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XETRA-SCHLUSS/Nach volatilem Handel gut behauptet
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach Tagesschwankungen von knapp 250 Punkten gut behauptet geschlossen. Der DAX gewann 0,1% bzw 6 auf 4.560 Punkte. Das Tageshoch lag bei 4.693, das Tief bei 4.455 Punkten. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 200,7 (Vortag: 211,7) Mio Aktien im Wert von rund 4,99 (Vortag: 5) Mrd EUR.
Händler sprachen von einem nervösen Geschäft bei geringen Umsätzen, nachdem der DAX am Montag mit dem drittstärksten Aufschlag seiner Geschichte aus dem Handel gegangen war. Nach anfänglichen Gewinnmitnahmen konnte der Markt zunächst deutlich nach oben drehen, wegen der im frühen Geschäft schwächelnden US-Börsen die Gewinne aber nicht halten. Grund für das Zwischenhoch waren neue Maßnahmen der US-Notenbank, die ihr Programm zum Aufkauf forderungsbesicherter Wertpapiere aufgestockt hat.
Das deutlich über den Erwartungen liegende US-Verbrauchervertrauen verhalf dem DAX ebenfalls zu vorübergehendem Auftrieb. "Sicher bewegen sich die Daten immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, aber im Augenblick wird jede Verbesserung begrüßt", meinte ein Marktteilnehmer. Die Daten zeugten jedoch unverändert von einer düsteren Lage des US-Konsums, warnte ein Volkswirt.
Marktteilnehmer sind trotzdem optimistisch, dass die Erholung des Marktes in der zweiten Wochenhälfte eine Fortsetzung findet. "Die charttechnische Lage hat sich verbessert", sagte ein Händler. Am Montag war das Kursbarometer aus dem kurzfristigen Abwärtstrend ausgebrochen, was den Charttechnikern der Landesbank Baden-Württemberg zufolge Spielraum bis in den Bereich von 4.733 Punkten eröffnen würde.
Ein gewisser Grund zur Zuversicht besteht auch darin, dass sich die Konsumstimmung in Deutschland unerwartet aufgehellt hat. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berechnete Konsumklimaindex sieht für Dezember einen Wert von 2,2 Punkten. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 1,7 Zähler erwartet, nachdem der Index bereits im Vormonat überraschend auf 1,9 Punkte gestiegen war. Laut GfK trugen sowohl steigende Einkommensaussichten als auch eine verbesserte Anschaffungsneigung dazu bei.
Viele der großen DAX-Werte setzten ihre Erholungsbewegung vom Vortag fort. Siemens etwa zogen um knapp 3% auf 47,66 EUR an. Sollten Regierungen mit ihren Konjunkturprogrammen in die Infrastruktur investieren, könnten Siemens davon profitieren, so ein Marktteilnehmer. Auch ein laut Händlern positiver Ausblick von ABB stütze den Wert.
Trotz gesenkter Gastarife legte die E.ON-Aktie 2,7% auf 27,31 EUR zu. "Das Ausmaß der Reduzierungen bedeutet keine größere Belastung", meinte ein Analyst. Die sieben deutschen Regionalversorger des E.ON-Konzerns werden ihre Gaspreise zum 1. Februar senken. Ein für den deutschen Vertrieb bei der E.ON Energie AG zuständiger Sprecher sagte am Dienstag zu Dow Jones Newswires, im Schnitt betrage die Senkung 4%. Gewinne verbuchten auch die Finanzwerte, allen voran Hypo Real Estate, die um 9,2% auf 2,85 EUR anzogen.
Auf der Verliererseite stachen dagegen VW heraus, die um 22,7% auf 255 EUR fielen und damit auch den DAX insgesamt belasteten. Am Abend werden die MSCI-Indizes neu verkettet, nach ihnen richten sich viele Fondsmanager. VW gilt als großer Verlierer der Neuordnung im MSCI-World. Zudem schickt der Konzern seine Arbeiter in Brasilien für drei Wochen in Urlaub, um auf den fallenden Autoabsatz in dem Land zu reagieren. Allianz gaben 1,3% auf 55,49 EUR ab. Belastet wurde der Wert von einer Gewinnwarnung des französischen Konkurrenten AXA.
Im MDAX gewannen ProSieben 12,3% auf 1,55 EUR. Händler sprachen von der üblichen Volatilität eines stark gefallenen Wertes. Salzgitter stiegen indes um 8,9% auf 49,41 EUR, der Titel profitierte laut Händlern von guten Vorgaben des internationalen Stahlsektors und dürfte im Dezember in den DAX aufsteigen. SGL waren als Zulieferer der Stahlbranche ebenfalls gesucht und rückten um 12,5% auf 19,07 EUR vor. Gagfah setzten ihre Talfahrt fort, ohne dass Händler einen konkreten Anlass für die Abgaben zu nennen vermochten.
Der Effekt der MSCI-Umstellung spielte im MDAX keine wesentliche Rolle für die Kursentwicklung. Bilfinger, Rheinmetall, ProSieben, IVG und Arcandor müssen die großen MSCI-Indizes laut Marktteilnehmern verlassen, was normalerweise zu Kursdruck führt. "In Asien war der Effekt aber gering, viele MSCI-Absteiger sind sogar gestiegen", so ein Händler. Die extrem überverkaufte Situation mit den starken Erholungsansätzen überlagere den MSCI-Effekt, ergänzte er.
Im TecDAX waren die Werte aus dem Bereich erneuerbare Energien erneut gefragt. Q-Cells kletterten um 6,8% auf 24,55 EUR. RePower stiegen um 10,8% auf 101,90 EUR.
DJG/mif/raz (END) Dow Jones NewswiresNovember 25, 2008 12:21 ET (17:21 GMT)
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