12.12.2007 18:22
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XETRA-SCHLUSS/Freundlich - DAX nähert sich Allzeit-Hoch

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt ist dank kräftig steigender Kurse im Sitzungsverlauf freundlich aus dem Mittwoch gegangen. Der DAX gewann 0,8% oder 67 auf 8.076 Punkte. Vom Tagestief im Eröffnungsgeschäft stieg er bis zum Schluss sogar um 150 Punkte, nachdem er mit einer schwächeren Start noch die sehr schwachen US-Vorgaben nach der Zinsentscheidung vom Vorabend eingearbeitet hatte. Am Nachmittag stieg er bis auf knapp 8.118 Punkte, damit kam er bis auf 34 Punkte an sein Allzeit-Hoch heran.

   Am Nachmittag verursachten die Notenbanken einen neuen Rally-Schub. Die großen Notenbanken der Welt pumpen angesichts der schweren Finanzmarktkrise erneut Milliardensummen in den Markt. Die Europäische Zentralbank stellt nach Angaben vom Mittwoch den Banken bis zu 20 Mrd USD zur Verfügung. Zuvor hatte die US-Notenbank erklärt, sie habe sich mit der EZB, der Bank of England, der kanadischen Notenbank und der Schweizer Nationalbank auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

   Das machte die Enttäuschung über die nur geringe Senkung des Diskontsatzes wett, so Händler. Der DAX hatte bereits vor der Notenbanken-Ankündigung die 8.000er Marke zurückgewonnen. Da hatten Marktteilnehmer bereits darauf spekuliert, die Fed könnte zu anderen Maßnahmen als den Leitzins greifen, um die Folgen der Kreditkrise zu mildern.

   Allerdings gibt es auch warnende Stimmen. "Die Fed brennt am Aktienmarkt ein Strohfeuer an", sagte Heino Ruland von Frankfurt-Finanz im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Derzeit entstünden "immer neue Löcher", die gestopft werden müssten. So hatte vor Bekanntgabe der Notenbank-Maßnahmen die Bank of America Abschreibungen angekündigt. Auf die Dauer reiche es aber nicht, mit kurzfristig angelegten Maßnahmen auf die Krise zu reagieren, so Ruland.

   Sollte der DAX das Allzeit-Hoch bei 8.152 Punkten nachhaltig überwinden, sei ein Anstieg in den Bereich zwischen 8.500 und 9.000 Punkten wahrscheinlich, so technische Analysten übereinstimmend. Zwar sei aus technischer Sicht auch ein Scheitern am Allzeit-Hoch oder ein Fehlsignal möglich. Die Chance auf einen Ausbruch sei aber auch deshalb gut, weil die Kurse im Dezember meistens zulegten. Aus technischer Sicht sei der Bereich zwischen 8.000 und 8.010 Punkten nun wieder zum Widerstand geworden. Unterstützt sei der DAX bei 7.780 Punkten.

   Finanzwerte wurden von den Liquiditätsspritzen besonders gestützt. Mit der aktuellen Notenbankpolitik lasse sich die Krise vergleichsweise bequem überdauern, da die Notenbank existenzielle Probleme abfederten, hieß es am Markt. Postbank legten um 1,4% auf 59,74 EUR, Hypo Real Estate um 2,6% auf 39,00 EUR und Deutsche Bank um 0,5% auf 91,16 EUR. Auch Allianz schlossen im Plus, nur Commerzbank konnten sich lediglich knapp behaupten. An der Spitze der Gewinner lagen Deutsche Börse mit einem Plus von 2,8% auf 129,28 EUR.

   Gewinner Nummer zwei waren Bayer, die um 2,7% auf 62,44 EUR stiegen. Bayer markierten ein neues Allzeit-Hoch. Der Kurs könnte sich nun über 60 EUR festsetzen und dann in den Bereich zwischen 65 und 70 EUR steigen, so Marktteilnehmer. Gestützt wurden Bayer von den günstigen Nachrichten zur Medikamenten-Pipeline, speziell zu Xarelto, einem Thrombose-Medikament mit Blockbuster-Potenzial.

   Auf der anderen Seite verloren FMC 3,5% auf 36,50 EUR. Nach Aussage aus dem Handel kommt es zu Positionsglattstellungen, nachdem die US-Gesundheitsreform auf Anfang kommenden Jahres verschoben wird. Auch Automobiltitel schlossen im Minus: Daimler fielen um 0,4% auf 69,59 EUR, BMW um 0,8% auf 41,70 EUR und VW um 0,04 EUR auf 158,15 EUR.

   Infineon sanken um 0,2% auf 8,85 EUR. Die von Infineon an die SEC gemeldeten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wurden im Handel als "leicht enttäuschend" eingestuft. Die Umsatz-Schätzungen von Analysten lägen teils oberhalb der gemeldeten "10% ex Qimonda". Allerdings könnte die SEC-Meldung auch konservativ abgehalten sein, gibt ein anderer Händler zu bedenken. SAP schlossen ebenfalls im Minus und litten unter einer Abstufung durch die Credit Suisse.

   MDAX und TecDAX schlossen wenig verändert. Nach einer neuerlichen Gewinnwarnung gaben Conergy um 14,2% auf 22,27 EUR nach. Das neue EBIT-Ziel stelle ein herbe Enttäuschung dar, sagte ein Analyst. Im MDAX ziehen Norddeutsche Affinerie und K+S kräftig an.

-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/reh (END) Dow Jones Newswires

   December 12, 2007 12:13 ET (17:13 GMT)

   Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 13 PM EST 12-12-07

Aktien in diesem Artikel

Norddeutsche Affinerie 31,6 -1,0%
Daimler 40,0 -1,3%
K+S 82,8 +3,5%
Infineon Technologies 5,9 -1,8%
Deutsche Boerse 64,3 +0,4%
Deutsche Postbank 44,6 +0,6%
Conergy 10,0 -0,3%
Hypo Real Estate 16,5 -0,5%
Bayer 53,9 -0,3%
Bayerische Motoren Werke vz 23,3 -0,6%
Deutsche Bank 58,2 -0,1%
Volkswagen 203,7 -0,8%
SAP 1 38,8 +3,5%
Fresenius Medical Care 36,6 -1,3%
Allianz S 11,3 +3,7%
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