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XETRA-SCHLUSS/Schwach - Ölpreis um 130 USD setzt DAX unter Druck
FRANKFURT (Dow Jones)--Schlechte Konjunkturnachrichten und ein Ölpreis um 130 USD haben die Märkte am Dienstag kräftig nach unten gedrückt. Der DAX schloss schwach und verlor 1,5% oder 107 auf 7.119 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 117,5 (Vortag 111,0) Mio Aktien im Wert von rund 4,11 (Vortag 3,62) Mrd EUR.
Die dünne Nachrichtenlage rückte vor allem die Konjunkturdaten in den Vordergrund. Und hier überwogen die schlechten Nachrichten: Ein neues Allzeit-Hoch im Ölpreis nur knapp unter der 130-USD-Marke drückte vor allem konjunktur- und ölempfindliche Aktien nach unten. Unter Druck standen besonders die Nebenwerte im MDAX.
Zudem fiel der Anstieg der US-Produzentenpreise "erschreckend" aus, wie es im Handel hieß. Die Preise sind in der Kernrate im April um 0,4% gestiegen und damit doppelt so stark wie die Erwartung von 0,2% erwartet. Den Markt habe nur vor dem Absturz bewahrt, dass die noch wichtigeren US-Verbraucherpreise bereits vergangenen Woche veröffentlicht worden waren. Allerdings kam auch der Aktivitätsindex der Notenbank von Chicago schlechter als erwartet herein. In Deutschland drückte zudem der ZEW-Index: Seine Erwartungskomponente lag mit minus 41,4 deutlich unter dem erwarteten Stand von minus 37. Dies habe die Stimmung am deutschen Markt besonders belastet, da der ZEW-Index als Vorlaufindikator für den wichtigeren ifo-Index betrachtet wird.
Technische Analysten sehen den DAX nun genau vor der wichtigen Unterstützungszone um 7.100/7.080 Punkte. "Da sollte er nicht mehr durchfallen", so ein Techniker.
Ölpreis-abhängige Aktien wie die der Lufthansa wurden deutlich gegeben. Die Airline gab um 3,1% nach auf 16,64 EUR nach. Auch die Autoaktien verloren, so VW um 1,9% auf 189,49 EUR, BMW um 2,4% auf 36,30 EUR und Daimler um 0,9% auf 52,37 EUR. Tagesverlierer Infineon brachen um 5,5% ein auf 6,72 EUR wegen einer globalen Schwäche der Halbleiterwerte. Deutsche Börse fielen um 3,7% auf 100,49 EUR. Ebenso unter Druck standen die konjunkturzyklischen Stahlwerte. Hier verloren ThyssenKrupp 3,5% auf 44,98 EUR und Salzgitter im MDAX um 5,7% auf 132,52 EUR.
Die Aktie der Telekom verlor 2,2% auf 10,90 EUR. Die Ratingagenturen S&P und Moody’s haben das Langfristrating nach der Beteiligung an der griechischen OTE gesenkt. Beide Agenturen vertreten die Einschätzung, dass es der Telekom schwerfallen dürfte, den für ein "A"-Rating nötigen Verschuldungsgrad mittelfristig zu erreichen.
Der Bankensektor wurde von einer zurückhaltenden Studie zu den Aussichten der Branche belastet. Die Analysten von Lehman Brothers stellen sich auf eine anhaltende Schwächephase ein. Das Schlimmste der Subprime-Krise sei zwar vorbei, nun aber drohten Verluste aus den anderen Sparten, hieß es. Unter anderem gaben Commerzbank 2,1% nach auf 22,13 EUR und Deutsche Bank 1,3% auf 75,32 EUR.
Gegen den Gesamtmarkt legten SAP um 0,3% auf 33,55 EUR zu. Im Handel wurde auf den erfolgreichen Verlauf der momentan in Berlin stattfindenden Kundenkonferenz "Sapphire" verwiesen.
Im MDAX standen besonders die konjunkturempfindlichen Nebenwerte unter Druck. SGL Carbon brachen um 6% ein auf 45,96 EUR, K+S um 5,7% auf 132,52 EUR und MTU Aero Engines um 5,4% auf 29,02 EUR. Fast alle Industriewerte schlossen mit Verlusten zwischen 3% und 5%. EADS verloren 4,3% auf 16,19 EUR nach einer Herabstufung durch die UBS auf "Sell".
Premiere gaben hingegen nur 1,3% nach auf 13,33 EUR und notierten damit fester als der Markt. Wie im Handel erwartet, hat die australische News Corp eine Sperrminorität von 25,01% in Premiere ausgebaut. Im Handel wird schon seit längerem darauf gesetzt, dass das Medienunternehmen die Beteiligung weiter erhöhen wird. News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist an Premiere beteiligt. Im TecDAX standen die Solarwerte und regenerativen Energien unter Druck. Unter anderem fielen Phoenix Solar um 5,5% auf 45,09 EUR.
DJG/mod/raz (END) Dow Jones NewswiresMay 20, 2008 12:03 ET (16:03 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 03 PM EDT 05-20-08
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Aktien in diesem Artikel
| Daimler | 38,3 | -9,6% | |
| K+S | 65,4 | -5,9% | |
| Deutsche Börse | 76,5 | +-0,0% | |
| Phoenix Solar | 41,5 | -1,2% | |
| Premiere | 11,8 | +2,5% | |
| Bayerische Motoren Werke | 30,9 | -3,0% | |
| Commerzbank | 21,9 | -1,0% | |
| Deutsche Bank | 59,2 | -1,3% | |
| Volkswagen vz | 97,3 | -3,8% | |
| Deutsche Lufthansa | 15,4 | -2,2% | |
| SAP | 34,7 | -0,8% | |
| SGL GROU | % | ||
| Deutsche Telekom | 10,5 | -1,6% |
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