29.04.2008 18:12
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XETRA-SCHLUSS/Investoren nehmen Gewinne mit

   FRANKFURT (Dow Jones)--Nach vier Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen hat der DAX am Dienstag schwächer geschlossen. Händler sprachen denn auch von Gewinnmitnahmen, nachdem der Leitindex allein seit Mittwoch um fast 200 Punkte zulegen konnte. Am Ende des Xetra-Handels stand für den DAX ein Minus von 40 Punkten oder 0,6% auf 6.885 zu Buche. Einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank hielten sich Investoren bedeckt.

   Dies spiegelte sich wie schon am Montag in dünnen Umsätzem wider: Auf Xetra wurden in den 30 DAX-Werten insgesamt 108,6 Mio Aktien im Wert von 4,96 Mrd EUR umgesetzt. Am Montag waren es 154,8 Mio Aktien im Wert von 4,13 Mrd EUR. Dominiert wurde das Geschehen von einer Flut von Quartalszahlen. Am Nachmittag sorgte dann ein im April überraschend schwaches US-Verbrauchervertrauen dafür, dass die Kurse noch etwas mehr nachgaben.

   Stärker als die DAX-Schwergewichte kamen die Titel aus der zweiten Reihe unter die Räder: Der MDAX büßte 1,8% auf 9.213,46 Punkte ein. Hier belasteten laut Händlern auch schwache Auftragseingänge deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, die im MDAX zahlreich vertreten sind. Laut dem Verband VDMA ging der Auftragseingang im März im Vergleich zum Vorjahr um 5% zurück.

   Größter Gewinner im DAX waren Metro mit einem Plus von 2,5% auf 49,98 EUR. Der Umsatz des Handelskonzerns ist im ersten Quartal aufgrund eines guten Auslandsgeschäfts leicht gestiegen auf 15,63 Mrd EUR. Der UniCredit sprach von einem soliden Start des Handelskonzerns ins Jahr 2008. Im Konsens hatten Analysten mit einem Umsatz von 15,47 Mrd EUR gerechnet. Merck setzten die Erholung der vergangenen Woche fort und legten 1,8% auf 91,18 EUR zu.

   Deutsche Bank gaben um 0,4% auf 76,50 EUR nach. Die Deutsche Bank ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht, das lastete etwas auf dem Kurs. Allerdings hätten sich wichtige Kennziffern wie Zins- und Provisionsüberschuss recht gut entwickelt, meinte Heino Ruland, Analyst von FrankfurtFinanz. Zudem seien die Kosten und die Personalaufwendungen kräftig gesunken, sagte Ruland.

   Die Quartalszahlen von BMW haben nach Ansicht von UniCredit-Analyst Georg Stürzer die Erwartungen deutlich übertroffen. Der bereinigte Gewinn von 1,06 Mrd EUR sei sehr stark und liege über der UniCredit-Schätzung von 1,01 Mrd EUR sowie auch deutlich über der Konsensschätzung von 899 Mio EUR. BMW drehten nach anfänglichen Kursaufschlägen ins Minus und schlossen etwas leichter.

   Daimler schlossen nach Veröffentlichung von Quartalszahlen 1,4% leichter bei 50,19 EUR. Der Nettogewinn der Stuttgarter von 1,33 Mrd EUR liegt unter dem Analystenkonsens von 1,51 Mrd EUR. Den Ausblick auf das Gesamtjahr hat Daimler aber bestätigt. VW verteuerten sich dagegen um 2,4% auf 188,61 EUR. Am Nachmittag wurde bekannt, dass der VW-Betriebsrat mit einer Klage gegen Porsche vor dem Arbeitsgericht Stuttgart eine Niederlage erlitten hat.

   Finanztitel neigten zur Schwäche. Allianz verloren 1,2% auf 129,22 EUR. Der anteilige Jahresüberschuss im ersten Quartal ist niedriger ausgefallen als erwartet. Das Unternehmen hat zwar die Ziele für das kommende Jahr bekräftigt, betonte aber, das Erreichen der Ziele werde schwieriger. Daneben prägten Gewinnmitnahmen die Branche: Commerzbank fielen um 3,2% auf 23,04 EUR, Postbank um 1,9% auf 56,76 EUR und Hypo Real Estate um 1,3% auf 23,69 EUR.

   Unter den Verlierern fanden sich auch Continental. Ein Analyst sprach von guten Zahlen des Automobilzulieferers im ersten Quartal. Die Aktie geriet jedoch zeitweise in den Sog von Michelin, die an der Pariser Börse nach einer Gewinnwarnung 9% einbüßten. Continental schlossen 0,6% schwächer bei 76,28 EUR, erholten sich damit aber im späten Handel von deutlich tieferen Kursen.

   Größter Verlierer im DAX waren MAN mit einem Abschlag von 3,8% auf 89,57 EUR. Das Unternehmen ließ wissen, dass der Investor TPG-Axon Partners sich komplett von einer Beteiligung von etwas mehr als 3% der MAN-Stimmrechtsaktien getrennt hat. Siemens büßten einen Tag vor ihrem Quartalsausweis 1,9% auf 73,39 EUR ein. Möglicherweise seien MAN und Siemens auch von den schwachen VDMA-Zahlen belastet worden, vermuteten Händler.

   Im MDAX fielen Altana um 1,8% auf 13,38 EUR, nachdem das Unternehmen die Ziele für das laufende Jahr gesenkt hat. Krones schlossen 2,1% leichter bei 52,85 EUR. Die Quartalszahlen des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen sind laut Händlern etwas besser als erwartet, Krones habe aber den Ausblick lediglich bestätigt.

   Vossloh gewannen nach guten Geschäftszahlen 1,3% auf 91,73 EUR. Lanxess litten mit einem Minus von 3,3% auf 25,47 EUR unter schwachen Zahlen der schweizerischen Ciba. Im TecDAX fielen Solarworld um 4,1% auf 34,91 EUR. Die WestLB hat die Aktie auf "Halten" zurückgestuft, nachdem die Zahlen für das erste Quartal im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sind. Pfeiffer Vacuum stiegen um 1,8% auf 61,05 EUR, nachdem der Aktionär Artisan eine Dividendevon 8,60 EUR je Aktie verlangt hat.

DJG/bek/raz (END) Dow Jones Newswires

   April 29, 2008 12:11 ET (16:11 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 11 PM EDT 04-29-08

Aktien in diesem Artikel

MAN vz 95,7 +1,6%
Daimler 51,4 -1,3%
Krones 55,7 -1,1%
SolarWorld 33,8 +0,1%
Deutsche Postbank 57,8 -3,1%
Altana %
Hypo Real Estate 22,5 -1,8%
Bayerische Motoren Werke 36,3 -4,1%
Commerzbank 22,9 -2,6%
Deutsche Bank 75,7 -2,4%
Siemens 74,7 -2,6%
Volkswagen vz 103,7 -0,8%
Merck 87,9 -1,2%
METRO 49,7 -1,2%
Pfeiffer Vacuum Technology 65,1 -1,1%
Vossloh 94,2 -1,7%
Continental 76,7 -3,1%
Allianz SE 128,7 -1,6%

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