deutlichen Kursrückgang an den US-Börsen gebremst worden sei. Der DAX stieg um 0,8% oder 47 auf 6.200 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 130,6 (Vortag: 190,4) Mio Aktien im Wert von rund 4,74 (Vortag: 6,82) Mrd EUR. Aus technischer Sicht sehen Analysten den DAX bei 6.050 Punkten unterstützt und bei 6.300 Punkten einen ersten stärkeren Widerstand.

   Am Morgen hatte der Markt noch sehr positiv auf die Möglichkeit einer Rettung der angeschlagenen US-Finanzierer reagiert und sich vom neuen Jahrestiefstand im DAX erholt. Nachdem in den USA am Wochenende einer der größten Immobilienfinanzierer, IndyMac, zusammengebrochen war, hatte die US-Regierung noch am Sonntag ein Notfallpaket präsentiert.

   Die US-Regierung teilte mit, die angeschlagenen Finanzierer Fannie Mae und Freddy Mac stützen zu wollen. Den beiden halbstaatlichen Institutionen sollen zusätzliche Kreditmöglichkeiten eingeräumt werden. Zudem erklärte US-Finanzminister Paulson, falls nötig würde der Staat Anteile der Unternehmen kaufen. "Das entspricht einer Teil-Verstaatlichung", sagte der Händler weiter. Die US-Steuerzahler würden damit mittelbar die Branche stützen.

   Gestützt wurde die Stimmung auch von neuer Übernahmefantasie: So haussierten Continental um knapp 22% auf 65,80 EUR, nachdem Zeitungen berichtet hatten, die Schaeffler-Gruppe wolle Continental für rund 10 Mrd EUR übernehmen. Conti hat ein erstes Gespräch mit Schaeffle am Vormittag bestätigt. Am Markt hieß es, strategisch passten die beiden Unternehmen als Automobilzulieferer gut zusammen. Gewerkschaften äußerten jedoch die Angst vor einer Zerschlagung, da Schaeffler keine Reifen-Sparte brauche. Der nicht-börsennotierten Gruppe gehören unter anderem die Kugellager-Hersteller INA und FAG, sowie der Kupplungs-Spezialist LuK.

   Finanzwerte profitierten von den Hilfsmaßnahmen für die US-Finanzierer. Hypo Real Estate stiegen um 1,9% auf 16,06 EUR, Commerzbank um 1,8% auf 19,88 EUR und Postbank um 1,8% auf 51,49 EUR. Hier trieb ein weiteres Übernahmeangebot im europäischen Bankensektor: Die spanische Santander will für die britische Bausparkasse Alliance & Leicester bieten. Deutsche Bank verloren hingegen 0,1% auf 52,22 EUR, nachdem Morgan Stanley die Aktien auf "Untergewichten" herabgestuft hatte.

   Siemens kletterten um 1,9% auf 70,12 EUR und profitierten von einem günstigen Zwischenbericht von Philips, der die Philips-Aktie um 6,4% nach oben getrieben hatte. BASF verbesserten sich um 0,3% auf 40,69 EUR und damit weniger stark als der Markt. Merrill Lynch hat das Kursziel für die Aktie des Chemiekonzerns auf 54 von 58 EUR zurückgenommen. Metro verloren sogar 1,5% auf 37,54 EUR, nachdem Merrill Lynch die Aktie auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt hat.

   Im TecDAX haussierten IDS Scheer um 24% auf 9,07 EUR. Am Markt kursierende Gerüchte, wonach SAP IDS Scheer übernehmen wollten, wurden von Analysten als plausibel bezeichnet. SAP wollten das Gerücht auf Anfrage nicht kommentieren. Deren Aktie stieg um 0,5%.

DJG/mod/reh (END) Dow Jones Newswires

   July 14, 2008 12:08 ET (16:08 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 08 PM EDT 07-14-08

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