17.07.2008 18:07
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XETRA-SCHLUSS/Partystimmung dank Nokia und US-Banken

   FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr fest und mit einer wahren Erleichterungs-Rally sind die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der DAX sprang um 1,9% oder 114 auf 6.270 Punkte. Erst späte Gewinnmitnahmen zogen ihn von noch höheren Kursen herunter; zwischenzeitlich lag der Index bis zu 2,6% im Plus. Eine Rally der US-Bankenwerte vom Vorabend, sowie erleichternd gute Zahlen von J.P. Morgan und Nokia trieben fast alle Aktien nach oben. Händler sprachen von einer marktbreiten Rally. "Einzelnachrichten spielten heute keine Rolle", so ein Händler. Vor allem die Finanztitel profitierten von einer wahren Kursexplosion an Wall Street am späten Mittwoch: Der US-Bankenindex hatte eine Vorlage von plus 17% abgeliefert. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 225,9 (Vortag: 198,4) Mio Aktien im Wert von rund 8,97 (Vortag: 7,5) Mrd EUR.

   Zudem fielen die zahlreichen US-Konjunkturdaten derart positiv aus, dass ein Händler kommentierte: "Das wird langsam unheimlich". So fielen die US-Baugenehmigungen deutlich besser als erwartet aus; sie stiegen um +11,6% im Juli und ließen die Erwartung von -0,8% weit hinter sich. Zudem sprangen die US-Baubeginne ebenfalls und deren Vormonate wurden nach oben revidiert. Selbst die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stiegen nur um 18.000 und nicht die erwarteten 34.000 Anträge. Lediglich der Philadelphia-Fed-Index erschien ganz leicht unter Erwarten. Die Analysten der Postbank sahen darin jedoch nur die bekannten Zeichen der "lahmenden US-Konjunktur" und fanden ihn "nicht dramatisch". Technische Analysten sehen die Situation des DAX nach der Trendumkehr am Vortag deutlich verbessert. Bis mindestens 6.350 Punkte habe der DAX noch Luft.

   Die Zahlen von Nokia trieben Infineon um 9,6% auf 4,91 EUR und machten den Halbleiter-Hersteller zum Tagesgewinner im DAX. Tagesfavoriten auf Branchenebene waren die zuletzt gebeutelten Finanzwerte. Für Deutsche Börse ging es um 5,9% auf 69 EUR glatt nach oben, Commerzbank sprangen um 6,5% auf 19,92 EUR, Deutsche Bank um 7,1% auf 54,48 EUR. Neben den US-Vorgaben wurde der Sektor durch Spekulationen auf die Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft gestützt. Erhalte die Commerzbank den Zuschlag für die Allianz-Tochter Dresdner Bank, könne der Kurs der Aktie aber zu relativer Schwäche neigen, warnte ein Analyst. Allianz stiegen 4,9% auf 105,97 EUR.

   Verluste wiesen nur die Papiere der defensiven Sektoren auf: Für RWE ging es um 0,4% auf 76,86 EUR nach unten, Deutsche Telekom krabbelten nur 0,2% ins Plus auf 10,69 EUR, Bayer fielen 1,8% auf 52,85 EUR. FMC verloren sogar 4,7% auf 33,54 EUR nach Zahlen für das zweite Quartal. Wie erwartet habe das unvorteilhafte Wechselkursverhältnis Euro-Dollar die Umsätze des Unternehmens belastet, hieß es dazu von equinet. Zudem belastete die zum Erwerb von APP angekündigte Wandelanleihe.

   In der zweiten Reihe profitierten die Aktien sämtlicher Konjunkturzykliker, die in den vergangen Wochen auf den Markt geworfen worden waren: 5% bis 8%-ige Kursgewinne waren hier der Normalfall. Unter anderem sprangen Pfleiderer 8,7%, Kuka, Krones und SGL Carbon um 8,4% und MTU Aero Engines um 7,6%.

   Im TecDAX erholten sich Drägerwerk um 9,2%, Aixtron um 8,7%. Auch die Solarwerte stiegen bis zu rund 7%. Lediglich Phoenix Solar verloren 6,3%. Im SDAX brachen Air Berlin um 8,7% auf 3,25 EUR ein. Hier haben die Analysten von Dresdner Kleinwort das Kursziel auf 0 EUR gesenkt.

DJG/mod/raz (END) Dow Jones Newswires

   July 17, 2008 12:05 ET (16:05 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 05 PM EDT 07-17-08

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