24.06.2008 18:18
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XETRA-SCHLUSS/Nachrichtenlage spielt Bären in die Karten

   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag Abschläge verkraften müssen. Zunächst hatte am Vormittag eine deutliche Spread-Ausweitung am Markt für Risikoprämien auf Unternehmensanleihen das Sentiment für die Aktien eingetrübt. Am Nachmittag belastete dann ein deutlich unterhalb der Erwartung ausgefallenes Verbrauchervertrauen aus den USA die Stimmung. Eine kleine Erholung an den US-Börsen hat dem DAX zum Handelsende noch einige Punkte gebracht, er verabschiedete sich mit einem Minus von 0,8% oder 53 Punkten bei 6.536 aus dem Handel. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 188,5 (Vortag: 137,0) Mio Aktien im Wert von rund 6,94 (Vortag: 5,35) Mrd EUR.

   Ein Grund für die anhaltende Schwäche an den Aktienmärkten wird im Käuferstreik der Versicherer und Aktienfonds gesehen. Den Assekuranzen machten die Verluste bei den festverzinslichen Wertpapieren zunehmend zu schaffen, wodurch die Risikotragfähigkeit auf der Aktienseite in Mitleidenschaft gezogen werde, so ein Händler. Ein anderer Händler verwies auf die anhaltenden Mittelabflüsse bei den Publikumsfonds. Diese brächten weitere Verkäufe an den Aktienmärkten mit sich. Die Käufe, auch technische Erholungen genannt, resultierten überwiegend aus Short- Eindeckungen.

   Die Stimmung unter den US-Konsumenten bleibt miserabel. Das bestätigen seit Monaten die Umfragen des Conference Boards, der Universität von Michigan und von ABC News. Zurückzuführen ist nach Aussage der Aktienstrategen der Norddeutschen Landesbank dieser Pessimismus auf die Immobilien und Finanzmarktkrise, die steigende Arbeitslosigkeit und die in die Höhe schießenden Energiepreise.

   Bei den deutschen Automobilwerten fielen die Kursverluste einmal mehr überdurchschnittlich hoch aus. Händler verwiesen auf den weiterhin hohen Ölpreis, die sich auf breiter Front abzeichnende konjunkturelle Eintrübung sowie negative Analystenkommentare vom Vortag. MAN wurden laut Marktteilnehmern von schwachen Absatzzahlen des schwedischen Wettbewerbers Volvo belastet, auch wenn die Absatzzahlen der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen am Nachmittag überzeugen konnten. MAN verloren 1,5% auf 77,77 EUR, Daimler 3,8% auf 41,86 EUR, BMW 3,4% auf 31,25 EUR und VW 1,5% auf 178,80 EUR.

   Unter den Einzelwerten standen mit der Deutschen Telekom und der Deutschen Post zwei ehemalige Staatsmonopolisten im Fokus des Anlegerinteresses. Die Heraufstufung durch Morgan Stanley für den Telekommunikationskonzern auf "Overweight" wirkte stützend, die Aktie wurde zudem auf Grund der inzwischen erreichten Dividendenrendite von den Anlegern gesucht. Deutsche Telekom gingen mit einem Plus von 1,3% auf 10,33 EUR aus dem Handel.

   Belastend wirkte sich für die Aktien der Deutschen Post der gesenkte Ausblick des US-Wettbewerbers UPS für das zweite Quartal aus. Auch die Kreisemeldung, dass die Deutsche Post nun Interessenten den Einblick in die Bücher der Postbank ermögliche, konnte der Aktie keinen positiven Impuls versetzen. Postaktien beendeten den Handel mit einem Minus von 1,4% auf 17,39 EUR, die Titel der Postbank kletterten dagegen um 0,5% auf 54,20 EUR.

   Der MDAX gab um 1,2% auf 9.249 Punkte nach, Hamburger Hafen wie auch Norddeutsche Affinerie stellten dabei die Gewinner. Auf den hinteren Plätzen waren dagegen Pfleiderer, Lanxess sowie MTU Aero Engines zu finden. Der TecDAX beendete mit einem Minus von 0,9% bei 803 Punkten den Handelstag.

DJG/thl/flf (END) Dow Jones Newswires

   June 24, 2008 12:14 ET (16:14 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 14 PM EDT 06-24-08

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