08.05.2008 18:24
Drucken |

Schrift:

XETRA-SCHLUSS/Knapp behauptet - DAX legt trotz EZB Pause ein

   FRANKFURT (Dow Jones)--Mit knapp behaupteter Tendenz ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor knapp 0,1% oder 4 Punkte auf 7.072 und holte damit die Verluste aus dem Vormittagsgeschäft wieder auf. Einheitliche Tendenzen gab es jedoch kaum; Händler sprachen von einem sehr ereignislosen Geschäft. Im Fokus standen vor allem die Aktien von Unternehmen mit Quartalszahlen.

   Auch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank für unveränderte Zinsen überraschte den Markt nicht. Ebenso war den Aussagen von EZB-Präsident Trichet nach Handelsangaben nichts Neues zu entnehmen. Trichet habe keinen veränderten Hinweis auf die Wachstumsrisiken gegeben und wie zuvor auf Lohndruck als Hauptproblem bei der Inflation hingewiesen. Die etwas besseren Zahlen bei den Erstanträgen auf US-Arbeitslosenunterstützung wurden ebenfalls ignoriert.

   "Per Saldo haben wir heute einen Pausentag gesehen", sagte ein Händler. Die Stimmung am Markt sei aber weiter gut, nach Pfingsten seien weitere Kursaufschläge möglich. Technische Analysten sehen den DAX weiter gut unterstützt bei rund 7.020 Punkten.

   Bankaktien standen den ganzen Tag über unter Druck, Ausnahme bildeten nur Deutsche Postbank. Vor allem die Schwäche des europäischen Sektors habe sich auch in Deutschland gespiegelt, hieß es. Commerzbank verloren 1,3% auf 23,36 EUR und Deutsche Bank 0,7% auf 77,41 EUR. Dagegen präsentierten sich Deutsche Postbank nach Zahlenvorlage mit einem Plus von 2,8% auf 59,80 EUR an der DAX-Spitze. Positiv wurde vor allem das Nettoergebnis aufgenommen, das über den Schätzungen lag. Auch die bestätigte Jahresprognose beruhigte die Anleger. "Zudem hat die Postbank erneut bewiesen, dass sie resistent ist gegen die US-Subprime-Probleme", ergänzte ein Händler. Adidas stiegen 1,6% auf 44,02 EUR. Die Aktie ist von den Analysten von Goldman Sachs von der Verkaufs-Empfehlungsliste genommen worden. "Das nimmt einigen Druck von der Aktie", sagte ein Händler. Um die Autobauer wurden zahlreiche Gerüchte gespielt, dies jedoch nur aufgrund fehlender Fakten, hieß es im Handel. VW kletterten um 1,5%, Daimler um 0,6% und BMW zeigten sich unverändert.

   Deutsche Telekom drehten nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus und schlossen 2% höher bei 11,75 EUR. "Die US-Entwicklung mit dem Anstieg der Kundenzahl auf über 30 Millionen ist positiv", sagte Heino Ruland von FrankfurtFinanz mit Blick auf die am Morgen vorgelegten Zahlen.

   Nach den jüngsten Aufschlägen gaben Deutsche Börse 0,4% auf 102,17 EUR nach, Händler sprachen hier nur von Gewinnmitnahmen. Schwach zeigten sich auch Infineon, die aus dem gleichen Grund 1,2% auf 6,59 EUR verloren. Lufthansa gaben mit dem anhaltenden Höhenflug des Ölpreises um 1,9% auf 16,97 EUR nach. Die Fluglinie teilte mit, erneut die Treibstoffzuschläge erhöhen zu müssen. Münchener Rück zeigten sich nach Bekanntgabe als schwach bezeichneter Zahlen für das erste Quartal mit einem Abschlag von 2,6% auf 121,45 EUR fast am DAX-Ende. Tagesverlierer waren jedoch TUI mit einem Verlust von 5,6% oder 1,04 EUR bei 17,63 EUR. Ein Teil der Kursverluste war zwar auf den Dividendenabschlag von 0,25 EUR zurückzuführen; Marktteilnehmer zeigten sich jedoch enttäuscht, da sie auf eine Abwahl von AR-Chef Jürgen Krumnow gehofft hatten. Viele hätten auf eine Abwahl von CEO Frenzel und damit auf den Beginn einer neuen Ära gesetzt. "Das wurde nun zunichte gemacht", sagte ein Händler.

   In der zweiten Reihe profitierten IVG Immobilien und Demag Cranes von ihren Quartalsberichten. IVG gewannen 1,7% auf 17,28 EUR und Demag 2,3% auf 37,19 EUR. Tognum rutschten um 9,3% auf 17,64 EUR ab. Händler verwiesen auf verfehlte Prognosen. Für eine fulminante Schlussrally sorgten Hugo Boss mit einem Plus von 11% auf 40,65 EUR. Händler rechnen mit einer Lösung des Führungsproblems und einer Expansion des Unternehmens. Aixtron brachen im Gefolge von Zahlen um 11,3% auf 9,14 EUR ein. Das Unternehmen habe nicht "wie üblich" die eigenen Ziele übertroffen, hieß es dazu.

DJG/mod/flf (END) Dow Jones Newswires

   May 08, 2008 12:23 ET (16:23 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 23 PM EDT 05-08-08

Aktien in diesem Artikel

Daimler 51,4 -1,3%
Infineon Technologies 6,4 -1,1%
Deutsche Börse 98,3 -3,5%
Deutsche Postbank 57,8 -3,1%
Bayerische Motoren Werke 36,3 -4,1%
Commerzbank 22,9 -2,6%
Deutsche Bank 75,7 -2,4%
Volkswagen vz 103,7 -0,8%
HUGO BOSS vz 33,4 -15,3%
Deutsche Lufthansa 16,6 -2,1%
Demag Cranes 36,0 -3,6%
TUI 17,5 -1,1%
IVG Immobilien 17,2 -0,9%
Deutsche Telekom 11,8 +0,4%
AIXTRON 9,0 +0,2%
adidas 44,3 +0,3%

Top-Rankings




Die 30 bestbezahlten US-CEOs
klicken Sie hier

Die 30 weltgrößten Unternehmen
klicken Sie hier
Wie beurteilen Sie die Gewerkschaften in Deutschland?
Am besten abschaffen
Unabdingbar für den sozialen Frieden
Dringend reformbedürftig




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige