28.07.2008 18:21
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XETRA-SCHLUSS/Schwach - Bilfinger und Stada geben nach

   FRANKFURT (Dow Jones)--Schwach hat der deutsche Aktienmarkt am Montag geschlossen, wobei vorübergehende Erholungsansätze verpufften. Der DAX verlor wobei vor allem Auto- und Finanzwerte unter Druck standen. Der DAX verlor 1,3% oder 86 auf 6.351 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 116,5 (Vortag: 182,6) Mio Aktien im Wert von rund 4,29 (Vortag: 7,88) Mrd EUR.

   Der schwächere GfK-Indikator zum Konsumklima in Deutschland sorgte am Morgen für nachgebende Kurse. Zudem gab es schwache Zahlen und Prognosen einiger Unternehmen, allen voran Bilfinger und Stada. Nach den Gewinnwarnungen von Daimler und Münchener Rück setze sich damit die Reihe der Enttäuschungen fort, hieß es im Handel. Damit seien weiter Verluste im Wochenverlauf möglich.

   Aus technischer Sicht treffe der DAX beim Hoch der vergangenen Woche bei 6.577 auf Widerstand, darüber begrenze der Abwärtstrend bei 6.850 Punkten das Aufwärtspotenzial. Unterstützt werden sollte der DAX bei 6.330 Punkten.

   Nach einer Gewinnwarnung brachen Bilfinger Berger um knapp 15% auf 42,50 EUR ein. Der Mannheimer Baukonzern erwartet im laufenden Geschäftsjahr Ergebnisbelastungen aus dem Geschäftsfeld Ingenieurbau. Bei einem Verkehrsinfrastruktur-Projekt in Norwegen werden nach Angaben des Mannheimer Unternehmens Verluste von 90 Mio EUR anfallen. Die bisherige Risikovorsorge von 25 Mio EUR muss 2008 daher um weitere 65 Mio aufgestockt werden.

   Für Analysten kam die Gewinnwarnung "überraschend". Die Frage sei nun, ob die Warnung Ausdruck struktureller Probleme im Konzern seien oder es sich lediglich um eine einmalige Entwicklung handele.

   Noch schlimmer kam es bei Stada, die um 27,1% auf 34,06 EUR einbrachen. "Dass das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt hat, ist eine herbe Enttäuschung", meinte ein Analyst. Viele Anleger hätten offenbar die Bestätigung des Ziels eines prozentual zweistelligen Wachstums erwartet. Zudem sei die Aktie durch Übernahmespekulationen hoch gehalten worden.

   Postbank sanken um 4,7% auf 44,58 EUR. Händler verwiesen auf einen Bericht des "Focus", wonach es bei der Deutschen Bank Gegenwind hinsichtlich eines Gebotes für die Postbank gibt. Die Deutsche Bank könnte bei einem Kauf der Postbank selbst zum Übernahmekandidaten werden, so Händler mit Blick auf den Bericht. Allerdings habe die Post selbst zuletzt gesagt, ein Verkauf sei nicht eilig. Die Post könne sich Zeit lassen.

   Finanztitel standen erneut auf der Verkaufsliste: So fielen Deutsche Börse um 5,1% auf 71,39 EUR. Hier hatte die Credit Suisse das Kursziel deutlich auf 115 von 135 EUR gesenkt. Die Bankenwerte belastete eine Gewinnwarnung der australisch-neuseeländischen ANZ-Bank nach hohen Abschreibungen auf ihr Kreditportfolio. Am Freitag hatte bereits die National Australia Bank gewarnt. "Damit haben zwei der vier großen Banken binnen zwei Tagen gewarnt - das hat das Vertrauen wirklich erschüttert", sagt Patrick Crabb, Chef des institutionellen Handels von Goldman Sachs in Melbourne. Die am Morgen vorgelegten Zahlen der BBVA belegen nach Einschätzung eines Händlers das Ausmaß der Immobilienkrise in Spanien.

   Lufthansa standen mit 3% auf 14,99 EUR ebenfalls unter Druck. Händler verwiesen auf die schwachen Zahlen von Ryanair und den angelaufenen Streik. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi kostet der Streik die Gesellschaft etwa 5 Mio EUR täglich. Analysten halten die Schätzung jedoch für übertrieben, da der Organisationsgrad der Gewerkschaft beim fliegenden Personal viel zu gering sei.

   Dagegen profitierten die Stahlwerte von guten Vorgaben des Rohstoffsektors. ThyssenKrupp gewannen 0,5% auf 32,44 EUR. K+S erholten sich von den Abgaben der Vorwoche und kletterten um 6,7% auf 69,81 EUR. Kontron verloren 7,4% auf 9,08 EUR. Die am Morgen vorgelegten Zahlen wurden jedoch als "überzeugend" eingestuft. Das Unternehmen befinde sich auf dem richtigen Weg. Der Umsatz soll nach Unternehmensangaben zweistellig wachsen, das Ergebnis dabei überproportional. Die Bestätigung des Ausblicks wurde im Vorfeld vom Markt erwartet.

DJG/mif/raz (END) Dow Jones Newswires

   July 28, 2008 12:18 ET (16:18 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 18 PM EDT 07-28-08



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ThyssenKrupp 18,8 +0,8%
Deutsche Boerse 52,2 -3,8%
Deutsche Postbank 13,6 -5,8%
Kontron 6,7 +0,6%
Bilfinger Berger 35,1 -3,1%
Lufthansa 11,3 +0,2%
Stada 21,4 +2,2%

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