10.06.2008 18:18
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XETRA-SCHLUSS/Leichter - Ölpreis und Inflationssorgen belasten DAX

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag leichter aus dem Handel gegangen. Im Blick standen die weitere Entwicklung des Ölpreises und die Inflationsängste der Investoren. Der DAX verlor 0,7% bzw 45 auf 6.771 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich schon bis auf 6.716 Punkte gefallen war. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 142,4 (Vortag: 135,7) Mio Aktien im Wert von rund 5,9 (4,74) Mrd EUR.

   Neuerliche Aussagen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke, die Konjunkturrisiken hätten zuletzt etwas abgenommen, würden am Markt als Signal dafür gewertet, dass bis auf Weiteres nicht mit erneuten Zinssenkungen zu rechnen sei. Zuletzt hatte bereits EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Inflationsrisiken außergewöhnlich scharf hervorgehoben, was an den Finanzmärkten als Vorbereitung für eine baldige Zinserhöhung gewertet wurde.

   Genährt werden die Inflationssorgen vor allem vom weiter steigenden Ölpreis. Beobachter erwarten einen baldigen Test des Niveaus von 140 USD je Barrel. Der CEO von Gazprom sieht den Preis für das schwarze Gold in nicht allzu ferner Zukunft gar bis auf 250 USD steigen. Öl sei zu einem Selbstläufer geworden, ist im Handel zu hören. Wer in dem aktuellen Umfeld auf steigende Preise setzen wolle, komme um Engagements bei Öl nicht herum.

   Charttechnisch orientierte Analysten machen eine Unterstützung bei 6.750 und 6.700 Punkten aus, einen Widerstand sehen sie um die Marke von 6.850 Punkten. Weiter unter Abgabedruck stand am Berichtstag der Bankensektor nach den schwachen Lehman-Zahlen vom Vortag. Eine zwischenzeitliche Erholung begründeten Händler damit, dass sich in New York die dortige Federal Reserve Bank und die großen Credit Derivatives Dealer auf ein neues Prozedere im Geschäft mit diesen Produkten verständigt hätten.

   So sollen die Geschäfte künftig über ein zentrales Clearing-Haus abgewickelt werden, berichteten Händler. Das würde die Transparenz in dem unregulierten Markt erhöhen und die Ausfallwahrscheinlichkeit verringern, hieß es. Letztendlich setzte sich aber das negative Sentiment am Markt durch. Deutsche Bank verloren 1,5% auf 61,94 EUR, Commerzbank gaben um 0,6% auf 19,29 EUR nach und Deutsche Postbank reduzierten sich um 1,6% auf 60,20 EUR.

   Von der Erwartung steigender Zinsen wurden zudem konjunktursensible Aktien von Industrieunternehmen belastet. So führten ThyssenKrupp den Reigen der Kursverlierer im DAX an und gaben um 3,7% auf 41,83 EUR nach. Linde fielen um 0,6% auf 95,08 EUR zurück. Im MDAX verloren Demag Cranes 4,8% auf 33,29 EUR, Gildemeister verzeichneten ein Minus von 5,7% auf 20,51 EUR und Klöckner & Co fielen um 3,3% auf 39,07 EUR. Nach den jüngsten Abgaben hielten sich Autowerte recht gut. BMW stiegen 0,2% auf 34,36 EUR, VW kletterten um 0,5% auf 176,52 EUR und Daimler gewannen 0,5% auf 44,77 EUR.

   Für Bewegung am deutschen Aktienmarkt sorgten zudem Analystenkommentare: Die Deutsche Bank hat das Continental-Kursziel auf 72 von 80 EUR gesenkt, die Aktien verloren 2,5% auf 66,79 EUR. Einer der wenigen DAX-Werte im Plus waren SAP, die von Sal. Oppenheim auf "Kaufen" von zuvor "Neutral" hochgestuft wurden. SAP legten um 1,4% auf 34,41 EUR zu. Siemens stiegen 1% auf 71,72 EUR. Die als defensiv geltenden Versorger boten am Berichtstag ein gemischtes Bild. E.ON büßten 1,7% auf 134,34 EUR ein, RWE verloren dagegen lediglich 0,1% auf 82,70 EUR.

   Im TecDAX ging es für Wirecard um 6,5% auf 11,35 EUR nach unten. Roth & Rau büßten 4,6% auf 159,52 EUR ein und Aixtron verloren bei hohem Volumen 6,6% auf 8,78 EUR.

DJG/mpt/ros (END) Dow Jones Newswires

   June 10, 2008 12:16 ET (16:16 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 16 PM EDT 06-10-08

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