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XETRA-SCHLUSS/Konjuktur- und Finanztitel sorgen für Erholung
FRANKFURT (Dow Jones)--Gut erholt haben sich die deutschen Aktien am Donnerstag. Hilfreich waren überraschend robuste Einzelhandelsumsätze in den USA sowie eine beeindruckende Erholung vor allem der am Vortag abgestraften Finanzwerte. Ganz konnte der DAX die tiefe Scharte vom Vortag aber nicht auswetzen. Der Leitindex legte 1% oder 64 Punkte auf 6.715 zu. Am Mittwoch hatte der DAX noch 1,8% eingebüßt.
Auf dem Handelssystem Xetra wurden insgesamt rund 160 Mio DAX-Aktien im Wert von 5,22 Mrd EUR gehandelt. Am Mittwoch waren es 160,8 Mio Aktien im Wert von rund 5,83 Mrd EUR. Analysten zeigten sich optimistisch, dass der DAX die Erholung am Freitag fortsetzen und wieder Kurs Richtung 6.800 Punkte nehmen kann. Dort liege auch der nächste technische Widerstand. Unterstützt sei der DAX bei 6.650 Zählern.
Die Einzelhandelsumsätze in den USA haben im Mai mit einem Plus von 1% die Konsenserwartung von 0,5% deutlich übertroffen. Gleichzeitig wurden die Zahlen für April nachträglich kräftig nach oben revidiert. "Der schlechten Laune und allen Belastungsfaktoren zum Trotz scheinen die US-Konsumenten ausgabefreudig zu sein", meinte Fabienne Riefer von der Postbank.
Hiervon konnten am Nachmittag die überdurchschnittlich von der Konjunktur abhängigen Aktien profitieren. So stiegen Infineon um 5,5% auf 6,29 EUR, Siemens um 2,5% auf 72,52 EUR, MAN um 3,7% auf 87,91 EUR und ThyssenKrupp um 4,2% auf 41,70 EUR. Bei Letzterer half zudem ein positiver Analystenkommentar von Credit Suisse, die Bank nannte ein Kursziel von 80 EUR für die Aktie.
Gesucht waren ferner Finantitel. Commerzbank gingen mit einem Plus von 6,3% auf 19,97 EUR als größter DAX-Gewinner aus dem Rennen. Ein Bericht im "Handelsblatt", dem zufolge die Commerzbank und die Allianz gegenseitig ihre Bücher prüfen, schürte einmal mehr Konsolidierungsfantasien. Hinzu kam, dass Morgan Stanley den US-Finanzsektor auf "Neutral" von zuvor "Untergewichten" hoch gestuft hat.
Allianz zählten mit einem Aufschlag von 1,5% ebenso zu den Gewinnern wie Münchener Rück, die 1,6% fester schlossen. An der Wall Street lagen zu diesem Zeitpunkt die Papiere des Versicherers AIG mit 3,3% im Plus sowie die der Banken Citigroup mit 5% und J.P. Morgan mit 3%.
Die Societe Generale und J.P. Morgan haben sich positiv zu BASF geäußert. Dies ließ die Aktie um 1,4% auf 94,21 EUR anziehen. Aktien mit eher defensiven Qualitäten waren nicht gesucht. Die Versorger E.ON und RWE gaben gegen den festen Gesamtmarkt ebenso nach wie Deutsche Post und Henkel.
Premiere verteuerten sich am Tag der Hauptversammlung um 3,9% auf 13,85 EUR. Im Markt kursierten Gerüchte um ein Übernahme-Angebot von News Corp für den Medienkonzern. Premiere teilte jedoch mit, keine Kenntnis von einer solchen Übernahme zu haben. Die Aktionäre des Bezahlfernsehsenders verweigerten derweil einem Vorratsbeschluss für eine spätere Kapitalerhöhung ihre Zustimmung.
Auch im MDAX profitierten die Konjunktur-abhängigen Titel von den soliden Konjunkturdaten aus den USA. So schlossen Klöckner & CO, Kuka und Tognum sehr fest, ebenso wie Tognum, Heidelberger Druck und Hochtief.
Im TecDAX sprangen QSC um 7,4% auf 2,31 EUR hoch, nachdem die WestLB die Aktie auf "Halten" von "Reduzieren" erhöhte. Nordex, um die laut Händlern "sehr vage Platzierungsgerüchte" kursierten, verloren 4,6% auf 28,04 EUR. Mit Phoenix Solar (+5,6%) und Solon (+4,2%) schlossen zwei Solarwerte sehr fest. -Von Benjamin Krieger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 219, benjamin.krieger@dowjones.com
DJG/bek (END) Dow Jones NewswiresJune 12, 2008 11:55 ET (15:55 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 55 AM EDT 06-12-08
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