11.06.2008 18:03
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XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Bankenkrise belastet das Vertrauen

   FRANKFURT (Dow Jones)--Nachdem der Handel am Mittwoch lange Zeit unspektakulär in ruhigen Bahnen verlief, brachen die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Nachmittag kräftig ein. Belastende Nachrichten gab es einmal mehr aus dem US-Bankensektor. Im Handel wurde davon berichtet, dass die Kapitalerhöhung bei Lehman Brothers schleppend verlaufe. In den vergangenen Monaten hatten Investoren ihren Banken bei Kapitalerhöhungen das benötigte Geld zur Verfügung gestellt und damit den Banken das Vertrauen ausgesprochen. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 1,8% oder 121 Punkten bei 6.650. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 160,8(Vortag: 142,2) Mio Aktien im Wert von rund 5,83 (Vortag: 5,9) Mrd EUR.

   Am Abend steht das sogenannte "Beige Book" noch zur Veröffentlichung an, der Konjunkturbericht der US-Notenbank. "Das Beige Book (...) dürfte die aktuelle Konjunkturschwäche ebenso bestätigen wie das bisher gültige Bild, dass die Unternehmen ihre gestiegenen Input-Kosten nicht vollständig auf die Endverbraucher abwälzen können", prognostiziert die WestLB.

   Den schwächsten Wert stellten Continental, die um 4,7% auf 63,64 EUR einbrachen. Im Handel wurde auf zwei belastende Faktoren verwiesen. Die Gummi-Futures notieren nur unwesentlich unter dem Hoch vom 27. Mai bei 345,9 Yen je Kilogramm. Der Preis für Gummi, das bei der Vulkanisierung vom Rohstoff Kautschuk entsteht, weist eine hohe Korrelation mit dem Ölpreis auf. Ein anderer Händler berichtete zudem von negativen Aussagen des französischen Wettbewerbers Michelin auf einer Konferenz von Exane.

   Aber auch die anderen Automobilwerte wurden von den Anlegern gemieden. So verloren MAN um 3,3% auf 84,77 EUR, BMW 2,8% auf 33,40 EUR und Daimler 2,5% auf 43,64 EUR. Der gesamte Sektor stand europaweit unter Abgabedruck, nachdem die Notierungen für Rohöl nach Veröffentlichung der US-Rohöllagerbestandsdaten gestiegen sind.

   TUI fielen um 2,7% auf 15,73 EUR. Die Stimmung wurde von einem Warnstreik im Reisebereich belastet. Am Morgen hatte die Aktie zunächst noch von Spekulationen um Hapag Lloyd profitiert. Das "Handelsblatt" berichtete in seiner Ausgabe, der Reisekonzern gebe Interessenten in der nächsten Woche erste Einblicke in die Geschäfte der Schifffahrtstochter.

   Gegen den Trend konnten Infineon um 1,7% auf 5,95 EUR zulegen, nachdem die Analysten der ABN Amro das Kursziel auf 7,75 EUR von zuvor 7,55 EUR erhöht haben. Als Chiphersteller dürfte Infineon unter anderem von der Markteinführung des neuen "iPhone" von Apple in über 70 Ländern profitieren, so die Analysten in ihrer Studie.

   In der zweiten Reihe konnten sich einmal mehr K+S der Schwäche des Gesamtmarktes entziehen und legten knapp 5% auf 340,76 EUR zu. Der Düngemittelhersteller konnte zum einen von einem positiven Analystenkommentar von Merrill Lynch profitieren. Zudem hatte der Wettbewerber Agrium aus Kanada den Ausblick für das 2. Quartal deutlich angehoben, was Fantasie für K+S weckt, so ein Händler.

   Am unteren Ende im MDAX sind ProSiebenSat.1 zu finden, die ex Dividende 18% oder 1,58 EUR auf 7,22 EUR nachgaben, bei einer Dividende von 1,25 EUR. Negativ wird die Nettoverschuldung des Unternehmens gesehen, die zur Zahlung der hohen Dividende ausgebaut werden musste. Im SDAX stiegen Axel Springer um 9,5% auf 74,19 EUR an, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, bis zu 918.000 Aktien zu einem Festpreis von 80,00 EUR je Stückaktie zurückzukaufen.

DJG/thl/raz (END) Dow Jones Newswires

   June 11, 2008 12:01 ET (16:01 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 01 PM EDT 06-11-08

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