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XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - US-Arbeitsmarkt und Öl trüben Stimmung
FRANKFURT (Dow Jones)--Am Freitagvormittag war die Welt für die Anleger in deutschen Aktien noch in Ordnung. Der Aktienmarkt profitierte von den guten Vorgaben und notierte am Mittag leicht im Plus. Die Vorzeichen trübten sich am Nachmittag allerdings mit der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichtes aus den USA deutlich ein. Innerhalb von nur drei Stunden verlor der DAX 175 Punkte und ging mit einem Minus von 2% oder 138 Punkten bei 6.804 aus dem Handel und schloss damit nur 8 Punkte über seinem Tagestief. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 160,9 (Vortag: 129,4) Mio Aktien im Wert von rund 7,04 (Vortag:5,23) Mrd EUR.
Die große negative Überraschung im US-Arbeitsmarktbericht lieferte die Arbeitslosenquote, die getrennt von den Stellenveränderungen erhoben wird. Für Mai wurde ein Sprung auf 5,5% von 5% berichtet, dem höchsten Wert seit Ende 2004. Die Entwicklung der neu-geschaffenen Stellen und der Arbeitslosenrate zeigen nach Aussage der Marktstrategen der Erste Bank, dass es für Job-Suchende zunehmend schwieriger wird, eine Stelle zu finden. Gleichzeitig ist die Verschlechterung der Konjunktur aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass Personal im größeren Ausmaß abgebaut wird.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft fiel im Mai um 49.000 Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Stellenrückgang um 60.000 erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,05 USD oder 0,3% auf 17,94 USD, während Ökonomen einen Zuwachs um lediglich 0,2% erwartet hatten.
Der deutlich gestiegene Ölpreis hat den Automobilwerten einmal mehr seinen Stempel aufgedrückt. Die Öl-Futures siegen innerhalb von 2 Tagen um rund 10% auf 134,40 USD an. Damit standen einmal mehr die Automobilhersteller unter besonderem Abgabedruck. Der Sektor werde nicht nur vom steigenden Ölpreis belastet, grundsätzlich seien die Aussichten nicht sonderlich günstig, hieß es im Handel.
Es falle den Automobilherstellern zudem immer schwerer, die steigenden Input-Kosten an Zulieferer bzw Endkunden weiterzureichen. Erschwert werde die Situation zusätzlich durch die Nachfrageschwäche aufgrund der wirtschaftlichen Eintrübung. Daimler fielen zwischenzeitlich auf ein neues Jahrestief bei 44,61 EUR und schlossen den Handel mit einem Minus von 4,7% bei 45,06 EUR, BMW gaben um 4,4% auf 34,56 EUR nach. Vom hohen Ölpreis belastet standen auch Lufthansa unter Abgabedruck und fielen um 4,5% auf 15,97 EUR.
Mit einer erneut schwachen Entwicklung präsentierten sich auch die Finanzwerte. Händler verwiesen auf negative Analystenkommentare bezüglich des Sektors. Die zuletzt ausgesprochenen Herunterstufungen der Anleiheversicherer dürften bei den Banken zu weiterem Abschreibungsbedarf führen, hieß es weiter. Auch seien die zinspolitisch sehr aggressiven Kommentare von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Fed-Chairman Ben Bernanke kein gutes Zeichen für die Branche. Commerzbank verloren 5,4% auf 19,90 EUR, Allianz büßten 3% auf 114,15 EUR ein und Deutsche Bank fielen um 2,8% auf 64,12 EUR.
adidas stellten neben ThyssenKrupp die einzigen Gewinner und legten um 0,1% auf 45,20 EUR zu, nachdem "La Tribune" berichtet hatte, dass der Sportartikelhersteller bereits zum jetzigen Zeitpunkt 80% seines Zielumsatzes im Fußball-Bereich für 2008 erreicht habe.
Etwas besser als sein großer Bruder hat sich der MDAX aus der Woche verabschiedet und gab um 1,4% oder 142 Punkte auf 9.678 nach. Zehn der insgesamt 50 Werte aus dem MidCap-Index konnten den Handel im Plus beenden. Die schwächsten Werte stellten MLP mit einem Minus von 6% auf 11,85 EUR, MTU gaben um 5,6% auf 24,98 EUR nach und Hugo Boss verloren 5,9% auf 30,18 EUR.
Mit Versatel wartete der TecDAX sogar mit einem Wert auf, der mit einem kräftigen Plus von 8,2% bei 15,11 EUR den Handel beendet hat. Steil abwärts ging es dagegen für REpower, nachdem sich der Nukleartechnikkonzern Areva aus dem Windenergieunternehmen zurückzieht. Ein Analyst schätzt, dass der Verkaufspreis deutlich unter dem Schlusskurs des Titels vom Vortag liegt. REpower verloren 6,3% auf 208,29 EUR.
DJG/thl/ros (END) Dow Jones NewswiresJune 06, 2008 12:15 ET (16:15 GMT)
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